If I die young

Herzlich willkommen im Jahr 1816!

Wir sind ein Rollenspiel zur Regency Zeit, mit Spielort in Bath und London im schönen England. Von der armen Bauernmagd bis hin zum adeligen Schnösel findet hier jeder seinen Platz. Wir spielen nach der Szenentrennung und mit fiktiven Charakteren. Wir sind ein netter kleiner Trupp, freundlich, recht aktiv aber passen uns dem jeweiligen Tempo an und freuen uns natürlich über neue Mitglieder. Du musst kein Hintergrundwissen mitbringen, hier ist jeder willkommen und unsere Enzyklopädie und der Support helfen Dir gerne weiter!
News

01. Oktober 2021

Der NaOctWriMo startet und die Whitelist für Oktober ist ebenfalls draußen. Mehr dazu in den News.

09. September 2021

NaNoWriMo im Oktober. Wo gibts denn das? Bei uns, natürlich. Mehr dazu in den News.

Inplaydaten & Wetter
Januar - März 1816

Unser aktueller Inplayzeitraum erstreckt sich im gesamten Jahr 1816, wobei momentan die Kernmonate Jänner bis März besonders aktiv bespielt werden. Der Winter hält das Land streng an der Kandare. Die elitäre Gesellschaft hat damit freilich kein Problem, die ärmlichere Bevölkerungsschicht allerdings schon. Die Entbehrungen des Krieges machen sich in diesem Winter besonders bemerkbar, Hunger und Kälte knechten die Leute. In einem selten eisigen Winter gehen die Kohlevorräte rasch zur Neige. Bereits im niederschlaglosen Dezember konnten Temperaturen von bis zu -15 °C gemessen werden, wodurch die Luft trocken und rau geworden war. Am 10. Jänner zog ein Schneesturm vom Norden herab bis nach London. Er wütete über drei Tage lang, hüllte das Land in ein gespenstisches Weiß, das allerdings aufgrund seiner Härte ganz und gar nicht friedlich war. Der Frühling lässt auf sich warten, denn die Temperaturen bleiben nahe am und unter dem Gefrierpunkt, mit klaren Winternächten, sofern es der Smog der Großstadt zulässt. Erst im März lockert sich die Klammer des Winters und erlaubt damit einen Hauch von Frühling.


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GESELLSCHAFTSSCHICHTEN
WEIBLICH MÄNNLICH
Royal Family
Mit ihren 38 Jahren ist die Dunkelhaarige möglicherweise nicht mehr eine der jüngsten Damen am Hofe, aber wohl noch immer eine mit dem größten Temperament. Aber als Prinzessin kann sie dies sowieso nur bedingt ausüben. Sie hat niemals geheiratet, wenngleich sie sich derzeit zwei jüngere Geliebte hält. Aus einer unglücklichen Jugendliebe hat sie zudem eine junge Tochter, von der allerdings keiner weiß.



Aristocracy

Was ihre Schwester an Zynismus bei sich trägt, hat Daphne an Verträumt- und Verschlossenheit. Gegenüber Fremden tut sie sich schwer zu öffnen, ist aber über alle Höflichkeiten im Bilde und manierlich erzogen, weshalb man ihr Unfreundlichkeiten nicht anlasten kann. Mit ihren 19 Jahren ist sie im guten Alter und sollte sich, wenn es nach der Gesellschaft ginge, bald zu einer Heirat bequemen. Doch Daphne gedenkt jenes erst zu unternehmen, sofern ihr Herz ihr zu einem Manne zusagt - was bisher nicht geschehen ist. Solange wird sich die Zeit mit allerlei Vergnügungen vertrieben und das so weit wie möglich außerhalb der Reichweite ihrer Stiefmutter, derer sie tatsächlich lieber aus dem Weg geht, um sich keiner Anfeindung beschuldigt zu sehen.

Elizabeth ist das dritte Kind der Familie Fane und Teil der britischen Aristokratie. Gemeinsam mit ihrem älteren Bruder residiert sie seit Kurzem in Bath, doch liegt ein turbulentes Jahr hinter ihr, denn erst vor einigen Monaten hat ihr Verlobter Adam Eversly die Verlobung gelöst. Seither gibt es natürlich vielerlei Gerüchte und Getuschel über die Ursachen hierfür. Ellie ist eine anspruchsvolle, humorvolle, belesene junge Frau mit Leichtigkeit im Erlernen neuer Dinge. Zudem ist sie zwar liebevoll und einfühlsam, aber doch Realistin. Doch gibt es auch Schattenseiten, denn anders als der Rest ihrer Familie ist Elizabeth sehr zurückhaltend, stur, ungeduldig, rechthaberisch und nimmt sich Dinge zu schnell zu Herzen. Insgesamt ist sie eine modische junge Dame von durchschnittlicher Größe, schlanker Natur. Haselnussbraune Wellen umrahmen ihr zartes Gesicht mit den auffallenden hellen, blau-grauen Augen.

Eloise ist mit ihren siebzehn Jahren schon eine recht außergewöhnliche junge Dame. Ihre spitze Zunge verschont niemanden. Wenn sie nicht gerade die Nase in einem Buch hat, so sieht man sie durch die Natur spazieren. Sie bevorzugt die Gesellschaft der Natur gegenüber fast allen Menschen. Rebellisch wäre sie gern, doch wie heißt es bekanntlich? Adel verpflichtet. Und die Aristokratie macht da ebenfalls keine Ausnahme. Sie kennt ihren Platz und ihre Rolle. Was nicht bedeutet dass die junge Frau damit einverstanden ist.

Eloise ist durch Heirat Aristokratin geworden, allerdings nimmt sie keine besondere Rolle in der Gesellschaft ein, jedenfalls bis jetzt nicht. Sie hat Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen, Gewissenhaftigkeit und ist trotzdem eine "reine Seele". Sie kümmert sich mit großen Elan um ihren Haushalt und um ihren Ehemann und wünscht sich Kinder. Noch hat sie ihr Potenzial nicht ausgeschöpft. Aber sie weiß, da ist noch mehr...

Faith Catherine Willoughby ist eine naive junge Frau, die es eigentlich nicht abwarten kann endlich ihren wunderbaren Verlobten George Crawford zu heiraten. Doch dafür muss sie aus ihrer Heimatstadt Bath nach London ziehen und das Haus ihrer Eltern verlassen. Sie ist mit ihren 20 Jahren eine junge Braut, aber eine sehr glückliche. Woher soll sie auch schon ahnen, dass George sie gar nicht liebt, sondern sie nur wegen des Geldes heiratet?

Florence gehört einem alten Adelsgeschlecht an. Seit dem Tod des Vaters sorgt sich ihr Bruder Adam um sie und ihre Schwester Elinor. Mit ihren 18 Jahren hat sie noch immer ein elfenhaftes Auftreten, doch ist aus dem ängstlichen Kind mittlerweile eine konsequente junge Frau geworden, die zwar ihre Position in der Gesellschaft kennt, aber doch versucht viel Gutes zu tun. Sie bleibt sich selbst treu und ist sehr kontrolliert Person, doch muss sie immer wieder einsehen, dass sie über manche Situationen keine Kontrolle erlangen kann. Dennoch gibt sie nicht auf, vertraut auf ihre eigene Stärke und Eigenständigkeit. Ab und an verliert sie jedoch den Blick auf die Empfindungen anderer verloren und es fehlt ihr an Verständnis. Dennoch mag die junge Frau die Aufregung, die sie bei ihren geheimen, nächtlichen Ausflügen empfindet, die sie unternimmt, um schwache Familien zu unterstützen und ihnen Lesen und Schreiben beizubringen.


Ginge es nach Geraldine, würde das Leben ausschließlich aus Bällen, glamourösen Soireen und langen Nachmittagen mit ihren Schwestern bestehen. Als älteste Tochter des mächtigsten Duke in Irland jedoch, hat sie andere Pflichten zu erfüllen, erst recht mit ihren inzwischen 22 Jahren; die Kunst, sich gleichzeitig rar zu machen, aber auch nahbar, begehrenswert, zu bleiben, hat sie schon lange perfektioniert, musste schließlich im Jahr 1815, direkt nach ihrem Debüt also, beweisen, dass die Tochter eines Duke jemanden ebenso wichtigen verdient hat, wie es ihr Vater ist. Ihre Ehe, das weiß sie, wird schließlich auch Vorreiter für die ihrer Schwestern stellen und möglicherweise auch für diese wichtige Verknüpfungen bieten - mit einem Mann, der zehn Jahre älter als sie und bereits verwitwet ist, hat sie sich das zwar nicht vorgestellt, aber sie arrangiert sich jeden Tag mehr damit, hat sogar den Heiratsantrag, den er ihr gemacht hat, angenommen im Gegensatz zu den beiden, die sie letztes Jahr ausschlug. Würde da nur nicht die Krankheit ihres Vaters über ihnen hängen wie ein Damoklesschwert...

Grace stellt mit ihrem Zwillingsbruder Henry und ihren 21 Jahren beinahe das jüngste Familienmitglied der Familie Featherstone dar. Als Tochter der Oberschicht hat sie sich kürzlich mit Adam Eversly verlobt, doch stellt es beinahe eine skandalöse Verbindung dar, hat er doch für Grace seine Verlobung mit einer anderen Dame gelöst. Grace ist ein kleiner Wirbelwind, liebt es durch die Ländereien Baths zu streichen. Nach außen hin erscheint sie stets ruhig und manchmal etwas unsicher, doch erstreckt sich in ihrem Inneren eine bemerkenswert klare Welt, voller Auffassungen, Einstellungen und Meinungen, die sie doch kaum zum Ausdruck bringen kann und nur vertrauten Personen offenbart. Sie ist herzlich, nachdenklich, aber auch voller Sehnsucht - etwa dem Bereisen ferner Ländern. Ihre eigenen Talente verkennt sie in ihrer schüchternen, angenehmen Zurückhaltung. Man kann mit jeglichem Problem auf ihre Hilfe hoffen, denn Grace unterstützt und interessiert sich für die Menschen, die ihr nahestehen und versucht gerne andere zum Lachen zu bringen. Doch gibt es auch Menschen, denen gegenüber die junge Frau verbittert ist und sodass es schwierig ist, ihr tiefes Vertrauen zu gewinnen. Grace ist stur und hat eine hohe Erwartungshaltung, die nur zu gerne enttäuscht wird. Zudem kann sie kein Blut erblicken und verabscheut abfällige Gespräche über andere Menschen. Ein reges Interesse zeigt Grace an Literatur. Außerdem begeistert sie sich für das Musizieren und für Spaziergänge. In ihr schlummert eine abenteuerliche Seele, die für vielerlei Neues offen ist und die Bereicherung neuer Erfahrungen in ihrem Leben genießt. Weiterhin zeigt Grace ein großes Interesse an Literatur, doch auch politische Themen sind für sie von Interesse.

Gwendolyn Loxley ist eine respektable Dame aus einer respektablen Familie. In der Vergangenheit war sie vielleicht manches Mal ein wenig freigeistiger als ihr zustünde, aber wenn es nach den Gerüchten in Bath geht ist sie doch auf gutem Wege in jeder Hinsicht noch ein wenig respektabler zu werden. Mit ihren 25 Jahren ist eine Heirat inzwischen weniger wahrscheinlich, nachdem sie vor einiger Zeit eine nach dem Tod ihres Bruders geschlossene Verlobung gelöst hat. In Bath spekuliert man jetzt, ob sie sich eher einer wohltätigen Tätigkeit oder vielleicht den Künsten widmen wird.

Madame Moreau, hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich die skandalösesten Geschichten über diese außergewöhnliche Seherin. Josephine de Beauharnais, die Kaiserin der Franzosen soll ebenso zu ihren Kundinnen gehört haben wie die russische Zarin. Sie liest aus der Hand ebenso geschickt wie aus Teeblättern. Weissagungen aus ihren Karten erfüllen sich und sogar Kontakt zu Toten soll sie herstellen können. Die mysteriöse Saloniere ist heute eine der begehrtesten Wahrsagerinnen der Stadt. Ihr Titel, Baronesse de Malesherbes ist ebenso falsch wie ihre gut gespielte Trance während sie eine Seance abhält. Beides jedoch öffnet ihr Tür und Tor zur besten englischen Gesellschaft. Madame ist eine scharfzüngige Lügnerin und glänzende Schauspielerin, überdies hat sie Geschick im Falschspiel und versucht sich immer öfter als natterngleiche Intrigantin. Sie bewegt sich bei den feinen Leuten ebenso galant wie sie sich in der Halbwelt zu behaupten weiß. Spinnt dabei ihre Netze und knüpft ihre Verbindlichkeiten.

Die 28-jährige Irene Gray hat es endlich hinter sich bringen können - sie ist verheiratet. Nach vielen Rückschlägen hat sie es mit einem Mann vor den Traualtar geschafft. Und was für ein Mann das ist! Halb England beneidet sie um ihn, Charles Gray. Ganz so glücklich ist Irene nicht - als verwöhnte Tochter eines Dukes ist sie eben schwer zufrieden zu stellen. So weiß sie zwar zu schätzen, dass ihr Mann sie mit der Heirat aus einer prekären Situation gerettet hat, wünschte sich aber, die Vermählung wäre so unspektakulär verlaufen, wie viele andere auch.


Marian Dormer wurde vor einundzwanzig Jahren in die Upper-Class-Familie Knightley hinein geboren und wuchs als jüngste von drei Geschwistern in Bath auf. Vor knapp drei Jahren heiratete sie Frederick Dormer, den ältesten Sohn von James Dormer, Baron Dormer, und stieg somit in die Aristokratie auf. Bis vor kurzem lebte sie mit ihrem Ehemann in London und obgleich die Ehe der beiden nach außen hin glücklich zu sein scheint, wird sie doch dadurch belastet, dass Marian Frederick noch immer kein Kind geboren hat. Und noch ein anderes Geheimnis hütet Marian – und dieses Geheimnis darf ihr Mann niemals erfahren. Sie fühlt sich zu Frauen hingezogen und war früher in ihre beste Freundin Cecilia verliebt. Und so wirklich erloschen sind jene Gefühle noch immer nicht, auch wenn Marian sich des wohl niemals eingestehen würde. Vor einigen Wochen zogen Frederick und Marian wieder nach Bath, wo die junge Frau nicht nur ihre Familie wiedersehen wird, sondern auch ihre verlorene Liebe.

Marianne, die ewige, sture Jungfer - und nun ist sie endlich verheiratet! Wer hätte das nur erwartet? Da wird die Miss Parlic 26 Jahre und einen Monat später, im März 1816, ist sie endlich vom Heiratsmarkt hinfort. Dabei hätte man dies bei ihren festsitzenden und vollkommen realitätsfernen Vorstellungen von einer Liebesheirat erwarten können. Dass es auch gerade der frisch gebackene Earl Jonathan Wentworth ist, der ihr Ehemann wurde, wo doch dieser so vernünftig und verantwortungsbewusst ist. Wirklich unglaublich! Aber eine glückliche Ehe wünscht man der Earls-Gattin sicherlich, als Waise wuchs sie bei ihrer Patentante auf, hat daneben nur noch ihren sozial inkompatiblen Bruder und ein wenig Glück in einer eigenen Familie tut da sicherlich nicht weh. Nun stellt sich nur noch die Frage, wann Kinder kommen und wann endlich ihre beste Freundin Gwendolyn unter die Haube kommt.

Mit 76 Jahren gibt es nicht mehr vieles, das Marjorie Duncombe aus der Fassung zu bringen vermag. Lauwarmer Earl Grey vielleicht. Oder die eine oder andere Neuerung, steht die alte Lady Veränderungen doch prinzipiell eher skeptisch gegenüber. So konservativ Marjorie auch ist, sollte man ihr dennoch nicht vorwerfen, gänzlich in der Vergangenheit stehen geblieben zu sein. Ihr Scharfsinn ist in Kombination mit ihrer Schlagfertigkeit eine Waffe, die schon manch einem vorlauten Jüngling zum Verhängnis geworden ist. Im Laufe ihres langen Lebens hat Marjorie es als Duchess of Manchester perfektioniert, sich nicht nur stilsicher auf dem gesellschaftlich-politischen Parkett zu bewegen, sondern sich auch eine immense Menschenkenntnis anzueignen. Vielleicht rührt daher auch ihre Faszination für die Botanik - wer bereits oft in menschliche Abgründe geblickt hat, weiß irgendwann die Gesellschaft von Pflanzen zu schätzen. Diese Ansicht teilt sie mit Königin Charlotte, mit der sie zudem eine tiefgehende Freundschaft verbindet. Seit dem Tod ihres Mannes ist Marjorie kaum noch im gesellschaftlichen Leben präsent. Sie zu unterschätzen, wäre dennoch ein fataler Fehler.

In Adelskreisen kennt man Perpetua Lucille Agnes Cockbaine als eine herrische, alte Dame. Alt, das ist sie mit ihren 67 Jahren sehr wohl. Und herrisch - nun, irgendjemand muss das Ruder eben in der Hand behalten. Sie trägt seit kurzem Trauer, denn im Frühjahr 1815 wurde Perpetua zur Witwe. Ihr Mann hinterließ ihr ein anständiges Vermögen, aber weil sie ihm keinen Erben hinterließ, wird die Familie die Titel verlieren. Um das zu verhindern, hat Perpetua jedoch bereits einen Plan gefasst. Der Prinzregent hat eingewilligt, dass in einem Wettstreit ein neuer Erbe für Titel und daraus resultierende Einkünfte von ihr selbst bestimmt werden dürfte. Und so haben sich einige Neffen zu einem äußerst perfiden Spiel bereit erklärt, das der alternden Duchess ein wenig Aufschwung in ihrem Traueralltag gibt.

Rosaline FitzGilbert, née Featherstone stieg nach ihrer Hochzeit mit Richard FitzGilbert in der Gesellschaft auf. Sie bewegt sich auf durchaus noblem Parkett, denn seit kurzem ist sie eine Duchess. Sie selbst hätte das niemals gedacht, hatte man sie doch eigentlich mehr oder weniger zur Heirat überreden müssen. Nun ist die 27-Jährige sogar Mutter eines Sohnes und entdeckt ganz neue Seiten an sich.

Lady Susan Hamilton ist das fünfte Kind des 9th Duke of Hamilton. Sie ist der Nachzügler der Familie und mit ihren 29 Jahren über zehn Jahre jünger, als ihre jüngste Schwester. Sie dienst als Hofdame der Königin und hat durch ihren extrovertierten Charakter schon früh dafür gesorgt, dass jeder ihren Namen kennt. Susan ist bekannt für ihr ausgelassenes Wesen. Sie liebt es zu tanzen und trinken. Sie ist gewissermaßen recht aufmerksamkeitsbedürftig, was auch ihre Vorliebe dafür den Herren bei Hofe die Köpfe zu verdrehen begründen mag. Susan liebt ihr unbeschwertes Leben und kostet dies in vollen Zügen aus. Sie ist verschwenderisch, verprasst Geld gerne für Kleidung und Schmuck. Sie weiß immer über die neusten Gerüchte am Hofe bescheid und streut nicht selten das ein oder andere selbst. Susan ist eine waschechte Schottin und als eine solche ist sie der Königsfamilie insgeheim nicht all zu gut gesinnt. Insgesamt scheint sie über ein sehr starrsinniges Wesen zu verfügen. Ihre Leidenschaft lebt Susan seit einiger Zeit auch im Reitsport aus. Von ihrem Vater hat sie viel über Pferderennen gelernt und möchte sich bald selbst mit einem Hengst an eben solchen versuchen. An eine Heirat denkt die Hamilton nicht. Ihre Freiheit möchte sie sich von niemanden nehmen lassen. Leider ist dies nicht allein ihre Entscheidung, wenngleich sie es ihrer Familie mit ihren zahlreichen Skandalen nicht gerade leicht macht einen willigen Mann zu finden.

Adam mag kein einfacher Mann sein. Er ist ein sarkastischer, ironischer und diskussionsfreudiger Mensch, der gerne auf den Problemen anderer herum reitet. Er ist Besitzer einer Pferdezucht in Bath, die er jedoch sehr heruntergefahren hat, nachdem sein verstorbener Vater sie ihm vererbte. Viel lieber steckt er seine Energie in die Firma für die neuen Gaslampen in London. Der 32-Jährige ist noch ledig, was verwunderlich ist, denn zwar hat er keinen Titel, dafür aber Vermögen und mag für die eine oder andere eine herausragende Partie sein. Nur, dass Adam nicht viel auf das heiraten gibt. Schlecht dafür, dass er sich verliebt hat. Und genau dann, als er versucht, das Versprechen seines Vaters zu halten, eine ganz andere zu ehelichen.

Sir Alexander Tiberius Walsingham gehört der Aristocracy an. Er ist kaum in Adelskreisen bekannt, da er sich als Soldat oft fern der Heimat aufgehalten hat. Auch hat sein älterer Bruder, welcher einen Großteil des Besitzes des Vaters und ebenso dessen Titel erbte, ihn nicht weiter präsentiert. Es ist bekannt, dass sein Bruder Lord Anthony Julius Walsinham, Earl of Shaftesbury , einen Bruder hat aber man fragte aus Gründen der Höflichkeit nicht näher nach, da Anthony stets auswich. In der Familiengeschichte gibt es Zerwürfnis zwischen den beiden, welches beide schwer belastet und bis heute dazu führt, dass im Hause Walsingham nicht miteinander gesprochen wird. Alexander ist inzwischen in ein Alter gekommen, wo man nicht mehr mit jungen Männern konkurierren kann. Dennoch ist er noch ansehnlich und groß gewachsen. Er hält sich mit eisener Disziplin fit und trainiert regelmäßig mit erlernten Techniken. Dies macht ihn kräftig und seine Erscheinung wirkt ehrfurchtgebietend, da er einen Raum einnimmt und schon durch seine Pose klarstellt, dass er ein Kommando hält. Alexander ist Commandant (stellv. Regimentschef) der 1st Foots Guards, einem elitären und besonderen Garde-Regiment, welches nicht nur unmittelbar seiner Majestät dient, sondern auch an jedem bekannten Konflikt des Empire teilgenommen hat. Im Zuge seines Dienstes wurde Alexander ebenfalls zum Ritter (Order of the Bath) geschlagen. Trotz aller ehrbaren Erfolge, ist er sarkastisch, zynisch, leicht vereinsamt und mehr Soldat als wirklicher Lebemann.

Alistair gehört dem Adel an und erscheint meist sehr ernst, insbesondere, wenn er seiner Arbeit nachkommt. Er ist ein strenger Arzt, der von sein Patienten jedoch hoch geschätzt wird. Er hat ein offenes Ohr für die Sorgen derer, denen er helfen möchte. In seiner sachlichen Art sich auszudrücken, ist seine Empathie jedoch oftmals nicht herauszuhören. Er ist eher reserviert, wenn es um persönliche Belange geht. Seit dem Tod seiner Ehefrau vor drei Jahren lebt er zurückgezogener. Den Verlust hat er nie ganz überwunden. Seine Dienstboten treffen den Sohn des Hausherren deshalb oft am Kamin sitzend an. Mal mit einem Buch in der Hand oder grübelnd in die Flammen starrend. Er ist gerne für sich, lässt sich aber auch hin und wieder auf einer der Gesellschaften in Bath blicken. Wenn er in passender Stimmung ist, kann er sich auch charmant und redselig zeigen. Er mag guten Humor, auch wenn er selbst nicht viele Lacher auf seiner Seite hat. Da er ein intelligenter Mann ist, kann man sich mit ihm eigentlich über alles unterhalten. Zudem diskutiert er auch mal gerne. Seine Familie drängt ihn nur, sich wieder eine Frau zu suchen. Schließlich müssen Erben her.


Barnaby Nicholas Paulet ist der zweitgeborene Sohn des Marquess of Winchester. Beziehungsweise inzwischen der kleine Bruder des besagten Marquess, nachdem der Titel an den ältesten Bruder Charles übergegangen ist. Durch seinen deutlich verantwortungsvolleren Zwillingsbruder Leopold abgesichert nie allzu weit oben in der Erbfolge zu stehen hat Barnaby 25 Jahre lang ein Leben geführt, das hauptsächlich von Vergnügen anstatt von Pflichten geprägt war. Er frönt den Leidenschaften des Kartenspiels, des Würfelns (und der Betrügerei bei beidem), der Mode und der Pferdewetten. Was davon ihn am häufigsten bei seinem Bruder um Geld bitten lässt ist manchmal schwer auszumachen.
Nachdem sein Leben bei der Marine in deutlich ruhigere Bahnen gelenkt wurde und Barnaby sich wieder Erwartens sogar als sehr geeignet entpuppt und zuletzt den Rang eines Lieutenant bekleidet hat, ist er seit Kriegsende wieder in London und Bath anzutreffen. Die Trauer um seinen im Krieg gefallenen Zwillingsbruder ist ihm dabei eine willkommene Ausrede seinen Lebensstil möglichst unstet zu gestalten und seine Bitterkeit an seinen Mitmenschen auszuleben. Doch auch Tote haben Geheimnisse und das von Leopold hinterlassene malt sehr gut und ist eines Tages in Barnabys Salon aufgetaucht.

Der Charmeur, der Rhetoriker, der Abtrünnige, der Franzose - Cédric Amaury Durand kommt aus einer langen Ahnenreihe des französischen Hochadels, die sich bis ins Jahr 1192 zurückverfolgen lässt. In den Wirren der französischen Revolution 1792 nach England immigriert, fühlt er sich sowohl seiner Geburtsheimat Frankreich, als auch seiner Wahlheimat Großbritannien verpflichtet. Mit seiner Loyalität gegenüber der Krone nimmt es der junge Vitcomte jedoch nicht sehr ernst. Er pflegt eine geflissentliche Abneigung gegenüber der Monarchie, ist sie doch der Grund für seine Zerrissenheit zwischen der Insel und Kontinentaleuropa und sieht sie am liebsten straucheln und in letzter Konsequenz fallen - Für ein besseres Morgen aller Bürger. Dennoch ist es weniger Altruismus, der ihn als Pamphletist und Aufwiegler für die graue, vergessene Masse eintreten lässt, als viel mehr Eigennützigkeit und dem Wunsch der Einflussnahme und eigener Machtbestrebungen. Dabei sich zu radikalisieren und mit der Erfahrung einer Verschwörung zum Sturz Napoleon I. auf seinem Kerbholz, würde sich Cédric nicht scheuen, das Blut Fremder als notwendiges Übel zur Erreichung einer neuen Ordnung zu vergießen. Selbstverständlich verschweigt er diesen Umstand hinter einer wohlerzogenen, äußerst kalkulierten und charismatischen Erscheinung, die nichts über die dunklen Gedanken preisgibt, mit denen er die Monarchie zu Fall bringen möchte.

Er ist derzeit in aller Munde, hat er doch als Held von Waterloo den Krieg gegen Napoleon Bonaparte gewonnen. Die Briten sind hellauf begeistert von dem charmanten, gut aussehenden und erst 25 Jahre jungen Charles Gray. Auf dem Höhepunkt seiner spektakulären Karriere diente er dem König zuletzt als Feldmarschall und wurde für seine Verdienste mit dem Titel 1st Duke of Wellington belohnt. Titel, Vermögen, Landbesitz - kein Wunder, dass sicher schon so manche junge Dame davon träumte seine Duchess zu werden und nun bitter enttäuscht sein wird, als bekannt wird, dass Gray seit neustem verheiratet ist. Irene Gray lautet der Name der (nicht ganz so) glücklichen Gemahlin. Charles muss nun also lernen sich in seine neue Rolle als Ehemann einzufinden und wendet sich beruflich der Politik zu. Zu dumm nur, dass er die Ablenkung und Versuchung in Form von Irenes rothaarigen Zofe immerzu vor der Nase hat.

Bekannt ist er als der Duke of Roxburghe, aber viel mehr scheint man über ihn nicht zu wissen. Denn jedem, der er begegnet, bleibt nur der Eindruck, dass es sich um einen äußerst verschlossen, schweigsamen und doch zu oft sarkastischen, gar zynischen, Mann handelt, der kein großes Interesse an einem simplen Gespräch zu haben scheint. Seine ablehnende Art und Weise beschert ihm daher einen nicht allzu guten Ruf als Zeitgenosse, sein Titel und Reichtum allerdings Zugang zu vielen Veranstaltungen. Und auch wenn einige Frauen ihn als Heiratspotenzial ansehen mögen, so scheint er kein Interesse an dem anderen Geschlecht zu haben. Ein kühler, unzugänglicher Gentleman, der sich seiner Intelligenz und Wortgewandtheit nur allzu sehr bewusst ist und andere gern spüren lässt, wie sehr sie im Unrecht sind.

Es dauerte 53 Jahre, bis Ernest Mildmay Fane begriff, dass die aufreibendsten Schlachten in den eigenen Reihen gefochten werden. Seit jeher gelang ihm in der Politik beinah mühelos die Gratwanderung zwischen Pragmatismus und Schlagfertigkeit. Doch die Front im eigenen Hause lässt ihn zumeist mit Ratlosigkeit zurück - sowie dem immer stärker werdenden Wunsch nach Ruhe und Zeit für sich. Womöglich findet er diese auch früher als erhofft: Beweist sich doch ein jedes Familienmitglied als Sargnagel eines potentiell verfrühten Grabes: Eine hysterische Ehefrau sowie drei Kinder mit einer bemerkenswerten Tendenz zum Sittenverfall. Doch glücklicherweise weiß der Earl of Westmorland diesen widrigen Umständen nicht nur ergrauende Haare, sondern auch eine gehörige Portion Zynismus und trockenen Humors entgegenzusetzen. Und vielleicht sogar ein kleines bisschen väterliche Zuneigung.

Ezra Albert Rothersby ist mit seinen 23 Jahren zwar noch nicht sonderlich alt, aber hat schon einiges im Leben gesehen. Er war mehrere Jahre im Krieg und hat das letzte gute halbe Jahr in Frankreich verbracht. Dort ist er auch seinem besten Freund Gideon näher gekommen. Doch seit er im Januar 1816 wieder in Somerset ist, fühlt er sich fremd bei seiner Familie und erträgt sein altes Leben kaum noch - besonders nicht, wenn Gideon so weit weg ist.

Als zweitgeborener Sohn des Herzog von Leinster hatte Frederick Yeoman Butler es zeitlebens nach eigenem Bekunden mehr als schwer. Dabei stand er sich allerdings in den meisten Fällen selbst im Weg. Welch eine glorreiche Zukunft wäre ihm beschieden gewesen: Ansehnlich und willensstark, nicht mit den allerbesten Manieren aber durchaus privilegiert, ein Sohn aus allerbestem Hause endete er gesellschaftlich und familiär geächtet und daran trägt kein anderer Schuld als er selbst. Von Trotz, Neid und Missgunst zerfressen, geblendet von Selbstmitleid und Schwarzpulver verlebt er heute nach einer kurzen militärischen Laufbahn ein trostloses Leben in Bath und zerrt an den Nerven seiner Familie. Er mag beinahe blind sein, und doch gefällt er sich in seiner Rolle als schwarzes Schaf der Familie und sein beißender Zynismus ist weithin gefürchtet. Sein Bruder, der künftige dritte Duke of Leinster drängt nun darauf, sich doch endlich in den Schoß der Ehe zu begeben und der Familie nicht länger zur Last zu fallen, während Freddy, wie man ihn gemeinhin immer noch nennt lieber das Vermögen des kränkelnden Vaters durchbringt, der seinem Sohn vor Jahren den Geldhahn auf ein Minimum zugedreht hat.


Gabriel Octavius Fane genießt sein Leben mit vollen Zügen, denn er rechnet damit, dass dieses nicht mehr allzu lange dauern wird. Wer hätte denn gedacht, dass der kränkliche Junge überhaupt 26 Jahre alt werden kann? Doch das Asthma hat er mit Opium ganz gut im Griff — und das Opium hat ihn im Griff. Als Aristokrat wäre es vielleicht sinnvoll zu heiraten, aber stattdessen ist er lieber ungebunden und sorgt dafür, dass manche Männer öfter mit ihm als mit ihren Ehefrauen schlafen. Seine Familie sieht ihn am liebsten in Bath, um seiner Gesundheit Willen, doch der Taugenichts verbringt seine Zeit viel lieber im wesentlich spannenderen London — wenngleich er Familiendingen in Bath nicht immer entkommen kann.

George Alexander Crawford entstammt als Duke of Norfolk einer altehrwürdigen Adelsfamilie, die... nun ja, gewisse monetäre Engpässe überwinden musste - was ihm durch die Vermählung mit Faith Crawford auch geglückt ist. Auf den ersten Blick wirkt der Duke charmant und charismatisch. Sein Scharfsinn und Konversationstalent machen ihn zu einem gern gesehenen Gast auf Gesellschaften - da käme wohl kaum jemand auf die Idee, dass George stattdessen viel lieber in irgendeinem Pub seinem unstillbaren Durst nach Leben, Vergessen und Gedankenstille nachhängen würde. Das Glücksspiel lockt ihn, während das Glück ihn nicht selten narrt und ihn dadurch bereits um sein Vermögen brachte. Von vielen wird er beneidet, von manch einem verachtet, doch inbrünstig gehasst wird er vor allem von sich selbst.

Gideon FitzGilbert - der lang verschollene Sohn des Dukes of Northumberland. Nun ist er wieder reichlich verspätet aus dem Krieg zurückgekehrt, eine Kriegsgefangenschaft hat er hinter sich, munkelt man. Wer den 21-Jährigen von früher kennt, merkt, dass der Krieg seine Spuren an den früher gedankenlosen Jungen hinterlassen hat, jedoch steckt auch noch der mutige und gesellige Junge von damals in ihm. Gideon ist erst seit Januar 1816 wieder zurück in England und fühlt sich dort noch nicht wirklich angekommen, ein gar normales Leben fühlt sich nach den erlebten Ereignissen merkwürdig und fremd an. Dennoch findet er recht elegant zurück in das Leben, wenngleich ihn viele Dinge negativ überrascht haben, wie das plötzliche Dasein einer neuen Stiefmutter und eines Halbbruders.

Sobald der Duke of Devonshire einen Raum betritt, verstummen alle Gespräche und aller Augen richten sich auf dem eleganten, stattlichen Mann. Fast jeder Gentleman möchte ein Gespräch mit Graham Cavendish führen und fast jede Dame fächert sich eilig Luft zu, sobald sich seine Augen auf sie richten. Auf gesellschaftlichen Anlässen ist er und seine reizende – wenn auch unterkühlte - Ehefrau Caroline, überaus gern gesehene Gäste. Doch der 36-Jährige Herzog verbringt viel lieber Zeit bei der Jagd zu Pferd, unter Freunden im exklusiven Herrenclub oder in exquisiter Zweisamkeit mit einer seiner aktuellen Geliebten.


James Edmund Westbrooke, Viscount Maidstone, im Krieg als Captain abkommandiert, Erstgeborener des sterbenden Earl of Winchilsea and Nottingham ist... eigentlich nicht verkehrt, will man dem, was seine Freunde sagen, Glauben schenken. Galant, wohlerzogen, ein Traumschwiegersohn, der sich ja doch irgendwie zu zieren scheint - oder ist es nur die grundsätzliche Zurückhaltung, die junge Männer im Bezug aufs Heiraten eben hegen? Wenn nicht auf Soireen oder Bällen zugegen, trifft man James häufig im Gentlemen's Club mit einem Glas Brandy in der Hand, beim Rudern oder zu Besuch bei diversen Freunden an, nicht selten auch in Gesellschaft schöner Frauen. Souverän navigiert er sich durch jegliche soziale Interaktion oder geschäftliche Situationen, genießt es, zu tanzen und manches Mal auch selbst Musik zu machen.

John Parlic ist wohl der unbegehrteste Junggeselle Englands. Die einen bezeichnen ihn als arroganten Snob, die anderen einfach nur als zynischen Menschenhasser, doch ist er keines von beidem. Seine Eltern sind beide schon in jungen Jahren verschieden und so ist er mit seiner Schwester Marianne der Letzte, der den Namen Parlic trägt. Mit seinen 30 Jahren wäre er dennoch im besten Alter eine Frau zu heiraten, doch er steht der Ehe sehr kritisch gegenüber und zweifelt gar an der Existenz der Liebe! Wenn da nicht Gwendolyn Loxley wäre, die ständig durch seine Gedanken wandert und ihn an seinen Grundsätzen zweifeln lässt.

Jonathan Bancroft studiert zurzeit mit seinen 22 Jahren noch in London Medizin und genießt die Tatsache, dass er noch nicht verheiratet ist und hofft, dass sich das nie ändert. Er ahnt nichts davon, dass sein Vater da Pläne hat, schließlich ist Jonathans älterer Brder vor einiger Zeit von der Treppe gestürzt - was keiner weiß: Jonathan hat nachgeholfen.

Wenn es etwas gibt, das Jonathan Anthony Wentworth ganz besonders gern hat, dann ist das Vornehmheit. Edle Stoffe, erlauchte Gesellschaft, ein köstlicher Tropfen Wein - das kann den 35-Jährigen glücklicher machen, als jede Frau es je könnte. Deshalb hat er sich bisher auch geweigert, zu heiraten und genießt sein Junggesellendasein in vollen Zügen. Er mag es, begehrt zu werden, denn wenn er verheiratet ist... Nun, dannn ist es damit vorbei. Und es gibt eine Menge an Jonathan zu begehren. Er ist nicht nur Besitzer einer heißen Quelle und einiger Großgründe im Umland von Bath, mittlerweile ist er sogar ein Earl. Dennoch, so scheint es, als würde sein Herz unweigerlich beim Anblick von Miss Marianne Parlic höher schlagen. Deshalb hat er sie auch geehelicht. Endlich.

Richard FitzGilbert ist 42 Jahre alt, trägt die Titel Duke of Northumberland, Marquess of Somerset, Baron Whitehall und lebt mit seiner Gattin Rosaline FitzGilbert in Bath. Sie sind erst seit kurzem verheiratet und mit jedem Tag findet er mehr Gefühle für seine Auserkorene, doch ist er sich nicht sicher, ob dies auf Gegenseitigkeit beruht. Seine beiden Töchter haben ihre neue Mutter gut akzeptiert, sein ältester Sohn jedoch gilt als verschollen und bereitet Richard viel Sorge. Dafür lenkt ihn der kleine Humphrey ab, das erste Kind, dass Rosaline ihm gebar.

Mit 51 Jahren sollte ein Mann verheiratet und mit vielen Kindern gesegnet sein, sollte man zumindest meinen. General Thomas Garth betitelt sich jedoch bisher als Junggeselle. Das bedeutet jedoch nicht, dass er sich die lustvollen Vorteilen der Ehe entgehen lässt - im Gegenteil. Bereits zwei Kinder sind seinen Lenden entsprungen, jedoch nur von einem weiß er und dieses Kind trägt ausgerechnet seinen Namen. Das geheime Kind jedoch ist einer Affäre mit der damals noch jugendlichen "Princess Sophia entsprungen, welche von einer Reihe weiterer Gespielinnen ersetzt wurde. Der Earl of Coventry hat jedoch neben seinem Privatleben auch eine erfolgreiche Laufbahn beim Militär absolviert. Er ist Königlicher Stallmeister und dem Titel entsprechend gilt eine große Leidenschaft den Pferden. Stets ist er auf der Suche nach neuen Zuchttieren, um seinen Stall auszuzeichnen.

Victor Leopold Clifford Cavendish stammt aus einer der höchsten Adelsfamilien des Landes und ist mit seinen 27 Jahren tatsächlich auch schon weit herumgekommen. Er ist gerade aus dem Krieg in sein Heimatland zurückgekehrt - noch dazu mit einem frischen Adelstitel im Gepäck. Er wirkt oft arrogant und liebt den Wettbewerb – auch um Frauen, deren Herzen ihm schnell zufliegen. Doch lacht er ebenso gerne und liebt Feste und Bälle. Gerne neigt er allerdings auch zu leichten Wutausbrüchen und lässt sich nur ungern herumkommandieren. Ein wenig verwirrt ist er auch über seine Gefühle einem jungen Mann gegenüber – hält das aber für eine Art „Nachkriegsfolge“. Ein Grund mehr sich auf das gesellschaftliche Leben mit vielen schönen Frauen zu stürzen.

Upper Class
Aislinn entstammt einer hochrangigen Upper Class Familie, die sie jedoch früh durch einen Brand verlor. Seit dem Tod ihrer Familie vor sechs Jahren ist sie Mündel der Familie Butler und soll nun wohl sogar mit deren zweitältesten Sohn verlobt werden, wenn es nach der Familie geht. Sie ist nicht wirklich groß, doch von einer besonderen Anmut. Sie hat wohl nicht die weiblichen Rundungen wie viele ihrer Freundinnen. Schokoladenbraunes Haar umrahmt in Wellen ihr Gesicht, wenn sie es nicht bändigt. Ihre Lippen sind meist in zarten Tönen geschminkt und Aislinn legt Wert auf ihr Äußeres. Meist fallen ihre zierlichen Schultern und Hände auf, ebenso wie ihre Manieren und ihre Tugendhaftigkeit. Zudem kleidet sie sich sehr nach der aktuellen Mode Aislinn hat ein sonniges Gemüt, ist zuversichtlich, herzlich, charmant, sensibel, vertrauenserweckend und durchdacht. Man kann sie als Vorzeigetochter/-verlobte bezeichnen und die junge Frau zeigt ein großes soziales Engagement. Weiterhin ist sie jedoch fordernd, stur, hektisch, jugendlich wild. Sie kann schlecht lügen, hat eine Schwäche für Schmuck und Kleider, verschließt sich, wenn man sie verletzt und hat Schwierigkeiten mit Menschen, die sie nicht kennt, Kompromisse einzugehen.

Alicia ist 19 Jahre alt und bereits verlobt und zwar mit niemand geringerem als Noel Montague. In diesen ist das junge Mädchen mit dem großen Herzen Hals über Kopf verliebt und bemerkt in ihrer Gutmütigkeit nicht einmal, dass diese Gefühle gar nicht erwidert werden. Alicia ist als fünftes von sechs Töchtern in die Familie der Reynolds hineingeboren und besticht wohl vor allem mit ihrem ehrlichen und gutherzigen Wesen. Sie schafft es in jeder noch so unfreundlichen Person das Gute zu sehen und verliert sich gerne in Tagträumen über eine Zukunft wie aus den Liebesgeschichten, welche sie so gerne liest. Sie ist eine aufgeweckte und aufgeschlossene junge Frau, der es leicht fällt neue Bekanntschaften zu machen und Menschen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Dafür kann sie mit negativen Ereignissen nicht sehr gut umgehen und neigt dazu überaus emotional zu sein.

Jung und schön, mit Porzellanhaut und einer tiefroten Mähne, die besonders in den für sie charakteristischen Flechtfrisuren ihresgleichen sucht, ist Arabella wohl die Kriegswitwe, die man sich vorstellen möchte, wenn man an all die Frauen denkt, deren Ehemänner nie zurückgekehrt sind. Dass der Tod ihres Ehemannes ihr erst die Möglichkeiten gegeben hat, zu leben, wie sie es möchte, und zu tun, was sie für richtig hält, das übersieht man dabei gern; dass sie beispielsweise ein gutes Stück ihres Einkommens in ein Armenhaus pumpt, welches sie selbst betreibt, oder gerne ausschweifende Soireen und Bälle hält. Sie mag zwar nur Upper Class sein, doch sie wurde in die Aristokratie geboren, und in vielerlei Hinsicht haftet das der bald Dreißigjährigen noch immer an - nicht umsonst lässt sie sich schließlich als The Honorable Mrs. Cornish ausrufen, wenn sie Ballsäle betritt. Auf eine weitere Ehe scheint sie indes gar nicht allzu erpicht zu sein - die jungen Herren im heiratsfähigen Alter sind ihr zu großen Teilen noch zu jungenhaft, und eine Ehe im Allgemeinen erscheint ihr zu einengend. Lediglich, wenn es um das Potenzial geht, vielleicht noch ein, zwei Kinder in die Welt zu setzen, wird sie hellhörig; dass junge Mädchen ihres Hintergrundes schließlich vor allem zu guten Müttern und Hausherrinnen erzogen werden, ist schließlich kein Geheimnis.

Betsy Chapman erblickte vor am 14. Januar 1798 in Bath das Licht der Welt. Sie ist das jüngste Kind und die zweite Tochter des Chapman Ehepaares. Vor ihr wurde bereits ihre ältere Schwester Eliza geboren. Betsy wuchs in einem wohlhabenden zu Hause auf, in welchem es ihr an nichts mangelte. Sie hatte keine Schule besucht, wurde jedoch zu Hause von ihrer Mutter in den Dingen unterrichtet, die jene für wichtig befunden hatte: Musizieren, Sticken und Handarbeit. Zusätzlich erlernte sie auch das Lesen und Schreiben. Schlussendlich galten jene Dinge jedoch nicht ihrer eigenen Bildung, sondern ihrer Zukunft als Ehefrau. Wen sie heiraten würde, hatte dabei jedoch schon früh festgestanden. Jack Dashwood, der Sohn des Geschäftspartners ihres Vaters, der als Händler im Wollehandel tätig war, wurde schon früh als potenzieller Ehemann auserkoren und nachdem der Ruf ihrer Schwester, nach dem Tod deren Mannes, zunehmend unter boshaften Gerüchten litt, wurde ihre Verlobung zu Jack nun auch bekannt gegeben. Betsy ist es gewohnt, eine zufriedenstellende Tochter zu sein und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, gerecht zu werden. Dementsprechend ignoriert sie auch die Tatsache, dass sie Jack nicht sonderlich viel abgewinnen kann.

Die Jüngste von sechs Schwestern zu sein ist gar nicht immer so einfach – so viele Vorbilder, an welche man heran reichen möchte und so viele Anforderungen, welche man an sich selbst stellt. Doch Caroline Reynolds, welche mit ihren siebzehn Jahren das Nesthäkchen der Familie Reynolds ist, hatte nie das Gefühl gehabt, an ihre Schwestern heran reichen zu müssen. Zwar haben all ihre Schwestern etwas an sich, wofür sie jene bewundert und in manchen Situationen wünscht sie sich, mehr so sein zu können wie eine ihrer Schwestern, doch solche Unsicherheiten hatte die junge Frau stets mit einer großen Portion Selbstbewusstsein aus dem Weg räumen können. Caroline war bereits als Mädchen sehr vorlaut gewesen – und hatte sich deshalb schon des öfteren Standpauken von ihrer Mutter und ihrer Gouvernanten anhören müssen. Manchmal denkt sie einfach nicht nach, bevor sie etwas sagt. So war es auch gewesen, als sie ihren besten Freund Jeremiah davor bewahrt hatte, des Mordes an seinem besten Freund beschuldigt zu werden, indem sie behauptet hatte, die Nacht mit ihm verbracht zu haben. Nun ist sie mit Jeremiah verlobt, welcher verhindern wollte, dass diese Lüge sie ruinieren könnte. Und ihre Gefühlswelt steht seither Kopf.

Cassandra ist die älteste Tochter der Reynolds Familie. Sie ist selbstbewusst, charakterstark und liebt es zu diskutieren. Sie schreibt Geschichten und versucht als Schriftstellerin zu arbeiten. Eine Ehe möchte sie nicht, denn sie würde sich von einem Mann darin zu beengt fühlen - ja wäre da nicht ein gewisser Mann in ihr Leben getreten. Heimlich besucht sie immer wieder Gesellschaften von mehr oder weniger mittellosen Künstlern, um sich mit ihnen auszutauschen.

Cecilia Reynolds ist die dritte Tochter der Upper-Class Familie aus Bath. Als eine von sechs Schwestern geht die 21-Jährige eher unter. Sie wird als unscheinbarer und schüchterner Charakter wahrgenommen, der nicht viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Cecilia ist dem auch ganz dankbar darum, denn sie interessiert sich nicht für Männer und empfindet es als anstrengend, im Mittelpunkt zu stehen. Cecilia hat ein sehr gütiges und hilfsbereites Herz, stets versucht sie, für alle anderen da zu sein. Talentiert ist sie in der Musik, das Geigenspiel und Gesang liegen ihr gut, auch ist sie der Malerei, der Botanik und dem Lesen von Büchern angetan. Cecilia ist eine Realistin, sie weiß, dass es für sie notwendig sein wird, zu heiraten, und doch ist sie hin und her gerissen, denn sie ist am weiblichen, und nicht am männlichen Geschlecht, interessiert.


Charlotte ist bereits 21 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Bath. Dort wuchs sie unbescholten auf, zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Bruder. Ihre Tante Mrs Young lud sie nach London, wo sie einem Sir Moore begegnete, ihrer ersten großen Liebe. Doch trotz gegenseitiger Zuneigung blieb der heiß ersehnte Antrag aus. Enttäuscht von dem männlichen Geschlecht hat Charlotte darum Abstand zur Ehe und Liebe genommen. Doch insgeheim hofft sie immer noch, dass sich ihr Schicksal fügt und ihr Geliebter sie doch noch ehelicht. Sie verbringt ihre Zeit oft im Stadthaus ihres Bruders.

Mit siebzehn Jahren ist Darcy Wilmington nach dem Tod ihres Vaters eine Waise, doch hat sie mittlerweile einen Vormund und ist bei eben jenem kürzlich eingezogen. Darcy zeigte stets viel Geduld mit ihrem Vater, warf es ihm nie vor, dass sie, je älter sie wurde, umso weniger Zeit zusammen verbrachten. Die Einfühlsamkeit mochte sie von ihrem Vater übernommen haben, der seine Patienten stets mit dem höchsten Respekt und Mitgefühl behandelte. Wenngleich sie es noch nicht weiß, schlummert ein romantisches Herz in Darcy, das nur darauf wartet, gefunden und geweckt zu werden. Da ihr Vater oft mit traurigen Diagnosen oder Schicksalen von seinen Hausbesuchen zurückkehrte, munterte die junge Frau ihn gerne auf und bringt andere gerne als Sonnenschein zum Lachen. Darcy ist außerdem sehr pflichtbewusst, aufrichtig und idealistisch. Doch wenn sie möchte, kann sie auch ausgelassen und charmant sein. Aber auch der Schatten lässt nicht auf sich warten. Darcy ist eine unscheinbare Frau, die das Urteil anderer fürchtet und nach dem Tod ihres Vaters Angst vor der Zukunft hat. Meist ist sie sehr angespannt, sodass dieser Umstand beinahe schneidend im Raum hängt. Mit ihrer romantischen Ader geht jedoch auch ihre Sensibilität und Empfindsamkeit einher und man sollte die Worte, die man wählt in ihrer Gegenwart bedenken. Dachte man so eben einen kleinen Blick auf Darcy erhascht zu haben, so kann dieser auch rasch wieder vorbei sein, denn sie ist Meisterin darin, sich zu verschließen. Ihr Vertrauen und Einblicke in ihr Inneres, sowie ihre Gefühlswelt muss man sich hart verdienen. Zuletzt muss man wohl festhalten, dass die junge Frau sehr an sich zweifelt und zwar der Einführung in die Gesellschaft entgegen sieht, aber zugleich weiß, dass sie den anderen Damen in vielfacher Hinsicht unterlegen sein wird.


Sowohl in der blühenden Metropole London als auch in Bath ist der Name Elaine Royce nicht unbekannt. Ihren zweiten Vornamen, Annis, kennen dabei allerdings die wenigsten. Normalerweise tritt die 31-jährige Erbin einfach als Miss Royce auf und ist dabei der Gesellschaft als elegante, aber kühle und alleinstehende Dame aus dem fernen New York in Erinnerung geblieben. Die ein oder andere böse Zunge erlaubt sich gewiss eine Frage nach ihrem Familienstand, doch die Zeit lehrte Elaine, geschickt zu kontern. Während sie einen Großteil des Jahres über in ihrem Stadthaus in London residiert, verbringt sie die Sommermonate und auch einen Teil der Feste am Jahresende jedoch am liebsten auf dem Zweitsitz im Kurort Bath. Mit ihrem Vermögen geht ein gewisses Ansehen einher, sodass Elaine beste Kontakte innerhalb der Oberschicht und ebenso teils in die Aristokratie pflegt. Ihre Familie hat sich den Reichtum über viele Jahrzehnte erarbeitet - der Vater Jurist aus reichem Hause, die Mutter stammte aus einer Industriellenfamilie. Heute verwaltet die Amerikanerin ihr Vermögen äußerst wachsam selbst, genießt dabei allerdings auch ein ausschweifendes Luxusleben. Zu ihrem liebsten Zeitvertreib zählen das Lesen, die Archäologie und das Reiten; mit ihrer Stute Cecily ist sie bei passendem Wetter im Park oder im Gelände anzutreffen, gelegentlich auch als Zuschauerin bei Fuchsjagden.

Sie wirkt fast zu ruhig, wie sie sich in einem Raum bewegt, scheint so in sich zurückgezogen, dass man sich beizeiten gar nicht trauen mag, sie anzusprechen; Eliza Featherstone ist wohl eine Klasse für sich. Seit dem Tod ihrer Mutter scheint eine schwere Last auf ihr zu wiegen und sie seither nicht mehr loszulassen, und an vielen Dingen, die sie früher noch genossen hat, hat sie keine Freude mehr. Ein Lächeln ist rar, dafür umso ehrlicher, und hat häufiger als nicht mehr mit ihren Hunden als den Menschen um sich herum zu tun. Für ihre neunzehn Jahre scheint sie, die mit vollem Namen übrigens Elizabeth Mabel Featherstone heißt, fürchterlich ernst zu sein - so, als könne sie ihre Jugend kaum genießen. In der Öffentlichkeit sieht man sie häufig an eines ihrer zahlreichen Geschwisterkinder geklammert und nur schwer von ihnen loszubekommen, fast, als habe sie Angst davor, sich tatsächlich mit Fremden zu umgeben. Ob so die vom Herrn Vater angepeilte Suche nach einem Ehegatten funktionieren wird?

Eliza Gladwin, geborene Chapman, erblickte als erste Tochter von Ida und Everett Chapwin am 24. September 1793 in Bath das Licht der Welt. Obgleich Mr. Chapwin – ein wohlhabender Gewürzhändler – sich sehnlichst einen Sohn gewünscht hatte, wurde dieser Wunsch ihm nicht erfüllt: die Chapwins sollten nur zwei Töchter bekommen, denn wenige Jahre nach Eliza kam ihre kleine Schwester Betsy auf die Welt. Eliza wuchs in der Upper Class auf: so fehlte es ihr nie an etwas. Sie hatte stets die schönsten Kleider und genug zu essen gab es auch immer. Mit zwanzig heiratete sie Alfred Gladwin, nachdem sie die Aufmerksamkeit des Gentleman auf sich gezogen hatte und jener ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte. Die Ehe war für Eliza jedoch sehr unglücklich, denn sie hatte ein Geheimnis: sie liebte einen anderen Mann. August war jedoch ein Stallbursche und obgleich die beiden eine heimliche Liebelei verband, hatte sie immer gewusst, dass er niemals ihre Zukunft würde sein können. Dennoch hatte sie sich ihm in einem Moment der Schwäche hingegeben und muss nun die Konsequenzen ihres Handelns tragen. Vor kurzem starb Alfred bei einem Reitunfall, was Eliza zu einer Witwe machte.

Felicity Reynolds ist zwanzig Jahre alt und seit ihrer Geburt mit einem gelähmten rechten Arm konfrontiert, der sie in der Kindheit eingeschränkt hat und sie nun gesellschaftlich vor Herausforderungen stellt. Sie zeichnet sich durch glattes, rotbraunes Haar, braune Augen und durchschnittliche Größe und Statur aus. Felicity besitzt ein ruhiges Naturell mit großem Wissbegier und mit der richtigen Person an ihrer Seite auch Wagemut. Sehr schnell lässt sich von etwas begeistern und kommt dabei nach ihrer Mutter. Ihre Begeisterungsfähigkeit geht jedoch auch damit einher, dass sich Felicity was sie tut, mit Herzblut und Hingabe nachgeht. Chaos sucht man bei ihr vergebens. Zudem ist sie ein verlässlicher, beschützerischer, gerechter und weltoffener Mensch, der jedoch über Menschen außerhalb ihrer Familie auch schnelle Urteile fasst und nicht jeden Standpunkt nachvollziehen kann, inbesondere wenn es sich ihrer Logik entzieht. Die junge Frau kann furchtbar dickköpfig, nachtragend und unnachgiebig sein. Anders als Alicia, die ihr ihr Herz ausschüttet, frisst Felicity ihren Kummer in sich hinein. Ihre Rationalität macht es ihr nicht möglich, an so etwas wie Liebe zu glauben. Häufig findet man sie jedoch auch nachdenklich oder bei wichtigen Themen in temperamentvollen Diskussionen. Beim Leben unter sechs Schwestern braucht Felicity jedoch auch viel Zeit für sich, steht wenig für sich selbst ein und kann nur schwer Entscheidungen treffen.

Harriet Reynolds, geborene Thomas, hat sich in die Upper Class eingeheiratet und führt ein gesittetes Leben in ihrem Anwesen nahe Bath. Mit ihrem Mann Alfred, einem Astronom, hat sie sechs Töchter erfolgreich zu jungen Damen erzogen. Drei von ihnen sind bereits verheiratet oder versprochen. Die anderen müssen noch unter die Haube kommen. Harriets größte Angst ist es, dass ihre Kinder verarmen könnten, wenn der Vater eines Tages nicht mehr lebte. Harriet ist eine gesellige, aufgeweckte Frau, die einen Hang zu Dramatik hat. Sie ist sehr temperamentvoll und liebt es noch immer, zu musizieren und zu tanzen - beinahe so sehr wie ihre Töchter.

Helena Katerina Nutbrown wurde vor 23 Jahren als Zweitgeborene der Familie West geboren. Ihr Vater, John West, ist der Bürgermeister von London und schon früh wurde sie in die Öffentlichkeit gerückt. Ihren Stand und ihr gutes Herz ist es wohl zu verdanken, das sie sich für die sozial Schwachen der Gesellschaft engagiert. Dies führt sie auch an der Seite ihres Ehemannes, Allen Nutbrown, fort. Mit ihm gemeinsam adoptierten sie Lilly aus dem Waisenhaus und gaben ihr ein neues Zuhause. Im April 1815 kam ihre Tochter Joanna Amelia auf die Welt. Als Mutter blüht sie geradezu auf und wünscht sich noch weitere Kinder.

Hyazinth ist das jüngste Kind und die einzige Tochter von George Reynolds. Aufgrund des tragischen Todes ihrer Mutter, lebte die junge Hyazinth für einige Jahre bei ihrer Tante. Mit der Zeit ist aus dem eigensinnigen Kind eine junge Frau herangewachsen, die ihrem Vater nach zu Urteilen zu viele Fragen stellt. Sir Reynolds wünscht sich, in der kommenden Saison einen geeigneten Ehegatten für seine Tochter zu finden. Doch Hyazinth hat andere Pläne.

Ilaria Giocasta Brucklehurst ist gebürtige Italienerin, genau genommen stammt sie aus der Gegend um Neapel. Geboren wurde sie als Tochter unbedeutender Eltern, die sie nur allzu bald als Vollwaise zurückließen. Doch sie selbst ist der festen Überzeugung, dass sie eigentlich eine Contessa der Familie Castiglione Morelli ist. Eine Vorstellung, die ihr Zefiro eingeflüstert hat, der sich seit Jahren als ihr Beschützer ausgibt, tatsächlich aber Ilarias großer Bruder ist. Gemeinsam mit ihm ist sie durch Europa gereist, so dass die 24 Jährige mehrere Sprachen spricht und viel von der Welt gesehen hat. Sie ist eine verträumte junge Frau mit zu viel Fantasie, die sich gerne vor der Realität in ihre Bücher flüchtet. Sie ist eine hoffnungslose Romantikerin und gerade deshalb macht ihre lieblose Ehe ihr sehr zu schaffen. Wenngleich ihr Ehemann Joseph Brucklehurst kein schlechter Mensch ist, so sind die beiden doch zu verschieden, als dass sie glücklich sein könnte. Gefangen in diesem Leben, von dem Zefiro ihr stets einredet, dass es ein gutes ist, sehnt sie sich nach ihren Träumen und beginnt sich vorzustellen nach Neapel zurückzukehren und die Contessa zu werden, die sie doch eigentlich ist.

Mit ihren neunzehn Jahren ist Iona das jüngste Mitglied der Familie Randall, die ihren Familienwohnsitz in Salisbury hat. Dort verlebte Iona auch die meiste Zeit ihres bisherigen Lebens. Es war ein schönes Leben mit drei älteren Geschwistern und zwei liebenden Eltern und wenn es nach Ionas zartem Gemüt gegangen wäre, hätte sich an dieser Familienidylle niemals etwas geändert. Leider kam alles anders, als ihr ältester Bruder Ewan Randall sich entschied, der Miliz beizutreten und dabei wenige Monate später bereits sein Leben verlor. Sein Tod zerstörte die gesamte Familie. Vater Horace wurde alkoholabhängig, Mutter Augusta depressiv und Ionas ältere Geschwister mussten sich fortan um alles alleine kümmern. Dies alles ist mittlerweile einige Jahre her - Ionas Bruder Jeremy übernahm die Handelsgeschäfte seines Vaters und ging nach London - und ließ seine beiden Schwestern, Mary und Iona bald schon nachkommen. Mittlerweile ist Iona also bereits seit einigen Monaten in London - und dort geradezu aufgeblüht. Die neuen Gesellschaften gefallen ihr gut und möglicherweise fällt bei der einen oder anderen Gelegenheit ja sogar ein Ehepartner für Jeremy, Mary oder Iona ab. Sie lässt sich durchaus von einer Männerbekanntschaft durcheinander bringen. Wie konnte ein zwielichtiger Kapitän wie Owen Pearce es nur schaffen, sie derart zu verwirren? Natürlich wollen ihre Geschwister nichts von so einer Bekanntschaft wissen und Iona gibt sich redliche Mühe, diesen Mann zu vergessen. Stattdessen versucht sie, sich auf die Beziehung zu ihren Geschwistern, die ihr das Wichtigste ist, zu konzentrieren.


Es gibt kaum ein Wort, welches James besser beschreibt als extravagant. Der 36 Jährige führt einen ausschweifenden Lebensstil und scheut nicht davor dies auch zu zeigen. Er gehört der Upper Class an, steht mit seinem Vermögen vermutlich aber auch dem Adel in nichts nach. Das Geld verdient hat er als Weinhändler, verkauft spanischen und portugiesischen Wein an das Königshaus und jeden der es sich leisten kann. Darüber hinaus betreibt er das Brook's, einer der angesehensten Gentlemens Clubs der Stadt, in den nur ausgewählte Mitglieder Zutritt finden. Diskretion wird dabei groß geschrieben, denn hinter den Türen des Clubs wartet nicht nur Alkohol sondern auch Glücksspiel und Frauen. Es überrascht also nicht, dass James selbst noch unverheiratet ist und sich anstatt sesshaft zu werden viel lieber darin übt regelmäßig den Anstand der aristokratischen Damen auf seine Beständigkeit zu prüfen.

Jane Dashwood ist das Nesthäkchen der Familie Dashwood. Ihre Familie ist bereits seit vielen Jahrzehnten im Wollhandel tätig und konnte sich durch die Geschäfte von Mr. Dashwood und seinem Geschäftspartner Mr. Chapman einen erheblichen Wohlstand aufbauen, sodass Jane sich zur Upper Class zählen darf. Die junge Frau ist eine wohlerzogene und liebenswerte junge Frau, welche gern musiziert und viel von Stickarbeit versteht, auch wenn sie insgeheim kaum etwas langweiliger finden könnte als sticken. Bald wird sie ihren achtzehnten Geburtstag feiern. Ihre Mutter ist bereits eifrig auf der Suche nach passenden Heiratskandidaten für Jane, doch noch ist sie ledig. Tief in ihrem Inneren will Jane jedoch nicht heiraten, denn sie fühlt sich insgeheim zu ihrer besten Freundin Betsy hingezogen. Vor drei Jahren ereignete sich ein schrecklicher Schicksalsschlag, welcher Janes Leben und das ihrer Familie vollkommen auf den Kopf gestellt hatte: ihre Zwillingsschwester Eleanor starb bei einem Brand. Obgleich sie im Laufe der Zeit lernte, mit dem Verlust umzugehen, vermisst sie ihre geliebte Schwester noch immer schrecklich.

Joan Barnes gehört dank ihrer Eltern der Upper Class an. Sie ist eine gut erzogene, junge Frau, die bereits 21 Jahre alt ist. Selbst sieht sie sich als alte Jungfer, da sie nach dem Tod ihres heimlichen Verlobten den Männern vorerst abgeschworen hat. Jeder, der um sie wirbt, wird höflich abgewiesen. Joan liebt es zu schreiben, auszureiten und anregende Gespräche über Philosophie und dergleichen zu führen. Intelligente Unterhaltungen oder Debatten sind der wortgewandten jungen Frau wesentlich lieber, als ein Tanz oder Kaffeekränzchen über Belangloses.

Joanna Seymour hätte sich niemals erträumt, dass sie eines Tages ihren Mädchennamen Burns oder gar ihren geliebten Beruf als Gouvernante ablegen würde. Doch der gleichermaßen charmante wie undurchsichtige Gentleman Eugene Seymour stahl nicht nur ihr Herz, sondern alsbald auch ihr Versprechen, künftig als Ehefrau an seiner Seite zu weilen. Dieser neuen Rolle wird Joanna mit viel Hingabe gerecht und vermag mit ihrer Belesenheit, Schlagfertigkeit und ihrem geselligen Naturell selbst das düstere Gemüt eines notorischen Grüblers aufzuhellen. Doch zunehmend droht Joannas vermeintlich unerschütterliches Selbstvertrauen in harsche Selbstkritik und innere Unruhe umzuschlagen. Genau genommen, seit sie zusammen mit Eugene in seinem Anwesen – und zusammen mit seinem Personal lebt, das ihr nicht allzu wohlgesinnt zu sein scheint. Obschon Joanna darum bemüht ist, möglichst schnell und gewissenhaft die ihr unbekannten Vorgänge und Gepflogenheiten des Hauses zu erlernen, bleiben ihr diese, ebenso wie die subtile, doch allgegenwärtige Feindseligkeit, ein Rätsel.

Schon seit früher Kindheit lebte Katherine mit ihrer Familie in Indien, doch starben ihre Mutter und Schwester sehr früh. Vor wenigen Monaten verstarb ihr Vater im Krieg und ließ Katherine allein zurück. Der jungen Frau steht eine lange Reise zu ihren Verwandten der Upper Class nach England bevor. Katherine ist ein rationaler Mensch, was womöglich eine Eigenschaft ist, die sie von ihre Vater geerbt hat. Nichtsdestotrotz ist sie sehr fürsorglich den Menschen um sich zugewandt. Widmet sich die junge Frau einer Aufgabe, so tut sie dies akribisch, ausdauernd, voller Energie und voller Überzeugung. Ihr Leben im Ausland hat sie zu einer begnügsamen jungen Frau erzogen, die nicht hohe Ansprüche an ihr Leben hat. Das Leid, das sie durch den Beruf ihres Vaters umgeben hat, hat sie eine gewisse Resilienz gelehrt. Katherine ist belesen, aber ebenso abenteuerlustig und naturverbunden. Doch es gibt auch Schatten, denn sie ist häufig angespannt, kann verletzend ehrlich sein und fürchtet sich nur vor wenigen Dingen, doch diese Risikobereitschaft kann sich als verhängnisvoll erweisen. Ihr wohnt ein unabhängiger, eigensinniger wie belehrender Charakter inne. Zwischenmenschlich ist es schwierig, Katherine zu lesen und zudem ist sie zuweilen recht inkonsequent in ihrem Handeln, wenngleich sie zugleich den Prinzipien ihres Vaters stets treu bleibt. Katherine ist ein klein wenig größer als die typische englische Frau. Ihre Haare sind von der Sonne geküsst mittlerweile von einem rotbraun. Ihre Augen sind wohl das hervorstechendste an Katherine mit ihrem unverkennbaren blau-grün Ton. Ohne es zu wollen, fällt Katherine sehr wohl in einem Raum auf, da sie im Auge der Engländer doch etwas andersartiges umgibt. Ihr Leben in Indien hat ihre Liebe für kräftige Farben in Hinsicht auf Mode geprägt.

Letitia Emily Ashton, geborene Hayes, scheint nach außen hin die perfekte Lady zu sein. Vor sechs Jahren heiratete die mittlerweile 24-Jährige Mr. Richard Ashton, welcher damals noch ein Major bei der British Army war, heute jedoch die Position eines Colonel bekleidet. Da ihr Ehemann direkt nach der Eheschließung der beiden in vielen Kriegen kämpfte, verbrachte die aus der oberen Middle Class stammende Letitia viel Zeit allein. Dennoch fügte sie sich in ihrer Rolle als Hausherrin aus der Upper Class ein und brachte zudem noch ihren Sohn Paul auf die Welt, welcher mittlerweile sechs Jahre alt ist. So perfekt Letitia nach außen hin auch zu sein scheint, so bröckelt diese Fassade mehr und mehr: die Ehe zu Richard – welcher im letzten Jahr endlich zurück nach Hause kehren durfte – ist nur noch eine Farce, denn glücklich scheinen beide nicht mehr zu sein. Das Komplizierteste in Letitias Leben ist jedoch, dass sie ein Geheimnis hütet: sie hat eine Affäre mit Captain Isaac Gladwin, welcher für ihren Ehemann wie ein jüngerer Bruder ist. Und obgleich die Schuldgefühle groß sind und Letitia weiß, dass sie alles verlieren könnte, kann sie sich einfach nicht von Isaac lösen, hat sie sich doch unsterblich in ihn verliebt.

Meistens schaut sie einen nur mit großen, hellen Augen an, ängstlich, lauernd, vorsichtig: das zehnjährige Waisenmädchen Lilly, das erst Anfang 1815 von Allen und Helena Nutbrown adoptiert wurde. In den Jahren zuvor lebte sie ein stilles, unbeachtetes und stummes Leben im Waisenhaus von Bath, in dem man sie als Säugling abgab. Inmitten von vielen anderen Kindern und trotzdem ohne jegliche Bezugsperson, fühlte Lilly sich immer einsam. Durch ihre Schüchternheit grenzte sie sich umso mehr aus und auch, wenn sie zu verstehen schien, was man ihr sagte, so gab sie einem doch nie eine Antwort. Aufgrund ihres damaligen Einzelgängerdaseins lernte Lilly nie, anderen Menschen zu vertrauen, was es ihr immer noch schwierig macht, fremde Menschen an sich heran kommen zu lassen. Doch die Monate in liebevoller, warmer, familiärer Umgebung, haben aus Lilly einen neuen Menschen gemacht. Mittlerweile betrachtet sie sich beinah schon als vollwertiges Mitglied der Familie Nutbrown und kann sich gar nicht mehr vorstellen, jemals wieder zurück zu gehen. Nicht nur ihren Eltern hat sie die Tore zu ihrem Herzen geöffnet, sondern auch ihrer neu geborenen, kleinen Schwester Joana. Lilly beginnt zu verstehen, was es heißt, eine Familie zu haben - und so beginnt sie auch, sich Fragen über ihre wahre Familie zu stellen: Wer waren sie? Wo lebten sie? und am wichtigsten: Warum haben sie mich nicht geliebt?

Mary Randall mag man zuallererst als eines bezeichnen: Eigensinnig. Mary ist eine leidenschaftliche Seele, die sich ungerne etwas gefallen und einreden lässt. Auch, wenn sich die 21-Jährige bemüht, bei ihrem Bruder nicht in Ungnade zu fallen und ihm keine zu große Last zu sein, denn er war es, der sie aus einem unglücklichen und untätigen Elternhaus heraus holte und nach London brachte; so schafft sie es regelmäßig, immer wieder aus der Reihe zu tanzen. Ihre Vorliebe für schicke Soldaten mag dabei das geringere Übel sein, denn wenngleich ihr Bruder Ewan im Krieg fiel, hält sie die Blicke für die Männer in Uniform nicht zurück. Auch ihr Interesse für Politik mag dem einen oder anderen aufstoßen. Wie soll man da nur einen Mann für das Mädchen finden?

Mirana Hopkins, die von ihren Freunden und Bekannten stets Minnie genannt wird, ist eigentlich als Frohnatur bekannt. Zuletzt wurde sie durch diverse Schicksalsschläge jedoch ziemlich aus der Bahn geworfen. Mit gerade einmal 21 Jahren hat sie nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihren Vater verloren und hat, abgesehen von ihrer jüngeren Schwester, keinerlei Verwandte mehr. Da ihre Familie der Upper Class angehört, ist Minnie bewusst, dass sie weitaus besser dran ist, als viele andere. Das Vermögen ihrer Eltern bringt ihr jedoch nichts, solange sie nicht darauf zugreifen kann. Der Traum, sich ein freies, selbstständiges Leben zu ermöglichen, einen normalen Beruf auszuüben und sich nicht von einem Mann abhängig zu machen, scheint aktuell schier unmöglich. Zumindest findet sie ein wenig Trost bei den Frauenrechtlerinnen, von denen die meisten ihre Ansichten und Träume verstehen können.

Penelope Brucklehurst - von allen aber nur Poppy genannt - sollte mit ihren 36 Jahren schon längst verheiratet sein, aber wie das Schicksal es so wollte, gab es nie das ausreichende Interesse eines Herrn. An ihrem Vermögen kann es nicht liegen, aber vielleicht schreckt viele Menschen ihre Art ab, denn sie plaudert umgemein gerne und auch sehr lange und verfügt über das ausgeprägte Talent, immer in unpassenden Situation aufzukreuzen und es durch ihre aufgeregte Art noch zu verschlimmern. Derzeit wohnt sie in Bath, bei ihrer Schwester und deren Familie (einschließlich der fünf Buben, die ausnahmsweise mehr Chaos stiften als Poppy selbst), da das Familienhaus veräußert wurde. Dabei hätte Poppy so gerne ihren eigenen Haushalt...

Geboren wurde die heutige Mrs. Durham als Theodosia Jane Walford. Ihren Zweitnamen hatte die junge Frau von ihrer Mutter bekommen, welche bereits in der Nacht ihrer Geburt wegen unvorhersehbarer Komplikationen verstorben war. Da ihr Vater nach dem Tod seiner Frau meist monatelang auf Reisen war, um der Erinnerung an seine Frau – welche er mit seiner Tochter verband – zu entfliehen, wurde Theodosia von Kindermädchen und ihrer Gouvernanten großgezogen. Sie wurde zu einer gebildeten und feinen Dame, welche mit sechzehn Jahren in die Gesellschaft eingeführt wurde. Vor allem eines hatte Theodosia sich immer gewünscht: Liebe. So gab sie sich einem Mann hin, welcher keine ernsten Absichten gehabt hatte und sie hatte fallen lassen, nachdem er bekommen hatte, was er gewollt hatte. Theodosia wäre beinahe ruiniert gewesen, hätte ihr guter Freund Robert ihr nicht angeboten, sie zu heiraten und zu behaupten, dass das Kind von ihm sei. So wurde Theodosia seine Ehefrau und könnte kaum glücklicher sein, denn Robert hatte sie vor einer sehr misslichen Zukunft bewahrt. Und doch ist es noch immer kompliziert – vor allem Theodosias Gefühlswelt wird immer verwirrender.

Victoria ist seit einem halben Jahr frisch mit Phineas Lambert verheiratet, doch erweist sich die Ehe nicht als liebesgesegnet. Die Situation zwischen Ehemann und Ehefrau ist sehr schwierig. Die junge Frau gehört der Upper Class an und wurde mit dem Sohn einer befreundeten Familie verheiratet, nachdem sie sich abweisend gegenüber allen Männern und Aufwartungen zeigte, da man ihr in der Jugend eine Hochzeit mit ihrer Jugendliebe untersagte. Eben jene Jugendliebe stellt aktuell ihr Leben auf den Kopf. Begegnet man Victoria Lambert so fallen zunächst die positiven Seiten auf: Sie ist herzlich, gut gelaunt, verträumt und hoffnungsvoll, pflichtbewusst, genügsam, hat eine Vorliebe für Mode und Schmuck, ist kreativ und musikalisch. Außerdem ist sie offen, höflich und zugewandt. Ihre Schatten hingegen sind, dass sie auf Fremde schnell kühl wirkt, dem Charme anderer verfällt, vorwurfsvoll ist, ihre eigenen Bedürfnisse nur schwer äußern kann, zu mitfühlend ist, sehr kritisch sein kann, klare Strukturen liebt, herrisch sein kann, schwer zu überzeugen ist (immerhin ist ihr Vater Mathematiker und ihr Bruder Astronom und Wissenschaftler). Insgesamt beugt sich zu sehr den gesellschaftlichen Anforderungen an sie. Langes, rotes Haar umrahmt in Wellen das blasse Gesicht mit auffälligen grünen Augen und Sommersprossen. Sie ist von durchschnittlicher Größe und normaler Statur besitzt sie doch weibliche Rundungen und ist stets modisch gekleidet.

Als Violet mitten in den Wirren des Krieges erfährt, dass Ihr Mann einfach unauffindbar verschollen ist, ist sie sich sicher, dass er tot ist; eine von vielen nicht mehr erkennbaren Leichen auf den endlosen Schlachtfeldern, die sich dank Napoleon quer über Europa ziehen. Dass alldas nur der Anfang ist, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt nicht - ahnt nicht, dass sie nach und nach nicht einmal mehr ihren Haushalt aufrecht erhalten (wovon auch, wenn kein Sold fließt) oder allein ihr Kind ernähren kann. Dass sie ihre Kleine, gerade erst drei Jahre alte Tochter Rose nur noch alle paar Wochen sehen wird, scheint ihr unbegreiflich, aber für die neue Stelle, um ihr zumindest irgendetwas an Mitgift ansparen zu können, wenn das Schwiegermonster sich schon weigert, sich um die beiden zu kümmern, braucht sie Zeit und so landet das Mädchen bei den Großeltern. Reich war man bei Weitem nie - aber dass sie eines Tages würde arbeiten müssen, damit hat Violet bei Weitem nicht gerechnet. Und dann ist da noch die Sache mit ihrem verschollenen Ehemann: Was, wenn er es doch irgendwann nach Hause schafft?

Wie sich Albion Harcourt Fernsby seinen Kriegseinsatz vorgestellt hat, nachdem er jahrelang als Übersetzer und Kryptograph meist hinter hinter einem Schreibtisch für die British Army tätig war, kann er heute kaum mehr in Worte fassen. Ausgezogen ist er für Ruhm, Reichtum, die Ehre der Krone, natürlich, vor allem aber: um Frau und Kind mehr bieten zu können. Albion wurde 1789 nämlich mit dem Los des Zweitgeborenen gestraft und während er den Luxus einer Liebesheirat und familienunabhängigen Laufbahn genießt, kann er sich nicht auf dem Familienerbe ausruhen, um seinen Stand in der Upper Class zu zementieren. Doch der Krieg hinterlässt nicht nur auf dem Kontinent hässliche Narben, sondern auch in Albions Leben in London: Nachdem der Captain nach einer schweren Verletzung bei Garris 1814 wie von der Erdoberfläche verschluckt war, sah sich seine vermeintliche Witwe finanziell gedrängt, den Haushalt in Mayfair aufzulösen, ihre Tochter zu ihren Eltern zu retten und sich allen ernstes einen Beruf zu suchen – statt sich also nach der Heimkehr aus Krieg, Krankenhaus und Kriegsgefangenschaft in aller Ruhe die Wunden lecken zu können, gerät Albion vom Regen in die Traufe und muss nun rudern, zu flicken, was der Krieg zerrissen hat.

Alfred ist ein fürsorglicher und liebevoller Vater, der inzwischen im gesetzten Alter keine beruflichen Ziele mehr verfolgt, sondern sich viel mehr als Vater sieht, der gelegentlich auch Professor ist. Umso macht es ihm Freude, wenn seine Töchter Interesse an Wissenschaften und den Wundern der Natur zeigen. Doch ist er auch zufrieden, wenn sie sich mit anderen Dingen beschäftigen, solange sie nicht eitel oder selbstgerecht werden.

Vor mehr als 31 Jahren erblickte Allen George Nutbrown als erstes Kind der Familie das Licht der Welt. Seine Eltern, George Joseph und Elizabeth Nutbrown, angesehen in der Bather Gesellschaft, erfreuten sich darüber sehr, stellte ein Sohn doch die Absicherung des Erbes dar - und dieses lässt sich sehen. Allens Großvater Joseph Nutbrown etablierte bereits in jungen Jahren eine Pferdezucht, die mittlerweile weit über Baths Grenzen hinaus bekannt ist. Edle, englische Vollblüter tummeln sich auf dem Gestüt, privat hat Allen bereits ebenfalls auf Bestandsicherung gesetzt. Vor einigen Jahren war er bereits verheiratet und auch das Vaterglück wäre ihm beinahe beschieden gewesen, wären seine Frau und seine Tochter nicht im Kindbett gestorben. Anschließend hatte Allen das Reisen für sich entdeckt; es war seine Art, mit dem Verlust fertig zu werden. Aus Amerika hatte er sein Mündel Aquinnah mitgebracht. So ganz passt die Squaw freilich nicht in die englische Gesellschaft, aber sie gibt ihr Bestes. Allen hat sein Glück privat mittlerweise wieder in Helena gefunden. Mit ihr hat er das Waisenmädchen Lilly adoptiert, ehe im April des Jahres 1815 die gemeinsame Tochter Joanna geboren wurde.

Der Name von Andrew Montague ist vielen Herrschaften der Londoner Gesellschaft bekannt. Einige haben sicherlich eines seiner Bücher gelesen, andere haben wiederum mit ihm Tee getrunken. Doch die meisten haben Andrew wahrscheinlich während eines Auftritts gesehen. Der junge Mann entstammt der unteren Upper Class und wurde vor zweiunddreißig Jahren in Kelston, Somerset, geboren. Als erstgeborener von fünf Söhnen, steht ihm eines Tages der Gesamtanteil des Vermögens zu. Doch leider haben die Generationen vor ihm dafür gesorgt, dass nicht mehr viel übrig geblieben ist. Doch anstatt sich eine vernünftige Profession zu suchen, hat er sich für die Schriftstellerei und die Zauberkunst entschieden. Zwei Schauerromane hat er bereits veröffentlicht und regelmäßig wird er auf Gesellschaften eingeladen, um seine Zaubertricks vorzuführen.

Anthony Walsingham hat mit 26 Jahren die Schattenseiten der Welt bereits in allzu vielen Facetten gesehen. Als Soldat war er von seinem Vater in den Krieg geschickt worden, damit aus ihm endlich ein Mann würde. Doch als Träumer zog er aus - und als Träumer kehrte er zurück, der trotz all des erlebten Grauens nicht verlernt hat, das Gute zu sehen - und darauf zu vertrauen. Er wird gern als naiv, beeinflussbar und vertrauensselig bezeichnet, doch dafür ist jenen, die ihm nahe stehen, ein loyaler, zuverlässiger und herzensguter Freund gewiss. Und wenn er ehrlich ist, dann hatte selbst dem Krieg etwas Gutes innegewohnt. Er konnte den Plänen seines Vaters entfliehen, in dessen beruflichen Fußstapfen zu treten und sich stattdessen ausmalen, wie es wäre, als Künstler in Paris die florierende Szene zu erleben. Zudem lernte er während seiner Einsätze an der Front einen jungen Mann kennen, der ihm sehr ans Herz gewachsen ist. Vielleicht sogar zu sehr...

Benedict hat mit seinen 24 Jahren schon viel erlebt. Mehr, als so manch anderer, der zehn Jahre älter ist. Benedict diente für die Krone im Krieg gegen Napoleon und kehrte nun im Frühjahr 1815 heldenhaft zurück. Seine Verletzung an seinem rechten Unterschenkel mag da eine schlimme Kriegsverletzung gewesen sein, mittlerweile heilt sie jedoch gut. Den Gehstock braucht er kaum mehr. Den Sommer verbrachte er seine Zeit bei seiner Familie in Bath, im Herbst wird er nun wieder nach London kehren. Der Krieg ist zwar für beendet erklärt worden, jedoch gibt es noch genügend zu tun - und Benedict sieht seinen Dienst für die Krone noch nicht als beendet an. Dass er keinen Gedanken an eine Ehe oder eine Frau verschwendet, erscheint hier offensichtlich. Nur manchmal kommen Dinge anders als geplant.

Blake und sein Bruder Liam sind mit 28 Jahren die Ältesten der fünfköpfigen Kinderschar von Nicholas und Vincenta Featherstone. Sie sind Zwillinge, wenn auch so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Liam trat in die Fußstapfen ihres Vater und wurde Kaufmann und gründete eine eigene Familie. Blake selbst nimmt das Leben locker und leicht, trinkt gerne über den Durst und genießt seine Freiheit und Unabhängigkeit. Eine Heirat ist er bisher gekonnt aus dem Weg gegangen und möchte dies in Zukunft auch nicht ändern. Auch sein Studium als angehender Arzt in London ist eher ein Zeitvertreib, als das er sich wirklich Mühe gibt, dieses in naher Ferne auch erfolgreich abzuschließen. Zwar hegt er großes Interesse an der Naturwissenschaft und der Medizin, hängt sich jedoch nicht verbissen an dem Studium ran. Wie lange seine Professoren und auch sein Vater sein ausschweifenden Lebensstil noch dulden, bleibt abzuwarten.

Dr. Elijah Nightingale kennt man als einen jener Ärzte in London, die sich nicht nur der Upper und Middle Class annehmen. Er ist sogar ein Arzt, der sich der ärmeren Bevölkerung verschreibt und seine Arbeit nicht nur ausübt, um Geld zu verdienen, sondern, um einen Unterschied zu machen. Er macht sie gerne. Er hilft gerne. Und wenn es sein muss, dann auch einmal gegen viel zu geringe Bezahlung. Der 35-Jährige wird oft als gute Seele der Gegend gesehen, viele wissen um seine traurige Vergangenheit, verlor er doch eine Ehefrau im Kindbett; er, der gerade so dahinter ist, Menschenleben zu retten. Sein sechsjähriger Sohn Felix ist ihm sein Ein und Alles und gerade, weil der oft etwas zerstreute Arzt sich so sehr in seine Arbeit stürzt, ist er manchmal gar blind für das Offensichtliche, dass er schon vor einigen Wochen sein Herz verschenkte.

Eugene William Seymour wurde am 17.10.1780 geboren. Er war das erste Kind seiner Eltern und hat nach dessen Tod die Anwaltskanzlei seines Vaters geerbt. Er ist seit Kurzem mit seiner zweiten Ehefrau Joanna verheiratet. Seine erste Frau ist offiziell bei einer Fehlgeburt ums Leben gekommen, was keiner weiß ist, dass sie eigentlich noch in seinem Haus lebt. Sie hat eine Behinderung davon getragen und er will sie davor schützen in eines der “Irrenhäuser” gehen zu müssen.

Mit 41 Jahren Professor der Chirurgie zu sein, erfüllt Floyd schon sehr mit Stolz. Und seinen Vater erst. Aber eigentlich hatte er seinen Titel als Professor lediglich seiner grenzenlosen Neugierde zu verdanken, die ihn immer tiefer in die Medizin hinein getrieben hat. Heute lehrt er auch und freut sich, wenn seine Studenten genauso begeistert mit dem Thema umgehen, wie er selbst. Eigentlich hat er diesen Umstand einer Kriegsverletzung aus seinen 20ern zuzuschreiben, durch die er bis heute nicht mehr richtig Laufen kann und stark humpelt. Ohne diese wäre er wahrscheinlich nicht zurück an die Universität gegangen, um sich in die Wissenschaften zu stürzen. Ohne diese wäre er vielleicht sogar verheiratet, ohne seine Verlobte durch seinen Jähzorn nach der Verletzung in die Flucht geschlagen zu haben. Und hätte wahrscheinlich auch seine Nonne aus dem Krankenhaus nicht kennen gelernt, mit der er seit geraumer Zeit eine Affäre hat.

Ira Finch war einst Earl von Westmeath, Ehemann und Vater einer Tochter, Faye. Glücksspiel, Pferderennen, Alkohol und ein ausschweifender Lebensstil ließen sein Vermögen dahin schmelzen. Übrig blieb nur das Schloss und ein Berg schulden. Auf der Flucht vor seinen Gläubigern und dem Gefängnis verschlug es Ira 1803 nach Amerika, wo er von vorne ein neues Leben aufzubauen begann. Wagemutig und voller Abenteuer bestritt er alleine sein Leben, während Frau und Tochter in Armut von Irland nach England zogen. Er selbst fand in Amerika in der Tochter eines wohlhabenden und einflussreichen Kaufmannes aus London eine neue Frau. Sie schenkte ihm bisher drei gesunde Kinder. Aus Amerika zurückgekehrt, bezog Ira mit der neuen Familie ein großes Anwesen in der Nähe von London und geht in der Stadt seinen Geschäften nach. Zielstrebig, nicht immer ganz legal und eiskalt arbeitet er an seinem Erfolg.

Isaac Gladwin ist das dritte Kind der Gladwins und der zweitälteste Sohn. Bereits während seiner Kindheit war er ein Freigeist gewesen, der kaum wusste, was er mit seiner Energie anstellen sollte. Er wuchs in Bath auf, verließ seine Heimat jedoch, als er sich im Alter von siebzehn Jahren für eine Karriere beim britischen Militär entschied. Dort war er von 1809 bis 1814 an den napoleonischen Kriegen beteiligt und von 1814 bis 1815 im britisch-amerikanischen Krieg. Mittlerweile ist er jedoch wieder zu Hause, bewohnt nun jedoch eine Wohnung in London. Er ist unverheiratet und möchte auch unverheiratet bleiben. Nicht nur, weil er sich nicht in eine lieblose Ehe begeben möchte, sondern auch weil er sein Herz längst verschenkt hat. Das ist jedoch etwas, wovon niemand wirklich wissen darf, ist seine Geliebte doch längst verheiratet. Dass er nun die Rolle des Familienerben vielleicht antreten muss, sagt ihm ebenfalls nicht zu. Besonders, da er sich selbst nicht sonderlich für die Oberschichten-Gesellschaft interessiert. Da ihm seine Familie jedoch wichtig ist, passt er sich meist an.

Während die meisten Menschen wohl in das nächtliche Firmament blicken, um romantischen Träumereien nachzuhängen, tut dies Jacob Oakley zumeist aus rein wissenschaftlichem Interesse heraus. Der Astronom ist ebenso ein Kopfmensch wie er ein tiefgründiger Gesprächspartner ist, der Dingen gerne auf den Grund geht. Wenn er sich in einer Gesellschaft wohlfühlt, zeigt sich auch einmal die humorvolle Seite des 28-Jährigen. Auch seine Schwester Victoria Lambert kennt ihn als ein sehr herzlicher, loyaler, aber auch sturer Mensch. Zumeist wirkt Jacob auf andere jedoch etwas arrogant und distanziert, weil er sich aus Angst vor Fehlern und einem gesellschaftlichen Fauxpas bewusst zurückhält. Neuerdings lässt die Tochter seines Mentors, Felicity Reynolds, sein Herz in etwa in dem Maße höher schlagen, wie dies bislang lediglich das nächtliche Firmament vermocht hatte.

Jeremiah Booth, welcher von Freunden oftmals jedoch eher Jemmy oder Jem genannt wird, erblickte als zweites Kind von Eli und Deborah Booth das Licht der Welt. Seine Familie besitzt ein Landgut, welches später einmal in die Hände seines älteren Bruders Percival fallen wird. Er selbst beneidete seinen Bruder jedoch nie um die Verantwortung, die er einmal tragen muss. Bis vor einem Jahr besuchte Jeremiah noch ein Jungeninternat, wollte nun allerdings ein Jahr pausieren, bevor er eine Militärkarriere anstreben wollte. Seine Zukunft scheint nun allerdings ungewiss, nachdem sein bester Freund Edward bei einem Raubmord getötet wurde, man allerdings zuerst ihn verdächtigte, nachdem er im letzten Jahr Spielschulden bei Edward gemacht hatte. Lediglich Caroline Reynolds, eine seiner ältesten Freundinnen, half ihm aus dieser misslichen Lage, indem sie ihm ein Alibi für die Todesnacht gab, allerdings damit auch dafür sorgte, dass er sich in der Verantwortung sah, sie zu heiraten. Nun sind beide verlobt und trotz potenzieller Gefühle, die er für Caroline hatte, ist er nicht unbedingt glücklich damit. Seine Zukunft beim Militär scheint dementsprechend auch ungewiss, denn sein Vater wirkt nicht unbedingt gewillt, ihm nach wie vor zur Offizierskommission zu helfen.

Vor 25 Jahren erblickte Jeremy Windom Randall das Licht der Welt. Damals hatte er einen älteren Bruder, der das Erbe des Vaters antreten würde, wenn es an der Zeit wäre. Heute hat er diesen nicht mehr. Aber auch das Erbe hat er nicht angenommen, denn mit dem Tod Ewans und der anschließenden Trunksucht seines Vaters hat er sich mit diesem endgültig überworfen und ist nach London gezogen. Dort hat er sich einen Gewürzhandel aufgebaut. Und genießt seine Freiheit. In seiner Freizeit boxt und trinkt Jerry sehr gerne. Beides auch in Kombination mit Frauen möglich. Erst vor kurzem musste er dies allerdings reduzieren, da er seine beiden jüngeren Schwestern Mary und Iona zu sich holte, sie quasi aus der Hand des Vaters befreite. Er ist also weiterhin Junggeselle und hat nicht vor, dies zu ändern.

Lucian Haydan Coventry – ein hochmütiger Name für einen hochmütigen Mann. Tatsächlich, auch wenn er recht gerne das Gegenteil behauptet, macht der ausgefuchste, 22 Jahre junge Schönling seinem vorauseilenden Ruf alle Ehre. Ob er auch im Inneren so tickt, wie er sich gibt, ist schwer zu sagen und lässt sich angesichts seiner Unfähigkeit, emotionale Nähe zuzulassen, wohl auch nicht komplikationslos herausfinden. Na, macht nichts. Solange die Alten zufrieden mit ihrem Sprössling sind, er später einmal anstandslos das Gestüt nahe Broxbourne übernimmt und eine Adelstochter heiratet, ist doch alles in Butter.

Noel Andrew Montague ist 23 Jahre alt, stammt gebürtig aus Kelston und dient als Corporal in der Britischen Armee. Er ist ein herzensguter und schüchterner Mensch mit einem Sinn für Romantik. Derzeit hält er sich in London auf bei seiner Patentante Maria Fuller auf, um ihr an den Weihnachtstagen Gesellschaft zu leisten und zeitgleich seiner Verlobten zu entgehen, die er zwar sehr schätzt, doch sie nicht als Ehefrau haben möchte. Diese Verbindung kam nur auf ein Drängen seines eigenen Vaters zustande und Noel findet nicht den Mut sie wieder zu lösen, aus Angst ihn zu Enttäuschen und ihr Schmerz zuzufügen.


Robert Dunham erblickte als ältester Sohn der Familie Durham am 28. Oktober 1788 das Licht der Welt. Vier und sechs Jahre nach ihm wurden schließlich seine jüngeren Schwestern Margaret und Isabel geboren. Als einziger und ältester Sohn wusste er bereits früh, dass er später einmal das Landgut seines Vaters übernehmen würde. Dementsprechend hatte er keine andere berufliche Laufbahn verfolgt, obgleich er vier Jahre lang in Oxford studiert hatte. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters im letzten Jahr, musste er das Landgut jedoch weitaus früher übernehmen als anfangs geplant und erfuhr erst nach der Übernahme, dass sein Vater keinen unbedingt kleinen Berg an Schulden hinterlassen hatte. Dementsprechend kam es wahrscheinlich gelegen, dass seine älteste und engste Freundin Theodisia einen Ehemann brauchte, nachdem jene ungeplant und ungewollt schwanger wurde. Seine ursprüngliche Verlobung ließ er ins Wasser fallen und entschloss sich, sich selbst als Vater des ungeborenen Kindes auszugeben und Theodisia, welche aus einem sehr wohlhabenden zu Hause kam, zu heiraten. Dadurch möchte er ihr nicht nur unter die Arme greifen, sondern auch seinen Schuldenberg mit ihrer Mitgift beseitigen.


Wesley Arthur Cunningham ist heute 48 Jahre alt, und erfolgreicher Komponist. Durch einen Brand hat er mit 15 Jahren seine Eltern, sowie seine jüngere Schwester verloren. Narben an seinen Armen erinnern ihn immer noch an sein Versagen, als er niemanden hatte retten können. Seit dem trägt er nur langärmelige Oberteile und lässt wenige Menschen an sich ran und noch weniger Leute wissen von den Verbrennungen. Der Anblick seiner sterbenden Schwester hat ihn lange in seinen Träumen verfolgt. Lediglich seine Ehefrau und später während der Affäre mit Ruth Sawyer hat er zwei Frauen gefunden, bei denen er problemlos und traumlos schlafen konnte. Insgesamt hat er 6 Kinder gezeugt, weiß allerdings nur von 5, denn die hat er mit seiner Frau zusammen. Louisa Sawyer ist Ruth und seine Tochter, er hat sie nie zu Gesicht bekommen. Wesley weiß gar nichts von ihrer Existenz, weil Ruth damals, als sie schwanger wurde, die Affäre beendet hatte. Wesley ist ein ruhiger, bodenständiger, harmonieliebender Mann, der Streitereien aus dem Weg geht und als Ruth ihm damals gesagt hatte, dass sie ihn nicht mehr sehen wolle, hatte er sich einfach gefügt. Generell ist es auch seine Frau, welche in der Ehe das Sagen hat und er fügt sich meistens.

William Barnes gehört der Upper Class an und kann sich über seinen bisherigen Lebensweg nicht beschweren. Der 27-jährige besticht mit seinem wachen Geist und einem entwaffnenden Lächeln. Als Politiker und Anhänger der Whig-Partei ist er in Bath und London vertreten. Er diskutiert gerne und liebt intelligente Gespräche. Er gilt als humorvoll, charmant und sorgt für das ein oder andere Missgeschick. Mit ihm wird es gewiss nicht langweilig.

Middle Class

Frances Elizabeth Sawyer ist 23 Jahre jung und mit ihrem Leben nicht ganz so zufrieden. Während der Abwesenheit ihrer Brüder vor über 10 Jahren hat sie tatkräftig im Familienunternehmen ausgeholfen, nur um bei deren Rückkehr erneut in die Reserve verwiesen zu werden. Das nagt bis heute am empfindlichen Stolz der temperamentvollen Sawyer. Sie ist mit einem Mann verlobt, den sie nicht kennt und von dem sie nicht erwartet, dass er ihr ein erfülltes Eheleben beschert. Doch welche Optionen hat sie?


Louisa ist das jüngste Kind der Sawyer-Familie. Doch weiß sie nicht, dass sie nicht denselben Vater wie die anderen hat. Seit sie klein ist, hilft sie im Gemischtwarenladen ihrer Familie aus. Selbst nun, da sie am Theater arbeitet, bleibt sie ihrer Familie treu und unterstützt diese in ihren Schmuggelgeschäften. Sie träumt davon, eine angesehene Schauspielerin zu werden. Die junge Frau ist herzlich, familienbezogen, loyal, aufmerksam, stets gut gelaunt, kreativ, kann gut schauspielern und arbeitet hart, doch gibt es auch Schattenseiten. Louisa braucht viel Bestätigung, hängt ihr Herz schnell an andere, ist nicht die moralischste Person, häufig unruhig, scheut keine Streitereien, ist unnachgiebig in ihrem Standpunkt und zu kontaktfreudig.

Als sie das Licht der Welt erblickt hatte, war sie noch Lucie West gewesen. Und sie war nicht allein auf die Welt gekommen, sondern gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Emmeline. In den vierundzwanzig Jahren, welche Lucie bereits auf der Erde ist, hat sie bereits einiges erlebt: als Tochter eines Arbeiters hatten sie und ihre drei Geschwister es nicht immer besonders leicht gehabt. Als der Vater der Geschwister lungenkrank wurde, hatten sie zu arbeiten angefangen. Lucie kannte kein anderes Leben als eines, in welchem sie hart arbeiten musste, um ihre Familie zu unterstützen. Erst war sie als Wäscherin tätig gewesen, ehe sie eine Anstellung als Küchenmädchen bekommen hatte. Von da an hatte Lucie sich über die vergangenen Jahre hinweg hoch gearbeitet: sie hatte es bis zum Hausmädchen geschafft. Und dann hatte sie einige Zeit lang als Nursery Maid für ihre Herrin gearbeitet. Als sie jedoch den Wundarzt Arthur Huxley kennenlernte, veränderte ihr Leben sich erneut gravierend. Sie hätte niemals erwartet, dass sie eines Tages Liebe finden würde – diesen Wunschtraum hatte Lucie, welche bereits seit ihrer Kindheit eine Träumerin gewesen war, stets zu den unerfüllbaren Träumen gezählt. Arthur machte ihr jedoch einen Antrag. Vor einem Jahr hatten die beiden geheiratet und führen ein Leben in der Mittelschicht, doch als Wundarzt verdient Arthur nicht all zu viel Geld – vor allem, da er sich oft um mittellose Menschen kümmert und jene pro Bono behandelt. So leben sie oftmals mit wenig. Dennoch war ihre Heirat mit Arthur ein Aufstieg zu ihrem vorherigen Leben, denn arbeiten musste – oder vielmehr sollte – Lucie nun nicht mehr. Vor einigen Wochen hatte sie eine Totgeburt erlitten, woran sie noch immer sehr zu knabbern hat.

Lydia wurde als viertes von den sechs Kindern von Liam Musgrove und seiner Ehefrau Helen geboren. Obgleich die Musgroves es durch die fleißigen Bemühungen des Familienoberhauptes schafften, in die obere Mittelschicht aufzusteigen, sorgten vor allem die beiden Musgrove-Söhne es immer wieder, ihre Familie in Verruf zu bringen. Mit ihrer liebenswürdigen und hilfsbereiten Art konnte die junge Frau in der Vergangenheit schon so manches Herz erweichen und von sich überzeugen. Dank des hart erarbeiteten Wohlstands ihrer Familie bekam Lydia Unterricht und wurde zu einer feinen Dame erzogen. Vor einigen Monaten war sie sogar verlobt – zu einem Mann, welchen sie über alles geliebt hatte. Doch als Robert eine andere Frau schwängerte und jene heiraten musste, löste er die Verlobung zu Lydia auf. Ihr Herz war gebrochen. Und doch glaubte sie, dass Robert ihr etwas verheimlichte. Dass er sie noch immer liebte – genauso, wie auch sie ihn noch immer liebt. Dennoch ist er unerreichbar für sie geworden, nun, wo er verheiratet ist.

Verity ist von einem neugierigem Mädchen, welches nie still sein konnte, zu einer lebhaften, bereits zwanzigjährigen Dame der oberen Middle Class herangewachsen, die sich nicht scheut, auszusprechen, was ihr Herz ihr vorgibt. Oftmals begibt sie sich somit in Situationen, in welche sie sich missbilligende Blicke einfängt. Ihre direkte Art wird nicht von allen willkommen geheißen. Nach einer Dummheit, die sie vor zwei Jahren begannen hat, ist sie anderen, vor allem Männern misstrauischer und aufmerksamer gegenüber geworden. Sie hat einiges von ihrer Naivität verloren und sieht nicht in jedem nur das Gute. Dennoch hat sie ein einnehmendes Wesen und findet auf Gesellschaften immer Gesprächspartner. Sie liebt es zu tanzen, zu zeichnen und genießt die kulturellen Vorzüge, die Bath zu bieten hat. Sie fühlt sich auch in ruhigen Momenten äußerst wohl, vergräbt sich in Büchern oder begibt sich auf die Suche nach Pflanzen, um ihr Herbarium zu erweitern. Das Klavierspiel überlässt sie anderen, singt jedoch ständig, egal, wo sie ist. Sie hat sich fest vorgenommen, nicht zu heiraten.

Viviana Stella Fitzgerald kennt man als die bewunderte und beliebte Sängerin am Theatre Royal in London. Nicht nur in England hat sie bereits gesungen, sondern auch in Italien, wo sie ursprünglich herkommt. Aufgewachsen ist sie jedoch in London und verspürt so eine gewisse Verbundenheit zu dem kühlen England. Viviana ist eine temperamentvolle und selbstbewusste Frau, die weiß, was sie will und sich auch recht wenig sagen lässt. Manchmal sogar nicht von ihrem Ehemann, William Fitzgerald, ein vermögender Händler aus London. Mit ihren 31 Jahren ist Viviana noch keinesfalls ruhiger und gediegener im Leben geworden, sie liebt das Leben und seine Vorzüge, seine Gesellschaften und Bälle, wie auch alle anderen Orte der Zerstreuung. Vielseitig interessiert ist sie, besonders die Musik und die Kunst haben es ihr angetan.

Anthony Sawyer ist der jüngste und kleinste der drei Sawyer Brüder und offiziell und ganz legal Mitteilhaber des Gemischtwarenladens und Buchhalter dort. Er ist 27 Jahre alt und hat eine zwei Jahre alte Tochter namens Dana, sowie eine Frau, Harmony, die er nur aufgrund der Schwangerschaft geheiratet hat. Seine beiden jüngeren Schwestern machen ihm gerne das Leben schwer, wobei er seinen ganzen Familienmitgliedern sehr treu und loyal zur Seite steht. Nichts geht über sie, selbst durch die Hölle würde er für sie alle gehen. Abgesehen von seiner Frau Harmony vielleicht, die mag er nicht ganz so. Dafür ist er eher der ruhigere, ernste Typ, geht Gewalt aus dem Weg, wenn er kann und lacht wenig. Seine Geschwister schaffen es dennoch hin und wieder mal, ihn aus der Reserve zu locken. Fremde Menschen anlügen ist kein Problem, aber je mehr er jemanden zu schätzen lernt, desto schwerer fällt es ihm, diese Person an zu lügen. Seine Geschwister und seine Mutter kann er zum Beispiel gar nicht anlügen, ohne, dass sie es merken. Er schaut dann immer gen Boden und druckst herum.

Arthur Huxley erblickte als erstes Kind von Augusta und Graham Huxley am 15.12.1789 in London das Licht der Welt. Wenige Jahre nach ihm folgten schließlich auch seine Geschwister Prudence und Andrew. Arthur wuchs in einem Haushalt auf, in welchem zwar die finanziellen Mittel eher dem unteren Durchschnitt zuzuordnen waren, in welchem er jedoch genug Liebe und Zuneigung erfuhr und dementsprechend zu einem anständigen jungen Mann heranwachsen konnte. Er wurde in einer Jungenschule unterrichtet, welche von Philanthropen finanziert wurde und entschloss sich nach seiner Schulbildung in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und Wundarzt zu werden. Dementsprechend hat er keinen Doktortitel, darf Patienten dennoch behandeln. Neben seiner Tätigkeit als Wundarzt, hat er auch eine Genehmigung zum Apotheker, was ihm die Befugnis gibt auch Medikamente selbst zusammen zu mischen. Aufgrund seiner eigenen finanziellen Lage macht er davon jedoch eher seltener Gebrauch. Arthur behandelt zu einem Großteil Menschen aus den unteren Schichten, eher selten wird er von besser Verdienenden eingestellt. Da er jedoch nicht immer eine Gegenleistung verlangt, besonders dann, wenn er eben weiß, dass die Familie besonders schlecht gestellt ist, haben seine Frau Lucie und er nicht selten mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Der Kinderwunsch der beiden ist bisher auch unerfüllt, obgleich unsicher ist, ob sie hierbei beide noch immer den gleichen Wunsch hegen.

Wynn ist eigentlich in Liverpool geboren und hat bereits als Kind den Weg in eine Straßenbande gefunden. Über viele Wege fand er nach London, wo er sich offiziell als Händler etabliert hat. Doch insgeheim kann er die Finger nicht von den kriminellen Machenschaften lassen. Sein Netzwerk ist sehr groß und er weiß über alle Geschehnisse der Stadt Bescheid.

Felton Sawyer kennt man im Stadtteil Poplar in London wohl am besten. Dort lebt er in einem großzügigen Stadthaus, gemeinsam mit seiner Mutter, den Brüdern und Schwestern und deren Familien. Direkt am Hafen neben dem Wohnhaus gelegen ist der Gemischtwarenhandel der Familie Sawyer, deren Oberhaupt Felton ist. In jenen Laden laufen nicht immer ganz legale, sondern auch Schmuggelgeschäfte ab, was jedoch ein gut verschwiegenes Geheimnis ist. Mit seinen beiden jüngeren Brüdern setzt sich Felton für die ärmere Bevölkerung der Umgebung ein, hilft aus und spricht auch bei Höhergestellten vor. Von der oberen Schicht hält er nicht viel und lässt dies auch immer wieder heraushängen. Als ehemaliger Soldat hat der 36-Jährige immer wieder Probleme, um das Erlebte zu verarbeiten, weswegen ihn man auch zeitweise in Opiumhöhlen antrifft. Eine Frau hat er nie genommen, böse Zungen munkeln, dass er sich gar nicht für das weibliche Geschlecht interessiert.

Henry Musgrove ist ein engagierter Politiker der Whig-Partei, er kämpft leidenschaftlich für seine Ideale und für mehr Gleichberechtigung. Seit Kurzem ist er im Bather Stadtrat anzutreffen. Er setzt sich vehement für die niedrigeren Schichten ein, die es oft nicht allzu einfach und keine Stimme für sich selbst haben. Mit seinen dreißig Jahren mag man vermuten, er habe sich schon eine Ehefrau gesucht, aber mitnichten. Sein Herz gehört einer jungen Frau, jedoch ist er sich noch nicht einmal bewusst. Henry ist ein geselliger und eloquenter Mensch, er kann aber auch schnell hitzköpfig werden, Konflikte scheut er nicht, eher begibt er sich absichtlich in jene. Das hat ihn schon in die eine oder andere unangenehme Situation gebracht, aber er ist auch ein geschickter Redner und kann sich gut wieder herausreden.

Der holzige Geruch umgibt den Achtunddreißigjährigen Geigenbaumeister nicht umsonst, wo er geht und steht; wer den ganzen Tag Holz um sich hat und fein verarbeitet, der wird irgendwann auch danach riechen, wenn nicht ohnehin schon Sägespäne auf der Kleidung oder im Haar oder Bart zu sehen sind. Aus einfachsten Verhältnissen stammend, war es schieres Glück, dass John einst seine Lehrstelle bei einem Geigenbauer fand und, als dieser in Ruhestand ging, die Werkstatt übernehmen konnte. Verheiratet mit der, wenn man ihn fragt, wundervollsten Frau dieser Hemisphäre, kann sich John nicht beklagen, denn sie und seine vier Kinder im Alter von neunzehn bis zehn Jahren sind für ihn alles. Da kann er auch ihre Eigenwilligkeiten und Risikofreudigkeiten verzeihen, auch, wenn er sich dennoch sorgt. Besonders seine Töchter bereiten ihm immerhin Sorgen - nicht, dass er das freiwillig zugeben würde. Immerhin waren es er und seine Frau, die die beiden zu den charakterstarken jungen Frauen herangezogen haben, die sie heute sind.

Der 36-Jährige Owen Pearce hat sich seinen Traum von der Freiheit erfüllt: Er ist Kapitän eines Handelsschiffes und kommt als solcher viel in der Welt herum. Er würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass sein Leben leicht ist - aber angenehm ist es auf alle Fälle. Denn er ist ein Idealist, hat nicht vor, sich in der Gesellschaft anzupassen und sich deren Regeln aufdiktieren zu lassen. Er ist ein großzügiger Mann, der roher Gewalt nicht viel abgewinnen kann und sich lieber schönen Frauen und dem Alkohol hingibt. Hin und wieder singt er seiner Geliebten, Freiheit, auch ein Ständchen, doch denkt er dabei auch an eine andere, Miss Randall, die es geschafft hat, ihm den Kopf zu verdrehen.

Mit seinen 33 Jahren immer noch unverheiratet zu sein, so hatten sich seine Tante und sein Onkel seine Zukunft nicht vorgestellt. Eigentlich war auch jeder davon ausgegangen, dass Peregrine Händler werden würde, wie sein Vater, aber als dieser verstarb, war Peregrine gerade Mal 16 Jahre alt und er konnte seine kleine Schwester Lavinia nicht alleine lassen. Stattdessen ist er durch einen ehemaligen LiebhaberThieftaker geworden und was die Liebe angeht, stellt sich das alles als sehr viel schwieriger dar, als Peregrine das in der Öffentlichkeit zugibt. Er ist bisexuell, hat gerade eine Verlobung platzen lassen und möchte auch weiterhin noch Stammkunde im Cupids bei Angelica bleiben, die Dame hat es ihm sehr angetan. Eigentlich ist Peregrine ein sehr höfflicher, netter, junger Mann, beobachtet gerne und urteilt nicht vorschnell, lässt jedem das seine und auch bei seinen Aufträgen entscheidet er oft nach seinen moralischen Gefühlen.

Phoebe füllt mittlerweile 24 Jahre. Aus Schottland hat es sie vor vielen Jahren zum Erlernen des Hebammenberufes nach London gebracht und mit Leidenschaft geht sie ihrem Beruf nach, sodass sie auch keine Zeit hat, einen Ehemann zu finden. Mit dem kürzlichen Tod ihrer Eltern wird jedoch ihr gesamtes Leben in Frage gestellt. Doch ihre Gottesfürchtigkeit hat sie jedoch keineswegs verloren. Phoebe hat eine realistische Weltsicht, ist geduldig, bescheiden und sparsam. Bei jeder Patientin zeigt sie höchste Einfühlsamkeit und Passion, doch vergisst die junge Frau sich in der Aufopferung für andere selbst und verliert auch schnell anderes Wichtiges aus dem Blick. Wenn sie an die Grenzen der Belastbarkeit stößt, übergeht sie diese Warnung ihres Körpers oft und möchte es nicht wahrhaben, etwas nicht zu schaffen. Sie ist sehr angepasst, sodass man sie für ihr Betragen wohl niemals tadeln würde. Doch tief in ihrem Inneren ist sie sehr verletzlich und ängstlich. So strukturiert die junge Frau im Umgang mit ihren Patienten ist, desto chaotischer ist sie in anderen Lebensbereichen. Zu Menschen außerhalb des Arbeitskontextes ist sie distanziert und hat kaum Vertraute und Bekannte.

Mit seinen 31 Jahren hat der Künstler bereits einiges erlebt. Er hat mit ansehen müssen wie die Liebe seines Lebens im Krieg in Spanien ums Leben kam und seitdem er traumatisierten von alle dem zurück nach London gekommen ist, findet er kaum noch Aufträge und leidet an Hunger genauso wie an seinem Verlust. Um seine Familie um Hilfe zu bitten ist er viel zu stolz — und dann ist da auch noch seine Verlobte, die schon lang genug darauf wartet, dass er sie endlich heiratet. Doch Richard Gaywood kann sich dies weder leisten, noch empfindet er für sie mehr als Zuneigung.

Vincent Timothy Harding ist mittlerweile 35 Jahre alt und ist Vater einer zehnjährigen Tochter, seine Ehefrau ist bei der Geburt dieser verstorben, sodass er verwitwet ist. Er arbeitet als Schauspieler und das mittlerweile am Theatre Royal, London. Doch ist er erst seit kurzer Zeit in London, zuvor war er in Edinburgh, doch nachdem sein langer Lebensgefährte bei einem Brand im Theater ums Leben kam brauchte er eine Veränderung. In London hofft er mit seiner Schwester Phoebe wieder ein gutes Verhältnis aufzubauen, da sie sich jahrelang nicht gesehen haben.

Als Kastrat ist Zefiro auf den Opernbühnen so etwas wie ein Superstar seiner Zeit. Oder war das zumindest, denn die Kastratenstimmen geraten mehr und mehr aus der Mode und Zefiro mit ihnen. Ausgebildet in Neapel ist er bereits in vielen Teilen Europas aufgetreten und singt die Sopranstimme in männlichen und weiblichen Rollen. Aktuell hat er in London eine feste Anstellung, tritt auch bei gesellschaftlichen Anlässen auf und gilt ein als etwas exzentrischer Gast bei Gesellschaften. Ein Leben außerhalb der Bühne oder der Inszenierung seines ganz persönlichen Frühlingsmythos rund um die mythologische Person von Zefiro hat er aber so wenig wie eine feste Rolle in der Gesellschaft, was sich mehr und mehr als ein Problem herausstellt.

Working Class

Als Alice Micklethwaite vor 26 Jahren, konnte ihre Familie natürlich noch nicht ahnen, was für einen Weg ihr Kind einmal einschlagen würde. Als Tochter eines Schmieds mit vielleicht nicht bemerkenswerter, aber anständiger Familie, ging man davon aus, dass sie Wäscherin werden würde - zumindest bis sie alt genug war, um einen Ehemann zu haben. Und dann würde sie dafür sorgen, dessen Familiennamen weiterzutragen. Doch irgendwo auf dem Weg, ist anscheinend etwas schief gelaufen. Alice musste zwar einige Jahre als Wäscherin arbeiten, doch diese Tage liegen nun hinter ihr. Alice war schon als Kind unmöglich und kaum zu bändigen gewesen. Obwohl ihr Vater streng war, gelang es dem Ehepaar Micklethwaite doch nicht, ihre Tochter in der Bahn zu halten. Sie wollte immer ihr eigenes Ding drehen - aber natürlich den Rückhalt der Familie nicht verlieren. Es geschah also mehr als einmal, dass sie wie eine reuige Sünderin heulend nach Hause kam und um die Hilfe ihrer Eltern und Geschwister bat. Nach zahlreichen Fehltritten und einem besonders gravierenden Vorfall, verlor Alice ihre Anstellung als Wäscherin endgültig. Dafür stellte sie wenige Wochen später fest, dass sie (erneut) ein Kind erwartet. Ein Kind, das diesmal sogar das Licht der Welt erblickte - und somit ein großes Problem für Alice darstellte. Also tat sie das, was sie immer bei Problemen tat: sie heulte ihren Eltern und Geschwistern die Ohren voll - so lange, bis ihr Bruder Francis sich erbarmte und Alice' Tochter Rosalie bei sich aufnahm. Kurze Zeit später war Alice natürlich wieder unterwegs und auf der Pirsch. Es fiel ihr daraufhin sehr schwer, eine neue Anstellung als Wäscherin zu finden, denn ihr Name war durchaus in Verruf geraten. Nach einigem Hin und Her entschied sie sich, ihrer Natur nachzugeben, und dafür Geld zu nehmen, in dem sie gut ist. Also wurde sie im Cupids vorstellig und prahlte - diesmal zurecht - mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten. Ihre angstfreie, provokante und derbe Natur fand dort, in den Reihen der Huren ein neues Zuhause. Einen Ort, wo sie ganz so sein kann, wie sie es möchte - oder schlimmer.

Angelica wurde als Mann geboren, doch fühlt sich größtenteils als Frau - an manchen Tagen zwar auch als Mann, aber sie möchte dennoch gern Angelica genannt werden. Mittlerweile ist sie 24 Jahre alt und schon seit ca. 10 Jahren als Hure tätig, obwohl sie davon wiederum die meiste Zeit in einem Bordell verbracht hat. Sie ist ungebunden und weiß auch gar nicht ob sie dazu fähig wäre eine Beziehung zu führen. Allzu sehr prägt sie doch ihre Vergangenheit von der sie bisher keinem erzählt hat.

Annabeth Conroy ist mittlerweile 24 Jahre alt und wurde als Annabeth Littell am 05.11.1792 in der kleinen Stadt Corby geboren. Sie ist eine einfache Bauerstochter, die im zarten Alter von 15 Jahren eine Affäre mit einem Jungen aus vornehmerem Stande begann. Die Affäre ging zwei Jahre. Als das Stelldichein aufflog, wurde sie mit 17 Jahren an den Freund ihres Vaters, Edward Conroy verheiratet, einen 40 Jahre älteren Schuhmacher. Sie musste zu ihm nach London ziehen. Annabeth hat einen Sohn Namens James Conroy, welcher 7 Jahre alt ist und während der Affäre mit ihrer Jugendliebe entstand. Außerdem hat sie eine 4 Jahre alte Tochter namens Maya, welche aus der Ehe mit Edward Conroy hervorging. Edward verstarb vor einem Jahr, seither ist Annie Witwe und sucht nach einer Anstellung als Dienstmagd. Ihre letztmalige Anstellung hat sie aufgrund einer Intrige verloren. Momentan lebt sie in einem heruntergekommenen Hotel, gemeinsam mit ihrer Tochter Maya. Der kleine James lebt bei einer 'Pflegefamilie', weil Edward ihn nie um sich haben wollte.

Athenais wurde vor 25 Jahren in London in ärmliche Verhältnisse geboren. Ihr getaufter Name lautet Eliza White und nach der Heirat ihres Mannes Rupert, nahm sie dessen Name Gordon an. Er behandelte sie nicht sonderlich gut, obwohl er ein Mann Gottes war. Nach einigen Jahren beschloss Eliza diesem Leben ein Ende zu setzen und ihren Mann zu verlassen. Anfangs versuchte sie als Wäscherin zu überleben, als sie jedoch auf der Straße landete und von der Hand in den Mund lebte, fand sie Anschluss in dem Freundenhaus Lewd. Dort änderte sie ihren Namen in Athenais Villiers und begann den Spie?umzudrehen und sich die Männer untertan zu machen. Als das Lewd aufgel?t wurde, fand sie im Cupids ein neues Zuhause.

Aveline Musgrove ist gebürtige Französin und überzeugte Katholikin - und allein damit wohl ein wandelnder Frevel im London dieser Tage. Tage, die mit abfälligen Blicken einhergehen und Aveline spüren lassen, wie unerwünscht sie in diesem eigensinnigen, verregneten Land ist. Was nicht zuletzt auch an ihrer Hautfarbe liegen mag. Doch die Tochter eines Arztes weiß mit schwierigen Situationen umzugehen und ist zudem ohnehin zu eigensinnig und temperamentvoll, als dass sie je klein beigeben würde. Insbesondere aus der leidenschaftlichen Liebe zu ihrem Ehemann John Musgrove schöpft sie Kraft, wenngleich sich auch diese zunehmend als zehrende Kraftprobe herausstellt. So wirkt ihr Gatte neuerdings gereizt, geradezu abweisend und sagt dem Alkohol in ungewohnt rauen Mengen zu. Um den daraus entstehenden monetären Engpässen beizukommen, singt Aveline in Pubs sowie ab und an in Adelskreisen - und träumt dabei von Einklang, Freiheit und ihrer Heimat, die all dies barg.

Bernice Sawyer kennt man auch außerhalb von St. Giles, London, wo sie wohnt. Natürlich nicht im besten Sinn. Wie denn auch? Inhaberinnen von Bordellen sind eben nicht unbedingt beliebt in der taghellen Gesellschaft. Nachts jedoch sieht das anders aus. Über fehlende Kundschaft kann sich Bernice nicht beklagen. Die Geschäfte laufen gut und die Chance zum Optimieren nimmt sie durchaus auch wahr. So versteckt sie in ihrem Keller Schmuggelware der Clurana-Leana, gegen Aufpreis selbstverständlich. Völlig kostenlos hingegen stellt sie den Frauenrechtlerinnen einen Raum für ihre geheimen Treffen zur Verfügung. Dahingehend ist Bernice solidarisch veranlagt, denn sie pflegt einen gewissen Männerhass. Das Übel mit dem Penis nimmt die 54-Jährige aber in Kauf, denn ihr Traum ist es, mit ihrem Etablissement ganz nach oben zu kommen.

Betty Lamb ist 19 Jahre alt und gehört der 'Working Class' an. Sie arbeitet seit ihrem 18. Lebensjahr im Bordell 'Cupids'. Ihre Chefin dort ist Bernice Sawyer. Betty hat im Cupids ein kleines Zimmer angemietet und gibt sich mit dem Nötigsten zufrieden. Das junge Freudenmädchen gilt als 'dumm' und 'zurückgeblieben', was der Wahrheit entspricht. Sie ist sehr einfach gestrickt. Ihre bereits verstorbene Mutter war während der Schwangerschaft schwer alkoholabhängig und schädigte die kleine Betty schon im Mutterleib. Das Mädchen hat keine Schulbildung, kann weder schreiben, rechnen, noch lesen und hat allgemeinhin eine sehr viel langsamere Auffassungsgabe, als andere Personen ihres Alters. Dafür ist sie sehr talentiert was das Nähen angeht und nimmt gerne Nähaufträge an. Ihre Mutter und ihre Großmutter sind beide verstorben, ihren Vater hat sie nie kennengelernt.

Mit ihren 60 Jahren zählt Deane sicher nicht mehr zu den jüngsten Damen, aber ihre Lachfalten um ihre Mundwinkel und die braunen Augen zeugen von ihrem herzlichen Wesen und dem bisherigen Leben, das zwar nicht spurlos an ihr vorübergegangen ist, aber Deane schätzt ein jedes vergangene Jahr. Ein manches Küchenmädchen mag über ihren strengen Ton murren, dessen ist sich Deane bewusst, aber anders kann man die jungen Mädchen wohl kaum auf ihre spätere Zukunft in jeglicher Küche vorbereiten. Die Strenge während der Arbeit wird jedoch von der persönlichen Fürsorge und Liebenswürdigkeit fern des Arbeitsplatzes wett gemacht, denn mit ihrer Lebenserfahrung hat sie stets ein offenes Ohr für die anderen Angestellten, wenngleich dies nicht verpflichtend zu ihrer Stelle gehört, so schätzt sie doch einen wertschätzenden Umgang und kümmert sich gerne um ihre Mitmenschen. Am schwersten fällt es es ihr, Mädchen zu entlassen, die den Anforderungen nicht gerecht werden. Deane hat in ihrem Leben jedoch bisher selbst nur wenige Menschen an sich herangelassen, doch wer dieses Privileg genoss, konnte sich eines bedingungslosen Rückhaltes sicher sein.

Emmeline West ist ein eher unauffälliges Hausmädchen im Dienste der Familie Eversly. Sie residiert hauptsächlich in Bath, kann aber auch einmal in London angetroffen werden, wenn sie ihre Arbeitgeber dorthin begleitet. Sie verrichtet still und zuverlässig ihre Arbeit und tritt ungerne in den Mittelpunkt. Das naive Mädchen trägt eine gute Seele in der Brust, das anderen ungerne schadet. Wenngleich sie ein paar Freunde hat, so weiß niemand, dass nicht dem männlichen Geschlecht zugeneigt ist und sich Hals über Kopf in die Schwester von Adam Eversly verliebt hat.

Erin O'Leary, eine in England geborene katholische Irin, ist mittlerweile 22 Jahre alt. In ihrem Leben hat sie schon alles gesehen. Von ganz unten arbeitete sie sich nach ganz oben und war Zofe einer Duchess. Das muss man sich mal vorstellen! Aller Widrigkeiten zum Trotz - man denke nur an den Bastard des Dienstherrn, der wenige Stunden nach seiner Geburt in einem Waisenhaus untergebracht worden war, an die anschließende Kündigung durch den selben Herrn, an das Glück, das darauf folgte, als Erin zum ersten Mal die Arbeiten einer Zofe ausführen durfte und schlussendlich an die Duchess of Devonshire. Welch hoch dotierte Arbeit war das gewesen! Fast hätte Erin vergessen, dass sie nur eine von vielen Ameisen in einem geschäftigen Bau war. Und als erneut ein Dienstherr auf sie aufmerksam wurde, entschloss sie sich, zu gehen. Ohne Zeugnis landete die Rothaarige nun wieder ganz unten und kann glücklich sein, dass sie aufgrund des gutmütigen Herzens von Mr Johnston eine Stelle als Hausmädchen erhalten hat. Auch wenn dies weder ihren Fertigkeiten, noch ihrer Neigung entspricht. Und weil es so schön dazu passt: Unglücklich, um nicht zu sagen "hoffnungslos", verliebt ist Erin auch noch. In keinen geringeren als Henry Musgrove.

Wer hätte vor mittlerweile 24 Jahren als Eugenia Nutbrown das Licht der Welt erblickte ahnen können, dass dieser lockenköpfige Engel es so faustdick hinter den Ohren haben würde? Genie, wie sie seit ihrer Hochzeit von Jedermann genannt wird, trägt mittlerweile den Nachnamen Hawkins. Und das, wo sie doch eigentlich dazu bestimmt war einmal die Frau des angesehenen Jonathan Wentworth, mittlerweile Earl of Huntingdon zu werden. Doch seien wir einmal ehrlich, in dieser Ehe wäre keiner von Beiden glücklich geworden. Zumal es ihr noch nie gut zu Gesicht stand anderen nach dem Mund zu reden. Wie hätte sie ihren zukünftigen Mann da im ausreichenden Maße huldigen können? Obwohl Genie mit ihrem unvergleichlichen Dickschädel einem jeden Nutbrown zur Ehre gereicht, sorgte ihre Entscheidung, vor dem Altar zu fliehen um statt dessen die Frau eines bettelarmen Tagelöhners zu werden dafür, dass man sie aus der Familie verstieß. In Kreisen der guten Gesellschaft gilt sie als gefallen und geächtet. Doch auch ihr über Alles geliebter Mann hat es nicht leicht mit seiner Frau. Zwar kümmert sie sich nebst ihrer Arbeit in einer Wäscherei liebevoll um den gemeinsamen Sohn. Doch zieht es Genie nebst ihrem Familienleben auch immer wieder in die Gesellschaft dieser Theaterleute wo sie immer wieder Nebenrollen annimmt, um geistig und kulturell nicht gänzlich zu verarmen. Und als wäre dies nicht bereits schlimm genug, engagiert sich Genie seit Neuestem auch noch bei diesen Frauenrechtlerinnen. Frauen welche dem Manne gleichgestellt, ihm sogar überlegen sind. Hat man sowas schon mal gehört? Aber ganz genau so ist sie eben, die Gute. Herzlich und aufopferungsvoll bis aufs letzte Hemd und doch kämpferisch. Gezähmt und gezogen mögen andere sein. Auch wenn Genie mittlerweile eingestehen muss, dass Armut nichts romantisches hat. Ein Käfig bleibt ein Käfig, ob nun aus Gold geschlagen oder aus Holz gezimmert. Manch Einer mag sie für dumm halten, mit ihren Ambitionen, hätte sie doch mit Geld in der Hinterhand viel mehr erreichen können. Genie sieht sich jedoch immer noch als ihres eigenes Glückes Schmid. Das Einzige was sie bereut ist der Umstand, dass sie ihrer Mutter keine Stütze mehr sein kann und von ihrer Familie getrennt leben muss. Denn selbst wenn der Reichtum und das Ansehen ihr Nichts bedeutet, die Menschen die sie liebt, sind immer noch Alles für sie. Noch hat sie also nicht aufgegeben, eine Welt zu schaffen, in der ihre zukünftigen Nichten und Töchter ihr Leben selbst bestimmen können.

Faye zählt mittlerweile 25 Jahre und doch kann sie behaupten bereits zwei Leben gelebt zu haben. Geboren wurde sie in den Tiefen Irlands als erstes und einziges Kind einer angesehenen Adelsfamilie. Ihre Zukunft sollte eine Große sein. Eines Tages würde sie einen ehrenwerten Mann finden und dessen Lady werden. Eines Tages. Doch es kam anders. Faye verlor alles. Nicht nur ihren Reichtum, auch ihre Eltern und um die Schmach nicht zu ertragen zog es die Rothaarige nach Großbritannien. Gelegenheitsjobs sollten sie über Wasser halten - bis Gott eine neue Bestimmung für sie hervorbrachte. Seit vielen Jahren nun schon arbeitet sie als Zofe für Irene Grey. Von dieser wird sie seither Mary O'Rilley genannt. Im Hause des Dukes of Wellington kennt man sie nur unter diesem Namen. Dass ihr eigentlich ein anderer zu Teil ist, das ist ein Geheimnis, welches sie wohl behütet. Ob sie glücklich ist? Faye weiß nicht ob sie jemals wieder dieses Gefühl wird verspüren können. Die junge Frau ist verbittert, wird getragen von ihrer Wut auf den Adel, ihren Hass auf all' das was man ihr vor so langer Zeit genommen hat. Dabei gilt die Irin doch als so ruhiges und besonnenes Ding. Die Zofe mit dem hübschen Lächeln und der Geduld eines Engels. Faye weiß ganz genau was sie tut. Sie weiß wie man sich in diesen Kreisen zu verhalten hat. Sie ist gebildet, gerissen und manipulativ. Und wenn sie sich ein Ziel gesetzt hat - dann wird sie dieses auch erreichen, koste es was es wolle.

Pamela Slade wurde vor 13 Jahren in eine arme Unterschichtfamilie geboren. Viele Familienmitglieder starben in dieser Zeit an Hunger und Krankheit, geblieben sind ihr jedoch noch zwei Brüder, Robin und Patrick, mit denen sie gemeinsam in einer Kinderbande ums Überleben kämpft. Für bessere Chancen hat sich Pamela in Hugo verwandelt und ist nicht 13, sondern erst 10 Jahre alt. Obwohl ihr Leben alles Andere als leicht ist, ist Pam froh, es geschenkt bekommen zu haben. Vor allem wegen ihrer Brüder, die sie über alle Maßen vergöttert.

Lavinia mag man als sonderbares und verträumtes Mädchen wahrnehmen, das noch nicht ganz erwachsen geworden ist. Sie selber würde sich natürlich vehement dagegen wehren! Nur, weil sie nicht heiraten möchte und nicht das tut, was andere von ihr erwarten, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht erwachsen ist. Lavinia arbeitet als Schneiderin in London bei ihrer Tante, die man als exzentrische Dame kennt. Mit ihren 23 Jahren hat sie schon zwei Männer abgewimmelt und ihre Chancen auf eine Ehe gut reduziert. Lavinia ist zufrieden mit ihrem Leben und schlendert gar weltfremd durch die Straßen, merkwürdige Freunde machend und ständig einen Weg suchend, den sie noch nicht gesehen hat - und der sich vielleicht noch gut verstecken mag.

Madeline wurde in eine Middle Class-Familie geboren, doch nach einem Vorfall vor wenigen Monaten ist die junge Frau von ihrer Familie davongelaufen und wohnt seither im Cupids und verdient sich dort ihre Bleibe als Mädchen für alles, sodass sie nunmehr zur Working Class zählt. Sie hat hellbraunes Haar, ein herzförmiges Gesicht, mit Sommersprossen, graue Augen und ist von durchschnittlicher Größe. Madeline ist eine herzliche und freundliche junge Frau, doch nicht anders war es von ihrem Großvater in seiner Buchhandlung erwartet worden, denn immerhin freute man sich, Kunden als Stammkunden zu gewinnen und deren vertraute Gesichter stets auf ein neues zu erblicken und zu beraten. Schon vor ihrer Tätigkeit im Geschäft ihres Großvaters liebte sie Bücher und betrauert es nun ein wenig, dass sie mit der Flucht aus ihrer Familie keines ihrer Bücher mitnehmen konnte und hoffte nun, dass sie bei ihren Geschwistern in guten Händen sind. Als älteste Schwester zeichnete sich die junge Frau stets durch ihre offene und doch genügsame Art aus. Sie legte stets ein Augenmerk darauf, ihre Geschwister glücklich zu sehen und wenn dies bedeutete, dass sie selbst sich zurückzunehmen hatte, nahm dies nur zu gerne in Kauf. Ihren Aufgaben geht Madeline mit größter Motivation, Gewissenhaftigkeit und Fleiß nach. Ihre Geschwister und Freunde hoben wohl stets ihr offenes Ohr und ihren Rat, sowie ihre Kreativität als Madelines Stärke hervor. Doch darf man auch die Schattenseiten nicht außer Acht lassen. Madeline kann sehr zielstrebig und verbissen sein. Als Idealistin hat sie ihre eigene Vorstellung der Welt und steht Abweichungen davon mit höchster Ablehnung entgegen. Ihr Leben hat sie mittlerweile gelehrt, auch Menschen gegenüber skeptisch zu sein, diese abzulehnen oder nur schwer Vertrauen zu fassen. Seit dem Übergriff königlicher Soldaten auf sie und den Tagen auf der Straße, ist die junge Frau erstaunlich ängstlich und schreckhaft. Zudem schläft sie kaum, da nachts viele Bilder auf sie einströmen und ihr den Atem abschneiden. Wenn sie denn Schlaf findet, so ist dieser alles andere als erholsam und sie hat wohl des Nachts schon das ein oder andere Mal im Schlaf geschrien. Wenn Madeline sich abends und nachts in ihrer Kammer versteckt, weint sie zudem sehr viel – so kennt sie sich selbst nicht einmal. Den Mädchen im Cupid’s hat Madeline nur sehr wenig anvertraut und ist schweigsam, doch womöglich taut sie zumindest noch ein wenig auf. Männer verabscheut die junge Frau seit ihrem Erlebnis und sie hat ihnen gegenüber einen starken Hass, wenngleich sie weiß, dass Hass eine Sünde ist.

Die 20-jährige Minka Philpot ist mit ihrem Leben zufrieden. Sie hat eine sichere Stelle als House Maid beim Duke of Wellington, dementsprechend auch einen warmen Platz zum Schlafen und eine sinnstiftende Aufgabe, die sich zwar täglich wiederholt, allerdings trotzdem niemals eintönig wird. Sie ist ledig und der Gedanke, dass sich das irgendwann ändern könnte, liegt ihr fern.

Die 27-Jährige Niamh O'Donoghue war einmal ganz oben gewesen. In einem angesehen Ensemble hatte sie ganz England durchreist und dabei stets in der Hauptrolle als Sopranistin geglänzt. Ihr Leben war erfüllt gewesen von Glanz und Gloria. Der Fall kam, als ihre uneheliche Schwangerschaft ersichtlich wurde. Ungebremst fiel Niamh aber noch tiefer. Ihre Schwester ließ bei einem Feuer ihr Leben, Glück in London an der Seite eines Mannes war ihr nicht beschieden und zuletzt verstarb ihre Tochter Liadan. Mittlerweile wurschtelt sich die gebürtige Irin durch zweitklassige Auftritte und einige gammlige Bettlaken, um wenigstens irgendetwas zu tun.

Einmal von Blackpool nach London - für Mädchen wie Ophelia ist das eine regelrechte Weltreise. Fort aus der Heimat, wo die Wohnung mit den vielen Geschwistern, von denen sie auch noch das Nesthäkchen ist, sowieso viel zu eng wird, hat sie in London durch Vermittlung ihres Bruders (der ja doch irgendwie ein Fremder ist) eine Anstellung bei den Lamberts gefunden und macht dort nun ihren Weg als Lady's Maid. Dass sie dabei auch noch in der Nähe ihres Bruders lebt und arbeitet, mag zwar ganz hervorragend sein, aber man ist sich ja dennoch fremd und muss sich noch aneinander herantasten. Mit Fleiß, Heiterkeit und einer großen Portion Enthusiasmus arbeitet Ophelia liebend gern auch länger als notwendig, denn sie will ja gut sein in dem, was sie tut - egal, ob sie dann schnell als Schleimerin dasteht. Schlimm genug, dass sie nur mit Müh und Not lesen und schreiben kann und die Rechnerei sich ihr komplett entzieht, das muss ja irgendwie aufgewogen werden. In ihrer Freizeit ist sie manchmal auch in Pubs zu finden, denn ein Glas Ale, das genießt auch sie, und besonders gerne sieht sie im Park den feinen Damen beim Flanieren zu. Hach, wie schön das doch wäre, auch eine von ihnen zu sein! Aber das ist natürlich nur Märchenspinnerei, wie auch ihr klar ist; Träumen wird jawohl erlaubt sein.


Sally kam als drittes Kind von Howard und Lilian Jennings auf die Welt. Obgleich sie demnach das drittälteste Kind ihrer Eltern gewesen wäre, wurde sie jedoch zum zweitälteste Kind, denn ihre ältere Schwester Rose überlebte nicht. Nach Sally folgten noch drei weitere Kinder. So musste Howard Jennings fünf Kinder ernähren – für eine Familie, welche der Unterschicht angehörte, war dies gar nicht so einfach. Vor allem, nachdem Howard seine Arbeit verlor und die Familie in die Armut abrutschte. Sally wuchs in einer Familie auf, welche oftmals von Leid durchzogen war, denn aus Frust fing ihr Vater zu trinken an und ließ seine schlechten Launen oft an seiner Ehefrau aus. Dennoch entwickelte sie sich zu einer hilfsbereiten und liebenswerten, wenn auch zurückhaltenden und schüchternen jungen Frau, welche für ihre jüngeren Geschwister da war. Mit sechzehn bekam Sally eine Anstellung als Hausmädchen bei der Familie Reynolds. Noch heute ist sie bei der Familie angestellt und ist glücklich mit ihrem Leben, auch, wenn sie wenig hat.

“Ihr Name lautet Sayuri Yue. Sie ist in einem kleinen Dorf in Japan zur Welt gekommen und zählt siebzehn Jahre. Bei ihrer Geburt wurde ein Gendefekt festgestellt, der ihr das Gehör raubte und sie somit als gehörlos gilt. Ihre Eltern waren arme Menschen, die Sayuri schließlich eines Tages an eine reiche Familie gaben. Bei dieser Familie würde es ihrer Tochter besser gehen, versicherten sie ihr. Und so war es tatsächlich. Die junge Asiatin blühte zu einer hübschen Blume heran und öffnete ihre Knospen, Seit diesem Tag lebt sie mit einigen Zirkusleuten zusammen.“

Durch die rote Lockenpracht, welche ihren Kopf schmückt, ist es unmöglich Wren Scoresby zu verwechseln, geschweige denn zu übersehen. Seit mittlerweile 18 Jahren lebt und arbeitet sie im Norden von London, auf der Harefield Farm, welche sich seit Jahrzehnten im Familienbesitz befindet. Wer sich das Leben auf dem Land als ruhig und idyllisch vorstellt, hat die Rechnung ohne die viele harte Arbeit gemacht, die auf einem Bauernhof so anfällt. Tag für Tag arbeitet Wren sich die Finger wund, beneidet die Adeligen und deren Kammerzofen, die es so viel einfacher zu haben scheinen. Nicht selten träumt sie davon, dass sie eines Tages von einem reichen Mann gerettet wird, der sie aus dem sich ständig wiederholenden Alltag rettet und in ein Abenteuer entführt.

August erblickte als erstes Kind der Familie Jennings das Licht der Welt. Nach ihm folgten noch fünf weitere Geschwister, wovon jedoch nur vier überlebt haben. August kommt aus einer ärmlichen Familie, deren finanzieller Zustand sich nur noch mehr verschlechtert hatte, nachdem sein Vater seinen Job verlor und sich mehr und mehr Alkohol und gewalttätigen Ausbrüchen zuwandte. Im Alter von 16 Jahren hatte August dementsprechend seine Familie verlassen, damit er Arbeit finden konnte und seine Mutter und Geschwister finanziell unterstützen konnte. Er fand schließlich eine Anstellung als Stallbursche bei einem alten Ehepaar, hat sich mittlerweile jedoch zum Pferdeknecht hochgearbeitet und ist nun bei den Chapmans tätig. Verheiratet ist er nicht, hegt jedoch Gefühl für Eliza Gladwin, die älteste Tochter der Chapmans. Nachdem nun allerdings über die Bindung der beiden gemunkelt wird, besonders nachdem Elizas Ehemann verstarb, hält er Abstand zu ihr.

Cillian Brennan wurde vor 29 Jahren in Irland als Bastard einer Köchin geboren. Seinen wahren Vater hat er nie kennengelernt, doch weiß er, dass es wohl Jemand aus einer höheren Schicht gewesen sein muss. Er wohnt in London über einer kleinen Wohnung eines Pubs in welchem er auch arbeitet. Er war lange Jahre im Krieg und hört dank einer Kriegsverletzung auf dem einen Ohr nicht mehr. Wenngleich er ein guter Kerl ist, so ist er doch zerfressen von Missgunst besonders dem Adel gegenüber.

Seit einigen Monaten steht Daniel Keats als Hausdiener in den Diensten des Duke of Wellington. Durch seine freundliche, diskrete und gesellige Art wird er geschätzt. Seine Ziele im Leben sind nicht unerreichbar, zu exzessiven Taten oder auch Charakterzügen neigt er trotz einer rebellischen Ader und einem etwas frechen Mundwerk schon lange nicht mehr und hat ein fröhliches Naturell. Seine Geheimnisse, kleine Gesten der Emanzipation und die verlorene Liebe (zu einem Mann) gehören wenn es nach Daniel geht der Vergangenheit an. Mit 25 Jahren möchte er neu beginnen und glaubt, dass der Ortswechsel ihm das ermöglichen wird. An seiner mangelnden Zuneigung zu heiratswiligen Frauen hat das allerdings nichts geändert. Die verspürt er eher für den Kammerdiener des Dukes.

Flinke Finger, die sich geschickt in die Manteltasche eines Gentleman verirren und die Geldbörse ungesehen entwenden - diese gehören eindeutig zu Ebenezer Hayward. Der von allen nur Ebb genannte Junge ist ein talentierter Dieb, geboren aus seiner kleptomanischen Neigung, Dinge zu klauen und zu besitzen. Das schlechte Gewissen dazu ist nur leider viel zu oft nicht abstellbar. Der vierzehnjährige ist Vollwaise und hat bis auf seinen jüngeren Halbbruder auch schon alle Geschwister an den Tod verloren. Jamie jedoch hat es in ein Waisenhaus geschafft, indem Ebb immer wieder vorbeisieht, um ihn zu besuchen. Wenn er nicht gerade seinem Onkel in der Hufschmiede aushilft, für die Finger's Off, eine Kinderdiebesbande, ein paar Münzen klar macht oder sich in den Straßen herumtreibt.

Edmund Johnston ist am 12.02.1752 in London als erstes Kind des Johnston Ehepaares geboren wurden, nach ihm folgten drei Mädchen, mit denen er bis heute noch in Briefkontakt steht und einen Bruder, der aber leider kein Jahr alt wurde. Seit Jahrzehnten ist Edmund im Eversly- Haushalt tätig, fing damals als Hallboy an und hat sich zum Butler gemausert. Seit 16 Jahren hat er die Stelle des obersten Butlers inne und steigt gerne heimlich der Köchin des Hauses nach, Deane Abbott, die hat es ihm schon seit Ewigkeiten angetan, aber dummerweise hatte er sie damals durch einen dummen Zwischenfall mit einer anderen Frau vergrault. Hoffentlich etwas, dass bis heute in Vergessenheit geraten ist.... immerhin ist dies auch schon Ewigkeiten her, da war er noch Hallboy gewesen. Mittlerweile ist er 64 Jahre alt und merkt das Alter hin und wieder schon in seinen Knochen, Wehwehchen verschwinden auch nicht mehr so schnell, alltägliche Handlungen werden anstrengender, sein Gedächtnis arbeitet allerdings noch ziemlich gut.

Der 34 jährige war über zehn Jahre lang Soldat und arbeitet seit einigen Jahren als Nachtwächter in London. Seine herausragendste Eigenschaft ist vermutlich die, keine besonders herausragenden Eigenschaften zu haben, er bleibt Leuten selten in Erinnerung. Francis ist der Sohn eines Schmieds, stammt aus einfachen Verhältnissen und hat so gut wie keine Ambitionen im Leben. Regelmäßige Kritik daran üben seine Geschwister und seine Frau Elaine, die sich allesamt wünschen er würde zumindest ab und an seine Prinzipien über Board werfen um mehr Geld nach Hause zu bringen. Dort sind immerhin auch zwei kleine Kinder und seine junge Nichte zu versorgen. Wirklich aus dem Trott bringen lässt Francis sich allenfalls von den örtlichen Schmugglern - das allerdings weniger wegen deren illegalen Aktivitäten. Oder zumindest nicht den offensichtlichen.

Eigentlich wird Gustav von allen nur Gus genannt. Er ist noch 16 Jahre alt, auch wenn er nicht so genau weiß, wann er wirklich Geburtstag hat. Er ist so etwas wie ein Anführer einer Bande von Straßenkindern, aber arbeitet Gelegenheitsjobs. Er übernimmt viel Verantwortung für die Jungs - zu seinem Leidwesen ist auch ein Mädchen dabei - aber kann auch sehr schnell sehr ungemütlich werden. Aber eigentlich ist er ein lieber Kerl, der nicht recht über den Tod seines Bruders hinweg gekommen ist.

Der Junge, der auf den Straßen Bo gerufen wird, ist gerade einmal 14 Jahre alt, sollte aber nicht unterschätzt werden. Geboren wurde er im schäbigsten Viertel von London als zweiter Sohn einer Prostituierten, die bereits verschieden ist. Seinen älteren Halbbruder versucht er zu finden, seitdem die beiden durch Heim und Arbeitshaus voneinander getrennt wurden. Allen voran hat er eine Anstellung bei einer gewissen Madame Moreau gefunden und spielt ihr das Helferlein hinter den Kulissen.

Jeff, ursprünglich Jeffrey Clarke, war in London einst als das Phantom bekannt. Geboren wurde er in eine bürgerliche Familie, doch geriet diese nach dem Tod des Vaters in Armut. So kam es, dass er aufgrund falscher Freundschaften, zu Stehlen begann. Trotz Schneiderausbildung hörte er damit nicht auf und fand Gefallen daran. Dank einer irrsinnigen Idee, gab er sich als Gentleman aus, um an die Juwelen vermögender Herrschaften zu kommen. Mit seinem Charme gelang ihm das mit Leichtigkeit. Erst als er die Sängerin Niamh kennenlernt und sich in sie verliebt, lässt er seine "Geschäfte" ein wenig schleifen. Ihre Beziehung wird durch Höhen und Tiefen bestimmt, Niamhs Tochter Liadan macht sein Leben noch wertvoller. Dennoch folgt nach einigen Ereignissen eine Trennung, die Jeff in die Ferne zieht. Für einige Jahre verdingt Jeff sein Geld auf der Cluaran Leana, wo er als Schatzmeister und Fälscher fungiert, bis zum Tage als er auf seine ehemalige Geliebte trifft und ihn seine Reise nach Bath führt, wo er nun bei einer aristokratischen Familie als niederer Hausdiener arbeitet.

Man kennt John Musgrove nicht unbedingt als hilfsbereiten Nachbarn. Vormals Soldat, arbeitet er nun mit einer leichten Gehbehinderung in einer Fabrik - und das deprimiert einen 26 Jahre jungen Mann mitunter sehr. Zur Aufheiterung hat er geheiratet, allerdings eine Französin, was schonmal für Naserümpfen sorgt.

Mit seinen 38 Jahren hat Kendrick Honeycutt schon unglaublich viel erlebt, allerdings ist er es auch noch nicht satt. Er sehnt sich nach Abenteuern, nach Aktion, nach 'unterwegs sein' . Still an einem Ort bleiben liegt ihm einfach nicht, das macht ihn unruhig. Probiert hat der Pirat das bereits, mit einer Gaststätte, aber als die Dame, mit der er eben diese Selbstständigkeit ausleben wollte, ihn verließ, ging auch die Gaststätte den Bach runter und die Weiten des Meeres lockten ihn wieder an. Mittlerweile ist Kendrick Koch auf der Cluaran-Leana, die Kombüse ist sein Reich und wenn sich irgendwer verletzt, kümmert er sich auch liebevoll um die Wunden der anderen als stellvertretender Schiffsarzt. Seine großen Pranken können wirklich sehr sanft und geschickt hantieren, immerhin ist der Mann 2 Meter groß und das schreckt den ein oder anderen auch mal ab. Allerdings hat Kendrick auch stets den Schelm im Blick, er kann selten ernst bleiben und macht sich gerne über fast alles lustig.

Laurence Floyd wurde in Blackpool geboren und stammt aus armem Hause. Er begann bereits in jungen Jahren zu arbeiten und bekam dank seines Onkels mit 13 Jahren seine erste Anstellung in einem Herrschaftshaus. Nun ist er seit beinahe 14 Jahren im Dienst des Duke of Wellington und inzwischen zum Hausdiener aufgestiegen. Er ist noch immer ledig und möchte es bestenfalls auch bleiben. Eine große Familie hat er bereits in Blackpool, denn seine vielen Geschwister und seine Mutter sind auf seine Hilfe angewiesen, da der Vater bereits vor vielen Jahren an seiner Krankheit verschied.

Das Übel von Aldwych: Weithin berüchtigt - in der Halbwelt ebenso sehr wie in der Unterwelt. Als skrupelloser Leichenräuber, Räuber, Mörder, Halsabschneider ist Malady, eigentlich Jacob Ismael, Verfolgter, gehasst und gefürchtet in Londons Straßen. Man erzählt sich sogar, seine Figur oder vielmehr seine Legende fungiere als Kinderschreck in der Gegend um den River Fleet. Warte nur, bis Malady dich holen kommt. hat vielleicht manches Kind hier bereits zu Hören bekommen, aber auch gestandene Männer würden diesem üblen Gesellen ungern bei Nacht auf der Gasse begegnen. Die Polizei wird seiner seit Jahren nicht habhaft, die Hospitale und medizinischen Fakultäten hingegen profitieren von seinen dreckigen Geschäften. Er schreckt weder davor zurück, notfalls frische Leichen zu schaffen, wenn das Geld stimmt, noch davor, die Gassenjungen zu zwingen, halbwarme Leichen auf den Friedhöfen für ihn wieder auszugraben. Auf sein Konto gehen Raub, Mord, Gewaltdelikte, Erpressung, Zuhälterei und Kuppelei.

Nathaniel Culpepper hat für einen Angestellten und Diener eines angesehenen Hauses eine solche Stellung inne, wie sie viele Kammerdiener nur neidisch gerne erhalten würden: Er ist der Kammerdiener keines geringeren als des Helden von Waterloo. Als Angestellter eines Dukes verdient er somit sehr gut und hat eine passable Stellung inne. Für seine 32 Jahre ist dies eine hohe Stellung. Nathaniel geht damit jedoch keineswegs arrogant, sondern eher gelassen um. Der verschlossene Mann aus einem kleineren Küstenort in England hat nicht viele Freunde und noch viel weniger Menschen vertraut er. Dabei wäre ein Freund an der Seite manchmal wirklich nicht falsch, vor allem, wenn man viele Geheimnisse mit sich herum trägt. Eines davon, seine sexuelle Vorliebe, ist besonders gut gehütet. Auch, dass er sich in einen anderen Diener des Hauses verliebt hat.

Der Junge aus ärmlichen Verhältnissen wird auf Zuspruch Lord Byrons und anderer generöser Herren aus der Gesellschaft seines dichterischen Talents wegen geschätzt, protegiert und vielerorts regelrecht hofiert. Er gleicht dabei allerdings auch in der eigenen Wahrnehmung eher einem Zirkusäffchen, das man sich zur Unterhaltung engagiert. Ein hübscher kleiner Tanzbär, der mit Worten spielt, dazu ein karges Trinkgeld. Er ist genial, progressiv und aufregend aber stets auf die Großzügigkeit seiner Förderer angewiesen. Nach Lord Byrons Abreise weiß er nur umso besser um seinen wackeligen Stand in der Gesellschaft. Die Straßen und miesen Unterkünfte von St. Giles, die Bordelle sind gerade einmal einen Pap von seiner Position entfernt. Nate würde alles tun, um nicht dorthin oder zu seiner Familie zurück zu müssen, sich verkaufen und notfalls auch über Leichen gehen. Gleichzeitig spielt er mit dem Feuer. Zeitweilig lässt sein Benehmen keinen Zweifel über seine Herkunft zu, er trinkt und spiel zu viel und vertritt schon mal radikale Ideen zur Gesellschaft.

Padraig ist Ire und buchstäblich ein Irrer dazu. Der junge Mann, der ehemals als Pirat in See stach, ist immer noch Seefahrer und mit seinen 26 Jahren unverheiratet. Sein schwachsinniger Geist ist so mancher Seele unheimlich, aber von ihm selbst kann man nicht behaupten, dass seine sonderlich schwarz, sondern eher missverstanden ist. Paddy ist ein Tunichtgut und überall da anzutreffen wo man getrost sagen würde...zur falschen Zeit am falschen Ort.

Geboren als Sohn eines Tagelöhners wuchs Peter Hawkins in ärmlichen Verhältnissen auf und war harte Arbeit und Hunger von klein auf gewöhnt. Eine schicksalhafte Begegnung bescherte dem jungen Mann seine jetzige Frau Eugenia, geborene Nutbrown, aus einer angesehenen Familie der Upper Class. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Nähe von Bath, wohnt Peter mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn Abel mittlerweile in London und arbeitet als Holzlieferant.

Philipp Morley mag bereits einiges in seinem Leben erlebt haben. Als Sohn eines Brauers wuchs er in Southampton auf, von wo er geradezu floh, um ein Seemann zu werden. Keine andere Berufung schien dem jungen Mann passender, bewies er sich doch als taugliches Crewmitglied. Seine Lebenswindungen führten ihn über Piraterie, Schmuggel, Weltenreisen und zur großen Liebe, die nie erwidert wurde. Kein Wunder, dass er diese Frau nie wieder sehen will, liebte sie doch stets seinen ehemaligen Captain. Heute kennt man den 30 Jahre alten Morley als Bierbrauer am Hafen Londons, nicht auszudenkend, dass er irgendwann einmal doch in der Berufung seines Vaters landen würde. Einen Nebenverdienst bekommt er als Türsteher im Cupid's, wo er schon einige Freier wieder vor die Tür gesetzt hat. Das Leben hat es nicht immer gut genug mit ihm gemeint - aber Philipp ist gewieft und weiß doch, wie er den einen oder anderen Nachteil, in eine vorteilige Entwicklung für sich verwandeln kann. Mit ihm es zu verscherzen, sollte man jedenfalls nicht.

Robin stammt aus einfachen Verhältnissen und lebt seit einigen Jahren als Vollwaise auf Londons Straßen. Auch als seine Eltern noch lebten hat er bereits oft die Verantwortung für seine Geschwister übernommen und würde sich niemals von diesen trennen lassen. Von den zahlreichen Slade Kindern sind bis auf Robin noch die jüngeren Zwillinge übrig geblieben mit denen gemeinsam Robin zu der Kinderbade Fingers Off gehört. Robin gilt unter den Kindern als ehrlich, fair und hilfsbereit und stellt das Wohl anderer scheinbar bedingungslos über sein eigenes. Als einer der älteren in der Gruppe nimmt er jede Arbeit an, die er bekommen kann, egal ob als Botenjunge oder Rattenfänger. Sein Plan Geld zu sparen schlägt allerdings wiederholt fehl und so ist ungewiss, was die Zukunft für ihn bereit hält.


Theodore Smith ist, trotz aller Hürden, die ihm begegnet sind, zu einem lebensfrohen Menschen herangewachsen. Er arbeitet als Kutscher bei den Reynolds, einer Upper Class Familie, die ihr Heim nahe Bath haben. Er kümmert sich liebevoll um die Pferde, verbringt seine Zeit jedoch auch sehr gerne mit seinen Mitmenschen. Er ist sehr humorvoll und abenteuerlustig. Still sitzen fällt ihm schwer. Seit Kurzem verdient er sich an seinen freien Tagen beim Wettboxen ein paar Münzen.

Als Thomas vor gerade einmal anderthalb Jahren, also im Sommer 1814, durch einen glücklichen vom einfachen Laufburschen zum Hausdiener befördert wurde, war das ein Aufstieg, den er sich nie erträumt hätte. Nachdem er in die ärmstmöglichen Verhältnisse geboren wurde, hat er Jahre gebraucht, um sich aufzurappeln, und dabei mehr Verluste eingesteckt, als er jemals freiwillig gestehen würde - von harter Arbeit im Arbeitshaus, wo er ab einem Alter von zwölf Jahren zehn Stunden am Tag Steine brach hin zu scheinbar leichterer Arbeit brauchte es Ehrgeiz, Hartnäckigkeit und eine zähe Konstitution, um nicht daran zugrunde zu gehen. Was niemand weiß: Nicht nur war seine Mutter eine Prostituierte, welche während der Schwangerschaft trank und sich um ihre Kinder nicht kümmerte, auch hat Thomas einen kleinen Halbbruder, Jasper, im Waisenhaus zurückgelassen, als er mit zwölf Jahren aus dem überfüllten Heim in ein noch überfüllteres Arbeitshaus gekarrt wurde. Gesehen haben sie sich seither nicht mehr - und wenn man Thomas fragt, ist der Jüngere so auch wesentlich besser dran.

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Der Mann war krank! Und sie befriedigte an ihm ihre voyeuristischen Bedürfnisse. Einfach, weil er sich Wasser aus einem Brunnen ins Gesicht spritzte, um seine Pein zu lindern.
Design & Outro
Im Moment gibt es nur ein Design, darum ist hier nichts zum Wechseln. Aber wer weiß, was die Zukunft so bringt!


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