If I die young

Herzlich willkommen im Jahr 1816!

Wir sind ein Rollenspiel zur Regency Zeit, mit Spielort in Bath und London im schönen England. Von der armen Bauernmagd bis hin zum adeligen Schnösel findet hier jeder seinen Platz. Wir spielen nach der Szenentrennung und mit fiktiven Charakteren. Wir sind ein netter kleiner Trupp, freundlich, recht aktiv aber passen uns dem jeweiligen Tempo an und freuen uns natürlich über neue Mitglieder. Du musst kein Hintergrundwissen mitbringen, hier ist jeder willkommen und unsere Enzyklopädie und der Support helfen Dir gerne weiter!
News

30. Mai 2022
Der Zeitsprung ist da und natürlich alles was dazu gehört! Außerdem feiern wir unser 10-jähriges Miteinander. Also schnell zu den News!


09. April 2022
Der Postingmarathon ist beendet! Und (natürlich) hat das IF gewonnen! Wir danken für eure rege Teilnahme! Mehr dazu in den News.




Inplaydaten & Wetter

April - Juni 1816

Unser aktueller Inplayzeitraum erstreckt sich im gesamten Jahr 1816, wobei momentan die Kernmonate April bis Juni besonders aktiv bespielt werden. Nach einem strengen Winter bahnen sich erste Frühlingsboten an. Sie sind in diesem Jahr jedoch sehr zurückhaltend und zumeist regnet es. Der Regen bestimmt auch die weiteren Wetterverhältnisse bis in den Juni hinein. Von kurzen Schauern bis zu anhaltendem Starkregen ist alles vertreten. Die Temperaturen bleiben bis Mitte Mai im unteren zweistelligen Bereich und können sich erst im Juni an die 20°C-Marke herankämpfen. Für Landwirte ist das Bestellen ihrer Felder kein Vergnügen, doch auch innerhalb der Städte kämpft man mit nicht trocknender Wäsche und aufgrund des hohen Grundwasserpegels feuchten Kellern. Die Hoffnung, dass die übermäßigen Regenfälle gegen Ende Juni ein Ende finden würden, ist allgegenwärtig.


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GESELLSCHAFTSSCHICHTEN
WEIBLICH MÄNNLICH
Royal Family
Mit siebzehn Jahren ist für die junge Mary FitzClarence, Tochter von Prinz William, Duke of Clarence and St. Andrews, die Welt schon nicht mehr in Ordnung: Sie führt zwar ein bequemes Leben, bekommt erstklassigen Unterricht in allen erdenklichen Fächern und genießt ein Privileg, wie es sonst kaum Bastarde haben, doch auch dieses Leben hat seine Schattenseiten. Knapp zwei Jahre hat Mary ihre Mutter, die Schauspielerin Dorothea Jordan, nicht mehr gesehen, weiß nur durch die Briefe, die man sich schreibt, dass sie noch am Leben ist und mittlerweile das Land nach einem Skandal verlassen hat. Nächstes Jahr steht dann auch noch das Debüt an, in das ihr Vater sie hinein drängen möchte, um eine gute Partie für sie zu finden. Auf der rein sachlichen Ebene kann sie die Notwendigkeit dafür natürlich verstehen - doch das bedeutet nicht, dass sie damit einhergehen muss. Ob das der Grund ist, aus dem man bereits jetzt überlegt, ob es ein reiner Ritterschlag für einen möglichen Ehemann tun wird, oder ein eigener Titel hermuss?

Mit ihren 38 Jahren ist die Dunkelhaarige möglicherweise nicht mehr eine der jüngsten Damen am Hofe, aber wohl noch immer eine mit dem größten Temperament. Aber als Prinzessin kann sie dies sowieso nur bedingt ausüben. Sie hat niemals geheiratet, wenngleich sie sich derzeit zwei jüngere Geliebte hält. Aus einer unglücklichen Jugendliebe hat sie zudem eine junge Tochter, von der allerdings keiner weiß.


Als illegitimer Sohn hat man es nicht immer leicht, nicht einmal, wenn man der Neffe des Prinzregenten ist. George FitzClarence kann ein Lied davon singen... Könnte er, wenn er singen könnte. Weder dies, noch das Tanzen liegt ihm. Auch im Schreiben zeigt er seine Schwächen, dafür kann er wunderbar denken. Er liebt das Schachspiel und andere Freizeitaktivitäten, die Strategie erfordern. Mit Bauchgefühl kann er wieder weniger anfangen. Immerhin, sein Talent, verschiedene Dinge zu kombinieren, haben es ihm ermöglicht, in der britischen Armee zu einem Brigadegeneral aufzusteigen, der noch dazu auf dem besten Weg ist, ein Generalmajor zu werden. Für den perfekten Lebenslauf eines illegitimen Sohnes fehlt nun also nur noch eine Frau. Dahingehend hat Vater jedoch immer die besten Ideen.


Aristocracy
Abigail ist ein herzlicher und gutmütiger Mensch, der sich sehr für das Wohl anderer einsetzt. Sie ist frisch verheiratet mit dem Mann ihrer Träume und lässt nur zu gerne jeden, der es hören möchte (oder auch nicht) an ihrem Glück teilhaben. Mit dem Leben in der großen Stadt ist Abigail regelmäßig überfordert. Sie bevorzugt die Natur und die Hektik der Stadt macht sie nervös und unruhig. Insgesamt tut sich Abigail in großen Menschenansammlungen schwer und meidet diese deshalb sofern es ihr möglich ist. Seit sie in London lebt hilft sie ehrenamtlich im Armenhaus der Mrs. Cornish aus und in ihrer Freizeit liebt sie es zu malen.

Marchioness of Kintyre and Lorne - diesen Titel hätte sich Adeline niemals träumen lassen. Seit nun mehr drei Jahren trägt sie statt ihren Familiennamens Wentworth nun den Namen ihres Mannes - Campbell. Mit ihren 25 Jahren hat sie ihre Ziele erreicht und eine eigene Familie mit einem Mann gegründet, den sie liebt, wenngleich es einst eine vereinbarte Verbindung war. Adeline ist warm, durchsetzungsfähig, leidenschaftlich, ehrgeizig und höflich. Sie kann schwer verzeihen, ist familienbezogen, frisst private Dinge in sich hinein und vertraut sich höchstens Algernon an. Zuletzt bleibt zu nennen, dass sie charakterstark ist, eine Schwäche für Kostbarkeiten und hohe Ansprüche hat; sie ist stolz, herzlich, kom­pe­ti­tiv, bestimmt und sehr sorgend.

Wenn man zu den Grants gehört, werden frph bestimmte Ansprüche gestellt und das ist auch bei mir der Fall. Mit meinem 25 Jahren bin ich noch nicht verheiratet und auch nicht verlobt, nicht mehr. Aber wenn es nach der Familie geht, soll sich dies schnell ändern. Ich lebe also noch bei meinen Eltern in London und versuche die Anforderungen an mich zu erfüllen.

Calliope, die jüngste Tochter des Viscount Royston, verbringt aktuell ihre zweite Season in London. Man wird sie zu fast allen gesellschaftlichen Anlässen antreffen, stets in Begleitung ihrer Anstandsdame. Noch ist sie unverheiratet und nicht versprochen. Es soll schon mehrere Bewerber um ihre Hand gegeben haben, aus denen allesamt nichts wurde. Angeblich, weil sie zu hohe Ansprüche hat. Dennoch spricht keiner der Herren schlecht von ihr - was man nicht von allen jungen Damen behaupten kann, die mit Miss Blackmore gemeinsan ihr Debüt hatten. Einige bezeichnen sie als die beste Freundin auf Erden, andere gar als durchtrieben.

Catherine entstammt der Upper Class und wurde in die Familie Featherstone hineingeboren.

Charlotte Eleanore Jane Linfield ist das älteste Kind des Earl of Morley und eine Enkelin des Viscount of Wimbledon. Neben ihr gibt es eine weiter wachsende Kinderschar im Hause Linfield, etwa ihrem jüngeren Bruder Charles. Charlotte verbindet ein besonderes Verhältnis zu ihrer Tante Arabella und freut sich bald das Cornish Girl's Institute als Vorbereitung auf ihre Einführung in die Gesellschaft zu besuchen. Mit ihrem Aufenthalt in London gehen jedoch auch sehr viele Erwartungen ihres Vaters einher, der Charlotte nur in den höchsten Adelskreisen verkehren sehen möchte und der sehr viel Kontrolle über das Leben seiner Tochter ausübt, während sein ältester Sohn noch das Eton-College besucht. Charlotte ist liebevoll, beschützerisch, sozial, lebensfroh, loyal, kreativ, romantisch, philantrop, diplomatisch und weiß sich zur Wehr zu setzen. Doch gerade zu ihren jüngeren Geschwistern kann sie sehr belehrend sein. Sie kann schlecht mit Kritik umgehen, strebt nach tiefere emotionaler Verbindung zu anderen, ist borniert, leicht zu durchschauen, aber besitzt auch jugendlichen Trotz, ein gewisses Temperament, liebt ihre Heimar sehr und ist leicht um den Finger zu wickeln. Sie ist ein Sonnenschein, voll Optimismus und Idealismus, doch zugleich ist sie eine beschützerische große Schwester und gibt sorgsam auf die jüngeren Geschwister acht. Diese Eigenschaft verleitet sie auch in gewissen Situationen Stellung an der Seite ihrer Geschwister zu beziehen und Konfrontationen nicht zu scheuen. Natürlich ist sie sich jedoch ihrer Rolle als Frau und Tochter bewusst. Man findet Charlotte sowohl bei wohltätigen Arbeiten, als auch mit Feder und Tinte in eigene Poesie vertieft vor. Derzeit wird ihre Aufmerksamkeit jedoch auch sehr von ihrer ersten Verliebtheit in Anspruch genommen, die das Leben der jungen Frau jedoch nicht einfacher macht. Rote Locken rahmen das blasse Gesicht mit den eisblauen Augen. Mit ihrer auffälligen Haarfarbe zeigt sich Charlottes Verwandtschaft zu den Grants deutlich, denn sie teilt die Haarfarbe ihrer Tante und ihres Onkels. Sie genießt es als älteste Tochter in Fragen der Mode den Austausch mit ihrer Mutter und ihrer Tante zu haben, die ihr stets gut beratend zur Seite stehen.

Was ihre Schwester an Zynismus bei sich trägt, hat Daphne an Verträumt- und Verschlossenheit. Gegenüber Fremden tut sie sich schwer zu öffnen, ist aber über alle Höflichkeiten im Bilde und manierlich erzogen, weshalb man ihr Unfreundlichkeiten nicht anlasten kann. Mit ihren 19 Jahren ist sie im guten Alter und sollte sich, wenn es nach der Gesellschaft ginge, bald zu einer Heirat bequemen. Doch Daphne gedenkt jenes erst zu unternehmen, sofern ihr Herz ihr zu einem Manne zusagt - was bisher nicht geschehen ist. Solange wird sich die Zeit mit allerlei Vergnügungen vertrieben und das so weit wie möglich außerhalb der Reichweite ihrer Stiefmutter, derer sie tatsächlich lieber aus dem Weg geht, um sich keiner Anfeindung beschuldigt zu sehen.

Elizabeth ist das dritte Kind der Familie Fane und Teil der britischen Aristokratie. Gemeinsam mit ihrem älteren Bruder residiert sie seit Kurzem in Bath, doch liegt ein turbulentes Jahr hinter ihr, denn erst vor einigen Monaten hat ihr Verlobter Adam Eversly die Verlobung gelöst. Seither gibt es natürlich vielerlei Gerüchte und Getuschel über die Ursachen hierfür. Ellie ist eine anspruchsvolle, humorvolle, belesene junge Frau mit Leichtigkeit im Erlernen neuer Dinge. Zudem ist sie zwar liebevoll und einfühlsam, aber doch Realistin. Doch gibt es auch Schattenseiten, denn anders als der Rest ihrer Familie ist Elizabeth sehr zurückhaltend, stur, ungeduldig, rechthaberisch und nimmt sich Dinge zu schnell zu Herzen. Insgesamt ist sie eine modische junge Dame von durchschnittlicher Größe, schlanker Natur. Haselnussbraune Wellen umrahmen ihr zartes Gesicht mit den auffallenden hellen, blau-grauen Augen.

Die 30jährige Elizabeth Graham ist seit dem Tod ihres Mannes, des Earl of Bradford, vor etwa einem Jahr, eine noch sehr junge Witwe und Dowager Countess. Sie hat drei Kinder, den 10 Jahre alten Henry, die 8 Jahre alte Mary und die 6 Jahre alte Jane. Aufgewachsen ist sie in der reichen bürgerlichen Familie der Featherstones und hat durch ihre Heirat Bradford Castle und die zugehörigen Ländereien vor dem Ruin gerettet und wieder profitabel gemacht. Ihr oberstes Ziel ist es, ihrem Sohn prosperierende Güter zu hinterlassen.

Olivia ist das Produkt einer Affäre zwischen Princess Sophia und Thomas Garth. Aufgewachsen ist sie jedoch als eine FitzGilbert, ohne etwas über ihre wahre Abstammung zu wissen. In ihren ganzen 17 Jahren hat es ihr nie an etwas gefehlt, wuchs wohlbehütet auf und genoss eine gute Erziehung und Ausbildung. Im nächsten Jahr steht ihr sicher ihre Einführung in die Gesellschaft bevor, aber sie hat noch gar kein Interesse an den Jungs, stellt sich eine arrangierte Ehe sogar als furchtbar beängstigend vor und hängt lieber ihren Träumen nach, die sich um die wilden griechischen Götter drehen, um Naturgeister, Feen, Trolle und berauschende Kräuter. Tarotkarten hält sie für unterhaltsamer als perfekte Körperhaltung zu trainieren oder sich mit Malen oder Sticken zu beschäftigen. Ihr pubertäres Mundwerk und die ersten Versuche zu rebellieren macht ihr im Moment mehr zu schaffen, als die Vorstellung von einer guten Partie.

Euphemia ist die kleine Schwester von Charles und Barnaby Paulet. Und damit Cornelius große Schwester. Sie hat sich als einziges Mädchen im Haushalt Paulet stets ihren Platz erkämpfen müssen. Schon früh erkannte sie, dass sie mehr vom Leben wollte als das hübsche Beiwerk eines Mannes zu werden. Doch alle Versuche sich über bestehende Konventionen hinwegzusetzen ernteten nur Missverständnis und Empörung. Als sich die junge Euphemia während der Pubertät mit Langweile, Melancholie und einer Essstörung plagte, erkannte noch immer niemand ihre Not. Erst zwei Jahre später fügte sich Euphemia ihrem Schicksal, resignierte gegenüber der Männer dominierenden Welt und sah einer baldigen Eheschließung mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie ist sogar bereit den erst besten Kandidat, den ihr einer ihrer Brüder anbieten würde zu heiraten, um ein bisschen dem goldenen Käfig zu entkommen, der für sie Familie Paulet darzustellen scheint.

Faith Catherine Willoughby ist eine naive junge Frau, die es eigentlich nicht abwarten kann endlich ihren wunderbaren Verlobten George Crawford zu heiraten. Doch dafür muss sie aus ihrer Heimatstadt Bath nach London ziehen und das Haus ihrer Eltern verlassen. Sie ist mit ihren 20 Jahren eine junge Braut, aber eine sehr glückliche. Woher soll sie auch schon ahnen, dass George sie gar nicht liebt, sondern sie nur wegen des Geldes heiratet?

Florence gehört einem alten Adelsgeschlecht an. Seit dem Tod des Vaters sorgt sich ihr Bruder Adam um sie und ihre Schwester Elinor. Mit ihren 18 Jahren hat sie noch immer ein elfenhaftes Auftreten, doch ist aus dem ängstlichen Kind mittlerweile eine konsequente junge Frau geworden, die zwar ihre Position in der Gesellschaft kennt, aber doch versucht viel Gutes zu tun. Sie bleibt sich selbst treu und ist sehr kontrolliert Person, doch muss sie immer wieder einsehen, dass sie über manche Situationen keine Kontrolle erlangen kann. Dennoch gibt sie nicht auf, vertraut auf ihre eigene Stärke und Eigenständigkeit. Ab und an verliert sie jedoch den Blick auf die Empfindungen anderer verloren und es fehlt ihr an Verständnis. Dennoch mag die junge Frau die Aufregung, die sie bei ihren geheimen, nächtlichen Ausflügen empfindet, die sie unternimmt, um schwache Familien zu unterstützen und ihnen Lesen und Schreiben beizubringen.

Mit ihren 10 Jahren ist Georgiana und ihr Zwillingsbruder Walter die Jüngsten der Familie Butler. Der Ernst des Lebens ist für sie noch in weiter Ferne, dennoch kann sie es kaum erwarten, endlich erwachsen zu werden! Georgie, wie sie von allen liebevoll genannt wird, beneidet ihre ältesten Schwestern und möchte genauso schöne Kleider tragen, auf Bälle tanzen und einen vornehmen Gentleman heiraten. Am Besten einen gutaussehenden, vermögenden Prinzen! Ach, wie sehr träumt sie davon, auch einmal im Mittelpunkt aller Blicke zu stehen. Für ihre Zukunft lernt sie deswegen fleißig Fremdsprachen, Etikette und Musik und Tanz. Meistens ist Georgiana die Stimme der Vernunft und achtet darauf, das sich ihre Geschwister Ava und Walter nicht ständig Ärger einheimsen. Ab und an lässt sie sich dennoch von beiden mitreißen, schließlich ist sie immer noch ein Kind und möchte auch ihren Spaß haben. Bei den Gesprächen der Erwachsenen möchte sie oftmals gerne mitreden, muss aber feststellen, das sie dabei kaum Beachtung bekommt oder müde belächelt wird. So klein und jung zu sein ist definitiv doof!

Geraldine hat mit zweiundzwanzig Jahren erreicht, wovon viele junge Damen träumen: Sie darf sich Duchess schimpfen. Seit ihrer Hochzeit am 23. April 1816 musste sie ihre Geschwister und Eltern, inklusive krankem Vater, verabschieden und in ein neues Leben, fort von allem, was sie bisher kannte, einsteigen. An der Seite ihres neuen Ehemannes hofft Geraldine, ihm geben zu können, was seine erste Frau ihm nicht gegeben hat: Einen Sohn und Erben, denn bislang hat er nicht nur eine, sondern gleich drei Töchter vorzuweisen, von denen die älteste nur eine Handvoll Jahre jünger ist als sie selbst. Ganz öffnen will er sich ihr aber trotz Ehering nicht, und sie fühlt sich machtlos gegenüber seiner Verschlossenheit, obgleich sie sich nur vorstellen kann, wie schwierig die Situation für ihn, der immerhin bereits einmal verheiratet war, zu navigieren sein muss. Vorerst muss sie also versuchen, ihrer Rolle als Herzogin gerecht zu werden, bevor sie hoffen kann, die als Ehefrau in vollem Umfang zu erfüllen.

Grace stellt mit ihrem Zwillingsbruder Henry und ihren 21 Jahren beinahe das jüngste Familienmitglied der Familie Featherstone dar. Als Tochter der Oberschicht hat sie sich kürzlich mit Adam Eversly verlobt, doch stellt es beinahe eine skandalöse Verbindung dar, hat er doch für Grace seine Verlobung mit einer anderen Dame gelöst. Grace ist ein kleiner Wirbelwind, liebt es durch die Ländereien Baths zu streichen. Nach außen hin erscheint sie stets ruhig und manchmal etwas unsicher, doch erstreckt sich in ihrem Inneren eine bemerkenswert klare Welt, voller Auffassungen, Einstellungen und Meinungen, die sie doch kaum zum Ausdruck bringen kann und nur vertrauten Personen offenbart. Sie ist herzlich, nachdenklich, aber auch voller Sehnsucht - etwa dem Bereisen ferner Ländern. Ihre eigenen Talente verkennt sie in ihrer schüchternen, angenehmen Zurückhaltung. Man kann mit jeglichem Problem auf ihre Hilfe hoffen, denn Grace unterstützt und interessiert sich für die Menschen, die ihr nahestehen und versucht gerne andere zum Lachen zu bringen. Doch gibt es auch Menschen, denen gegenüber die junge Frau verbittert ist und sodass es schwierig ist, ihr tiefes Vertrauen zu gewinnen. Grace ist stur und hat eine hohe Erwartungshaltung, die nur zu gerne enttäuscht wird. Zudem kann sie kein Blut erblicken und verabscheut abfällige Gespräche über andere Menschen. Ein reges Interesse zeigt Grace an Literatur. Außerdem begeistert sie sich für das Musizieren und für Spaziergänge. In ihr schlummert eine abenteuerliche Seele, die für vielerlei Neues offen ist und die Bereicherung neuer Erfahrungen in ihrem Leben genießt. Weiterhin zeigt Grace ein großes Interesse an Literatur, doch auch politische Themen sind für sie von Interesse.

Gwendolyn Loxley ist eine respektable Dame aus einer respektablen Familie. In der Vergangenheit war sie vielleicht manches Mal ein wenig freigeistiger als ihr zustünde, aber wenn es nach den Gerüchten in Bath geht ist sie doch auf gutem Wege in jeder Hinsicht noch ein wenig respektabler zu werden. Mit ihren 25 Jahren ist eine Heirat inzwischen weniger wahrscheinlich, nachdem sie vor einiger Zeit eine nach dem Tod ihres Bruders geschlossene Verlobung gelöst hat. In Bath spekuliert man jetzt, ob sie sich eher einer wohltätigen Tätigkeit oder vielleicht den Künsten widmen wird.

Madame Moreau, hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich die skandalösesten Geschichten über diese außergewöhnliche Seherin. Josephine de Beauharnais, die Kaiserin der Franzosen soll ebenso zu ihren Kundinnen gehört haben wie die russische Zarin. Sie liest aus der Hand ebenso geschickt wie aus Teeblättern. Weissagungen aus ihren Karten erfüllen sich und sogar Kontakt zu Toten soll sie herstellen können. Die mysteriöse Saloniere ist heute eine der begehrtesten Wahrsagerinnen der Stadt. Ihr Titel, Baronesse de Malesherbes ist ebenso falsch wie ihre gut gespielte Trance während sie eine Seance abhält. Beides jedoch öffnet ihr Tür und Tor zur besten englischen Gesellschaft. Madame ist eine scharfzüngige Lügnerin und glänzende Schauspielerin, überdies hat sie Geschick im Falschspiel und versucht sich immer öfter als natterngleiche Intrigantin. Sie bewegt sich bei den feinen Leuten ebenso galant wie sie sich in der Halbwelt zu behaupten weiß. Spinnt dabei ihre Netze und knüpft ihre Verbindlichkeiten.

Die 28-jährige Irene Gray hat es endlich hinter sich bringen können - sie ist verheiratet. Nach vielen Rückschlägen hat sie es mit einem Mann vor den Traualtar geschafft. Und was für ein Mann das ist! Halb England beneidet sie um ihn, Charles Gray. Ganz so glücklich ist Irene nicht - als verwöhnte Tochter eines Dukes ist sie eben schwer zufrieden zu stellen. So weiß sie zwar zu schätzen, dass ihr Mann sie mit der Heirat aus einer prekären Situation gerettet hat, wünschte sich aber, die Vermählung wäre so unspektakulär verlaufen, wie viele andere auch.

Letitia Duncombe wird von ihrer Familie eigentlich nur Leta genannt. Sie ist die vierte von sechs Kindern und lebt mit ihren dreiundzwanzig Jahren noch im Anwesen ihres Vaters. Wie ihre Geschwister ist sie noch unverheiratet. Sie ist aristokratischer Herkunft und genießt alle Vorzüge ihres Standes. Neben ihren Schwestern gilt sie als die ruhigste, dabei ist sie keinesfalls auf dem Mund gefallen und liebt es zu diskutieren. Ihre Zeit verbringt sie am Liebsten auf dem Rücken eines Pferdes, in der Natur, an ihrem Klavier oder auf einer Gesellschaft. Seit dem Tod ihrer Mutter im letzten Jahr, hat sich in ihrem Zuhause einiges verändert. Das Anwesen scheint sie zu erdrücken und sie wünscht sie nichts mehr, als fortzugehen. Seit einem Monat trägt sie keine Trauerkleider mehr.

Lydia Wentworth ist eine ruhige, intelligente und gebildete junge Frau, die mit ihren 18 Jahren dennoch sehr klare Vorstellungen von ihrem Leben hat, jedoch durch ihre Ängstlichkeit im Alltag sehr eingeschränkt wird. Man muss ihr ihre Ungeduld, ihre Sturheit und ihre Diskutierfreudigkeit nachsehen. Als unverheiratete Dame lebt sie bei ihrem Bruder Jonathan Wentworth in London. Lydia verdrängt die Gedanken an eine Ehe. Sie selbst sieht sich nicht bereit und zudem hat sie sich die vergangenen Jahre sehr aus der Gesellschaft zurückgehalten, sodass es Gerüchte gibt, dass sie entstellt sei oder von einer Krankheit gezeichnet sei. Durch das Zureden ihres Bruders, dessen Geduld und einige Begegnungen in den vergangenen Monaten traut sie sich doch immer mehr wieder hinaus.

Marianne, die ewige, sture Jungfer - und nun ist sie endlich verheiratet! Wer hätte das nur erwartet? Da wird die Miss Parlic 26 Jahre und einen Monat später, im März 1816, ist sie endlich vom Heiratsmarkt hinfort. Dabei hätte man dies bei ihren festsitzenden und vollkommen realitätsfernen Vorstellungen von einer Liebesheirat erwarten können. Dass es auch gerade der frisch gebackene Earl Jonathan Wentworth ist, der ihr Ehemann wurde, wo doch dieser so vernünftig und verantwortungsbewusst ist. Wirklich unglaublich! Aber eine glückliche Ehe wünscht man der Earls-Gattin sicherlich, als Waise wuchs sie bei ihrer Patentante auf, hat daneben nur noch ihren sozial inkompatiblen Bruder und ein wenig Glück in einer eigenen Familie tut da sicherlich nicht weh. Nun stellt sich nur noch die Frage, wann Kinder kommen und wann endlich ihre beste Freundin Gwendolyn unter die Haube kommt.

Mit 76 Jahren gibt es nicht mehr vieles, das Marjorie Cavendish aus der Fassung zu bringen vermag. Lauwarmer Earl Grey vielleicht. Oder die eine oder andere Neuerung, steht die alte Lady Veränderungen doch prinzipiell eher skeptisch gegenüber. So konservativ Marjorie auch ist, sollte man ihr dennoch nicht vorwerfen, gänzlich in der Vergangenheit stehen geblieben zu sein. Ihr Scharfsinn ist in Kombination mit ihrer Schlagfertigkeit eine Waffe, die schon manch einem vorlauten Jüngling zum Verhängnis geworden ist. Im Laufe ihres langen Lebens hat Marjorie es als Duchess of Manchester perfektioniert, sich nicht nur stilsicher auf dem gesellschaftlich-politischen Parkett zu bewegen, sondern sich auch eine immense Menschenkenntnis anzueignen. Vielleicht rührt daher auch ihre Faszination für die Botanik - wer bereits oft in menschliche Abgründe geblickt hat, weiß irgendwann die Gesellschaft von Pflanzen zu schätzen. Diese Ansicht teilt sie mit Königin Charlotte, mit der sie zudem eine tiefgehende Freundschaft verbindet. Seit dem Tod ihres Mannes ist Marjorie kaum noch im gesellschaftlichen Leben präsent. Sie zu unterschätzen, wäre dennoch ein fataler Fehler.

Mary ist die ältere Zwillingsschwester von Violet und die ältere Schwester von ihrem Bruder Basil. Ursprünglich stammte die Familie Ramsden aus der Nähe von York. Mit den Jahren entwickelte sie einen Beschützerinstinkt und die Gerechtigkeit war ihr sehr wichtig gewesen. Mary hatte sich gegen den Willen ihres Vaters mit einem Bediensteten angefreundet. Gemeinsam hatten sie mit den Torries eine Auseinandersetzung gehabt, welche sie nicht mochten. Eines Tages geriet ihr bester Freund, jedoch in eine Schlägerei, welche sich später zu einer Schießerei entwickelte. Daraufhin wurde er, erschossen. Mary war an diesem Tag auch dabei gewesen und konnte ihn nicht retten. Seitdem hat sie große Schuldgefühle. Mittlerweile hat sich Mary den Frauenrechtlerinnen angeschlossen. Damit es ein besseres Gleichgewicht in der Gesellschaft gibt. Mary lebt derweil am Hofe der Königin und arbeitet dort, als Ladys Maid und möchte hoch hinaus.

In Adelskreisen kennt man Perpetua Lucille Agnes Cockbaine als eine herrische, alte Dame. Alt, das ist sie mit ihren 68 Jahren sehr wohl. Und herrisch - nun, irgendjemand muss das Ruder eben in der Hand behalten. Sie trägt seit kurzem Trauer, denn im Frühjahr 1815 wurde Perpetua zur Witwe. Ihr Mann hinterließ ihr ein anständiges Vermögen, aber weil sie ihm keinen Erben hinterließ, wird die Familie die Titel verlieren. Um das zu verhindern, hat Perpetua jedoch bereits einen Plan gefasst. Der Prinzregent hat eingewilligt, dass in einem Wettstreit ein neuer Erbe für Titel und daraus resultierende Einkünfte von ihr selbst bestimmt werden dürfte. Und so haben sich einige Neffen zu einem äußerst perfiden Spiel bereit erklärt, das der alternden Duchess ein wenig Aufschwung in ihrem Traueralltag gibt.

Lady Philomena Venetia Stanhope, die von ihren engen Freunden gewöhnlich Phillys und von vertrauten Angestellten Lady Phillys genannt wird, ist mit knappen zwanzig Jahren bereits Vollwaise und auf ihren wenige Minuten älteren Zwillingsbruder angewiesen. Nach einer turbulenten, instabilen Jugend und Kindheit glaubt sie, endlich einen Weg für sich gefunden zu haben, und bestreitet im Jahr 1816 ihre erste London Season. Am Arm ihres Bruders stürzt sie sich in die Bälle und Soireen, die das Leben in der Stadt zu bieten hat, genießt lange Abende genauso wie ruhige Spaziergänge in den vielen wunderschönen Parks. Hier gibt sie die perfekte mögliche Ehefrau für einen Adeligen entsprechend hohen Ranges - jemanden, von dem sie sich Sicherheit und Schutz erhofft vor dem, was die Welt noch bereithalten könnte. Mit Gefühlen hat eine Ehe in ihren Augen nicht zwangsläufig etwas zu tun; doch ist ihr die Art von Einsamkeit, die eine unglückliche Verbindung mit sich bringen kann, auch nicht bekannt, da sie in ihrem Leben keine verheirateten Paare sah und daher nicht um die vielen Nuancen einer möglichen Ehe weiß.

Rosaline FitzGilbert, née Featherstone stieg nach ihrer Hochzeit mit Richard FitzGilbert in der Gesellschaft auf. Sie bewegt sich auf durchaus noblem Parkett, denn seit kurzem ist sie eine Duchess. Sie selbst hätte das niemals gedacht, hatte man sie doch eigentlich mehr oder weniger zur Heirat überreden müssen. Nun ist die 27-Jährige sogar Mutter eines Sohnes und entdeckt ganz neue Seiten an sich.

Lady Susan Hamilton ist das fünfte Kind des 9th Duke of Hamilton. Sie ist der Nachzügler der Familie und mit ihren 29 Jahren über zehn Jahre jünger, als ihre jüngste Schwester. Sie dienst als Hofdame der Königin und hat durch ihren extrovertierten Charakter schon früh dafür gesorgt, dass jeder ihren Namen kennt. Susan ist bekannt für ihr ausgelassenes Wesen. Sie liebt es zu tanzen und trinken. Sie ist gewissermaßen recht aufmerksamkeitsbedürftig, was auch ihre Vorliebe dafür den Herren bei Hofe die Köpfe zu verdrehen begründen mag. Susan liebt ihr unbeschwertes Leben und kostet dies in vollen Zügen aus. Sie ist verschwenderisch, verprasst Geld gerne für Kleidung und Schmuck. Sie weiß immer über die neusten Gerüchte am Hofe bescheid und streut nicht selten das ein oder andere selbst. Susan ist eine waschechte Schottin und als eine solche ist sie der Königsfamilie insgeheim nicht all zu gut gesinnt. Insgesamt scheint sie über ein sehr starrsinniges Wesen zu verfügen. Ihre Leidenschaft lebt Susan seit einiger Zeit auch im Reitsport aus. Von ihrem Vater hat sie viel über Pferderennen gelernt und möchte sich bald selbst mit einem Hengst an eben solchen versuchen. An eine Heirat denkt die Hamilton nicht. Ihre Freiheit möchte sie sich von niemanden nehmen lassen. Leider ist dies nicht allein ihre Entscheidung, wenngleich sie es ihrer Familie mit ihren zahlreichen Skandalen nicht gerade leicht macht einen willigen Mann zu finden.

Adam mag kein einfacher Mann sein. Er ist ein sarkastischer, ironischer und diskussionsfreudiger Mensch, der gerne auf den Problemen anderer herum reitet. Er ist Besitzer einer Pferdezucht in Bath, die er jedoch sehr heruntergefahren hat, nachdem sein verstorbener Vater sie ihm vererbte. Viel lieber steckt er seine Energie in die Firma für die neuen Gaslampen in London. Der 32-Jährige ist noch ledig, was verwunderlich ist, denn zwar hat er keinen Titel, dafür aber Vermögen und mag für die eine oder andere eine herausragende Partie sein. Nur, dass Adam nicht viel auf das heiraten gibt. Schlecht dafür, dass er sich verliebt hat. Und genau dann, als er versucht, das Versprechen seines Vaters zu halten, eine ganz andere zu ehelichen.

Albert Ealdorman Butler ist der zukünftige Duke of Leinster. Geboren in Irland, wechselte er in seinem Leben immer zwischen den Anwesen der Butlers und wohnt nun in seinem Stadthaus in London. Da ihm sein baldiges Erbe und der Titel nicht genug sind, hat er bereits während seines Politik- und Wirtschaftsstudiums in neumodische Maschinen investiert und eine eigene Fabrik erbauen lassen. Albert ist ein intelligenter und ehrgeiziger Mann, der alles für den Erfolg tut. Dabei kann er sehr egoistisch und manipulativ sein. Ein guter Ruf ist ihm sehr wichtig, weshalb er seine Geschwister auch gut verheiratet wissen will. Er selbst hat noch nicht geheiratet.

Als vorbildlicher Sohn, Vater, Ehemann und Bruder hat Algernon alles, was er sich wünschen könnte; von seinem Vater, dem Duke of Argyll, wird er eines Tages ein ertragreiches Dukedom erben, er trainiert recht erfolgreich Rennpferde, welche nicht selten auch Platzierungen erringen, sein Sohn Philip ist bereits zwei Jahre alt und ein wahrer Wonneproppen und nun meldet sich erneut Nachwuchs an. Als oxfordstudierter Jurist kennt sich der Schotte mit dem Gesetz gut genug aus, um es zu seinem Vorteil zu nutzen und dem Erbamt, das er antreten wird, gerecht zu werden, weiß mit Worten umzugehen - auch, wenn er auf diese gut und gern verzichten kann - und lebt ein tatsächlich recht gesetztes Leben mit seiner Ehefrau und seinem Sohn. Dass er vor gar nicht allzu langer Zeit auf dem besten Wege war, fernab von dem Menschen, der er nun geworden ist, zu landen, scheint heute völlig unmöglich - doch hat man ihn nicht zu Oxfordzeiten häufig in Gesellschaft des inzwischen berüchtigtermaßen degenerierten Gabriel Fane angetroffen?

Alistair gehört dem Adel an und erscheint meist sehr ernst, insbesondere, wenn er seiner Arbeit nachkommt. Er ist ein strenger Arzt, der von sein Patienten jedoch hoch geschätzt wird. Er hat ein offenes Ohr für die Sorgen derer, denen er helfen möchte. In seiner sachlichen Art sich auszudrücken, ist seine Empathie jedoch oftmals nicht herauszuhören. Er ist eher reserviert, wenn es um persönliche Belange geht. Seit dem Tod seiner Ehefrau vor drei Jahren lebt er zurückgezogener. Den Verlust hat er nie ganz überwunden. Seine Dienstboten treffen den Sohn des Hausherren deshalb oft am Kamin sitzend an. Mal mit einem Buch in der Hand oder grübelnd in die Flammen starrend. Er ist gerne für sich, lässt sich aber auch hin und wieder auf einer der Gesellschaften in Bath blicken. Wenn er in passender Stimmung ist, kann er sich auch charmant und redselig zeigen. Er mag guten Humor, auch wenn er selbst nicht viele Lacher auf seiner Seite hat. Da er ein intelligenter Mann ist, kann man sich mit ihm eigentlich über alles unterhalten. Zudem diskutiert er auch mal gerne. Seine Familie drängt ihn nur, sich wieder eine Frau zu suchen. Schließlich müssen Erben her.

Mit achtundzwanzig Jahren ist Ambrose Yardley, seit Geburt angeblich ehrenwert, in einer scheinbar luxuriösen Position des direkten Erbes seines alten Großvaters, des Baron Teynham, ohne eine Sorge auf der Welt… wäre der alte Herr nur nicht so schrecklich resolut! Während andere Lords die Gnade haben, mit Mitte Siebzig zu entschlafen, ist der Baron mit bald neunzig Jahren noch immer fidel und willensstark wie in seinen besten Zeiten, will man von kleineren Anfällen von Gicht absehen. Dies bedeutet: Ambrose steht unter Druck. Obgleich sein Vater letztes Jahr fiel, wird ihm abverlangt, dass er sein, in den Augen des Großvaters nutzloses, Studium endlich beendet, nachdem er es ein Jahr vorm Examen abgebrochen hatte, aber auch die Begleitung gleich zweier Schwestern auf dem Heiratsmarkt wird ihm anvertraut, mit dem Auftrag, sich auch selbst mit dem Gedanken an eine Hochzeit anzufreunden. Während der Junggeselle aus Leidenschaft also vor sich hin studieren und eine mögliche künftige Baroness ausfindig machen soll, brechen allerhand Verpflichtungen über ihn herein… und nicht alle davon gefallen ihm.

Mit seinen fast 64 Jahren ist Antonio Colonna eindeutig kein unbeschriebenes Blatt mehr. Auch beruflich nicht. Denn als Nuntius des heiligen Stuhls war er bereits in Frankreich und Wien unterwegs, nun geht es im Frühjahr 1816 nach London, um dort nach dem Sieg gegen Napoleon anzuknüpfen. Er liebt die Diplomatie und hasst englisches Wetter - aber man kann sich sein Leben wohl nicht immer aussuchen, denn wenn das so wäre, dann wäre er längst selbst Papst.

In den französischen Hochadel hineingeboren, ist Auguste nach den Ereignissen der französischen Revolution und dem Verlust seiner Familie aus Frankreich geflohen und zu einem Großteil unter der Fittiche des Vatikanstaates und als Günstling verschiedener Kardinäle aufgewachsen. Er hat lange Zeit als Schweizer Gardist gedient und als solcher nie geheiratet. 1816 kommt er als Sekretär des päpstlichen Nuntius an den englischen Hof. Er trägt die Titel des prince de Soubise, duc de Ventadour und marquis de Roubaix.

Barnabas Loftus Fane ist der erstgeborene Sohn des Earls of Westmorland und versucht sein Bestes, sich aus allen Schlagzeilen, Gerüchten und Skandalen rauszuhalten. Was ihm bis zu einem gewissen Grad gut gelingt. Denn sein Bruder Gabriel steht da mehr im Mittelpunkt und auch seine jüngere Schwester Elizabeth muss einiges über sich ergehen lassen, nachdem ihre Verlobung durch Adam Eversly aufgelöst wurde. Dabei hat Barnabas durchaus auch einiges in seinem Leben veranstaltet, dass Skandalträchtig sein dürfte: sein 10 jähriger unehelicher Sohn, für den sein Vater seit jeher zahlt. Allerdings ist das Kind nur zustande gekommen, weil man ihm damals die Heirat mit seiner Jugendliebe untersagt hatte... niemand war für ihn da gewesen außer diesem Dienstmädchen und er hatte sich trösten lassen. Danach Ausflüge zu illegalen Boxveranstalltungen, Bordellen, bis hin zu seiner Hochzeit 1815. Seine Frau Patience hat schon gewisse Ähnlichkeit zu Victoria Oakley, seiner damaligen Jugendliebe, das kann man nicht abstreiten.

Barnaby Nicholas Paulet ist ein Sohn des Marquess of Winchester. Beziehungsweise inzwischen der jüngere Bruder des besagten Marquess, nachdem der Titel an den ältesten Bruder Charles übergegangen ist. Durch seinen deutlich verantwortungsvolleren Zwillingsbruder Leopold lange Zeit abgesichert nicht allzu weit oben in der Erbfolge zu stehen hat Barnaby lange Zeit ein Leben geführt, das hauptsächlich von Vergnügen anstatt von Pflichten geprägt war. Er frönt den Leidenschaften des Kartenspiels, des Würfelns (und der Betrügerei bei beidem), der Mode und der Pferdewetten. Was davon ihn am häufigsten bei seinem Bruder um Geld bitten lässt ist manchmal schwer auszumachen. Inzwischen trägt er als Erbe seines Bruders den Titel des Baron St. John.
Nachdem sein Leben bei der Marine in deutlich ruhigere Bahnen gelenkt wurde und Barnaby sich wieder Erwartens sogar als sehr geeignet entpuppt und zuletzt den Rang eines Lieutenant bekleidet hat, ist er seit Kriegsende wieder in London und Bath anzutreffen. Die Trauer um seinen im Krieg gefallenen Zwillingsbruder ist ihm dabei eine willkommene Ausrede seinen Lebensstil möglichst unstet zu gestalten und seine Bitterkeit an seinen Mitmenschen auszuleben. Doch auch Tote haben Geheimnisse und das von Leopold hinterlassene malt sehr gut und ist eines Tages in Barnabys Salon aufgetaucht.

Der Charmeur, der Rhetoriker, der Abtrünnige, der Franzose - Cédric Amaury Durand kommt aus einer langen Ahnenreihe des französischen Hochadels, die sich bis ins Jahr 1192 zurückverfolgen lässt. In den Wirren der französischen Revolution 1792 nach England immigriert, fühlt er sich sowohl seiner Geburtsheimat Frankreich, als auch seiner Wahlheimat Großbritannien verpflichtet. Mit seiner Loyalität gegenüber der Krone nimmt es der junge Vitcomte jedoch nicht sehr ernst. Er pflegt eine geflissentliche Abneigung gegenüber der Monarchie, ist sie doch der Grund für seine Zerrissenheit zwischen der Insel und Kontinentaleuropa und sieht sie am liebsten straucheln und in letzter Konsequenz fallen - Für ein besseres Morgen aller Bürger. Dennoch ist es weniger Altruismus, der ihn als Pamphletist und Aufwiegler für die graue, vergessene Masse eintreten lässt, als viel mehr Eigennützigkeit und dem Wunsch der Einflussnahme und eigener Machtbestrebungen. Dabei sich zu radikalisieren und mit der Erfahrung einer Verschwörung zum Sturz Napoleon I. auf seinem Kerbholz, würde sich Cédric nicht scheuen, das Blut Fremder als notwendiges Übel zur Erreichung einer neuen Ordnung zu vergießen. Selbstverständlich verschweigt er diesen Umstand hinter einer wohlerzogenen, äußerst kalkulierten und charismatischen Erscheinung, die nichts über die dunklen Gedanken preisgibt, mit denen er die Monarchie zu Fall bringen möchte.

Er ist derzeit in aller Munde, hat er doch als Held von Waterloo den Krieg gegen Napoleon Bonaparte gewonnen. Die Briten sind hellauf begeistert von dem charmanten, gut aussehenden und erst 25 Jahre jungen Charles Gray. Auf dem Höhepunkt seiner spektakulären Karriere diente er dem König zuletzt als Feldmarschall und wurde für seine Verdienste mit dem Titel 1st Duke of Wellington belohnt. Titel, Vermögen, Landbesitz - kein Wunder, dass sicher schon so manche junge Dame davon träumte seine Duchess zu werden und nun bitter enttäuscht sein wird, als bekannt wird, dass Gray seit neustem verheiratet ist. Irene Gray lautet der Name der (nicht ganz so) glücklichen Gemahlin. Charles muss nun also lernen sich in seine neue Rolle als Ehemann einzufinden und wendet sich beruflich der Politik zu. Zu dumm nur, dass er die Ablenkung und Versuchung in Form von Irenes rothaarigen Zofe immerzu vor der Nase hat.

Cornelius Paulet wurde als Nachzügler seiner Familie geboren. Er ist mittlerweile fast 17 Jahre alt und geht derzeit eigentlich noch als Schüler nach Eton leider ist der von dort derzeit suspendiert. Sein Herz verliert er an jede Dame, die er kennenlernt, alle zwei Wochen eine neue.

Bekannt ist er als der Duke of Roxburghe, aber viel mehr scheint man über ihn nicht zu wissen. Denn jedem, der er begegnet, bleibt nur der Eindruck, dass es sich um einen äußerst verschlossen, schweigsamen und doch zu oft sarkastischen, gar zynischen, Mann handelt, der kein großes Interesse an einem simplen Gespräch zu haben scheint. Seine ablehnende Art und Weise beschert ihm daher einen nicht allzu guten Ruf als Zeitgenosse, sein Titel und Reichtum allerdings Zugang zu vielen Veranstaltungen. Und auch wenn einige Frauen ihn als Heiratspotenzial ansehen mögen, so scheint er kein Interesse an dem anderen Geschlecht zu haben. Ein kühler, unzugänglicher Gentleman, der sich seiner Intelligenz und Wortgewandtheit nur allzu sehr bewusst ist und andere gern spüren lässt, wie sehr sie im Unrecht sind.

Es dauerte 53 Jahre, bis Ernest Mildmay Fane begriff, dass die aufreibendsten Schlachten in den eigenen Reihen gefochten werden. Seit jeher gelang ihm in der Politik beinah mühelos die Gratwanderung zwischen Pragmatismus und Schlagfertigkeit. Doch die Front im eigenen Hause lässt ihn zumeist mit Ratlosigkeit zurück - sowie dem immer stärker werdenden Wunsch nach Ruhe und Zeit für sich. Womöglich findet er diese auch früher als erhofft: Beweist sich doch ein jedes Familienmitglied als Sargnagel eines potentiell verfrühten Grabes: Eine hysterische Ehefrau sowie drei Kinder mit einer bemerkenswerten Tendenz zum Sittenverfall. Doch glücklicherweise weiß der Earl of Westmorland diesen widrigen Umständen nicht nur ergrauende Haare, sondern auch eine gehörige Portion Zynismus und trockenen Humors entgegenzusetzen. Und vielleicht sogar ein kleines bisschen väterliche Zuneigung.

Ezra Albert Rothersby ist mit seinen 23 Jahren zwar noch nicht sonderlich alt, aber hat schon einiges im Leben gesehen. Er war mehrere Jahre im Krieg und hat das letzte gute halbe Jahr in Frankreich verbracht. Dort ist er auch seinem besten Freund Gideon näher gekommen. Doch seit er im Januar 1816 wieder in Somerset ist, fühlt er sich fremd bei seiner Familie und erträgt sein altes Leben kaum noch - besonders nicht, wenn Gideon so weit weg ist.

Als zweitgeborener Sohn des Herzog von Leinster hatte Frederick Yeoman Butler es zeitlebens nach eigenem Bekunden mehr als schwer. Dabei stand er sich allerdings in den meisten Fällen selbst im Weg. Welch eine glorreiche Zukunft wäre ihm beschieden gewesen: Ansehnlich und willensstark, nicht mit den allerbesten Manieren aber durchaus privilegiert, ein Sohn aus allerbestem Hause endete er gesellschaftlich und familiär geächtet und daran trägt kein anderer Schuld als er selbst. Von Trotz, Neid und Missgunst zerfressen, geblendet von Selbstmitleid und Schwarzpulver verlebt er heute nach einer kurzen militärischen Laufbahn ein trostloses Leben in Bath und zerrt an den Nerven seiner Familie. Er mag beinahe blind sein, und doch gefällt er sich in seiner Rolle als schwarzes Schaf der Familie und sein beißender Zynismus ist weithin gefürchtet. Sein Bruder, der künftige dritte Duke of Leinster drängt nun darauf, sich doch endlich in den Schoß der Ehe zu begeben und der Familie nicht länger zur Last zu fallen, während Freddy, wie man ihn gemeinhin immer noch nennt lieber das Vermögen des kränkelnden Vaters durchbringt, der seinem Sohn vor Jahren den Geldhahn auf ein Minimum zugedreht hat.

Gabriel Octavius Fane genießt sein Leben mit vollen Zügen, denn er rechnet damit, dass dieses nicht mehr allzu lange dauern wird. Wer hätte denn gedacht, dass der kränkliche Junge überhaupt 26 Jahre alt werden kann? Doch das Asthma hat er mit Opium ganz gut im Griff — und das Opium hat ihn im Griff. Als Aristokrat wäre es vielleicht sinnvoll zu heiraten, aber stattdessen ist er lieber ungebunden und sorgt dafür, dass manche Männer öfter mit ihm als mit ihren Ehefrauen schlafen. Seine Familie sieht ihn am liebsten in Bath, um seiner Gesundheit Willen, doch der Taugenichts verbringt seine Zeit viel lieber im wesentlich spannenderen London — wenngleich er Familiendingen in Bath nicht immer entkommen kann.

George Alexander Crawford entstammt als Duke of Norfolk einer altehrwürdigen Adelsfamilie, die... nun ja, gewisse monetäre Engpässe überwinden musste - was ihm durch die Vermählung mit Faith Crawford auch geglückt ist. Auf den ersten Blick wirkt der Duke charmant und charismatisch. Sein Scharfsinn und Konversationstalent machen ihn zu einem gern gesehenen Gast auf Gesellschaften - da käme wohl kaum jemand auf die Idee, dass George stattdessen viel lieber in irgendeinem Pub seinem unstillbaren Durst nach Leben, Vergessen und Gedankenstille nachhängen würde. Das Glücksspiel lockt ihn, während das Glück ihn nicht selten narrt und ihn dadurch bereits um sein Vermögen brachte. Von vielen wird er beneidet, von manch einem verachtet, doch inbrünstig gehasst wird er vor allem von sich selbst.

Gideon FitzGilbert - der lang verschollene Sohn des Dukes of Northumberland. Nun ist er wieder reichlich verspätet aus dem Krieg zurückgekehrt, eine Kriegsgefangenschaft hat er hinter sich, munkelt man. Wer den 21-Jährigen von früher kennt, merkt, dass der Krieg seine Spuren an den früher gedankenlosen Jungen hinterlassen hat, jedoch steckt auch noch der mutige und gesellige Junge von damals in ihm. Gideon ist erst seit Januar 1816 wieder zurück in England und fühlt sich dort noch nicht wirklich angekommen, ein gar normales Leben fühlt sich nach den erlebten Ereignissen merkwürdig und fremd an. Dennoch findet er recht elegant zurück in das Leben, wenngleich ihn viele Dinge negativ überrascht haben, wie das plötzliche Dasein einer neuen Stiefmutter und eines Halbbruders.

Sobald der Duke of Devonshire einen Raum betritt, verstummen alle Gespräche und aller Augen richten sich auf dem eleganten, stattlichen Mann. Fast jeder Gentleman möchte ein Gespräch mit Graham Cavendish führen und fast jede Dame fächert sich eilig Luft zu, sobald sich seine Augen auf sie richten. Auf gesellschaftlichen Anlässen ist er und seine reizende – wenn auch unterkühlte - Ehefrau Caroline, überaus gern gesehene Gäste. Doch der 36-Jährige Herzog verbringt viel lieber Zeit bei der Jagd zu Pferd, unter Freunden im exklusiven Herrenclub oder in exquisiter Zweisamkeit mit einer seiner aktuellen Geliebten.


James Edmund Westbrooke, inzwischen Earl of Winchilsea and Nottingham, im Krieg als Captain abkommandiert, Erstgeborener des kürzlich erst verstorbenen Earl, ist... eigentlich nicht verkehrt, will man dem, was seine Freunde sagen, Glauben schenken. Galant, wohlerzogen, ein Traumschwiegersohn, der sich ja doch irgendwie zu zieren scheint - oder ist es nur die grundsätzliche Zurückhaltung, die junge Männer im Bezug aufs Heiraten eben hegen? Oder hat es etwas mit dem Kind zu tun, welches er auf seinem Londoner Anwesen seit Februar 1816 beherbergt und als seinen Sohn behandelt? Für welches er inzwischen sogar eine Gouvernante angestellt hat, ein Erbe bereitstellt, damit es versorgt ist, wenn er irgendwann nicht mehr ist? Die Mutter des Jungen ist noch immer in der Obskurität verschwunden, doch eigentlich, ja, eigentlich ist ja mit dem nun angetretenen Titel auch ein gewisser Druck da, einen legitimen Erben zu zeugen, einen, der keinen erfundenen Namen tragen muss, sondern Westbrooke heißen kann. Dafür muss jedoch eine Frau her - und wer würde sich dem Druck schon freiwillig aussetzen?


John Parlic ist wohl der unbegehrteste Junggeselle Englands. Die einen bezeichnen ihn als arroganten Snob, die anderen einfach nur als zynischen Menschenhasser, doch ist er keines von beidem. Seine Eltern sind beide schon in jungen Jahren verschieden und so ist er mit seiner Schwester Marianne der Letzte, der den Namen Parlic trägt. Mit seinen 30 Jahren wäre er dennoch im besten Alter eine Frau zu heiraten, doch er steht der Ehe sehr kritisch gegenüber und zweifelt gar an der Existenz der Liebe! Wenn da nicht Gwendolyn Loxley wäre, die ständig durch seine Gedanken wandert und ihn an seinen Grundsätzen zweifeln lässt.

Jonathan Bancroft studiert zurzeit mit seinen 22 Jahren noch in London Medizin und genießt die Tatsache, dass er noch nicht verheiratet ist und hofft, dass sich das nie ändert. Er ahnt nichts davon, dass sein Vater da Pläne hat, schließlich ist Jonathans älterer Brder vor einiger Zeit von der Treppe gestürzt - was keiner weiß: Jonathan hat nachgeholfen.

Wenn es etwas gibt, das Jonathan Anthony Wentworth ganz besonders gern hat, dann ist das Vornehmheit. Edle Stoffe, erlauchte Gesellschaft, ein köstlicher Tropfen Wein - das kann den 35-Jährigen glücklicher machen, als jede Frau es je könnte. Deshalb hat er sich bisher auch geweigert, zu heiraten und genießt sein Junggesellendasein in vollen Zügen. Er mag es, begehrt zu werden, denn wenn er verheiratet ist... Nun, dannn ist es damit vorbei. Und es gibt eine Menge an Jonathan zu begehren. Er ist nicht nur Besitzer einer heißen Quelle und einiger Großgründe im Umland von Bath, mittlerweile ist er sogar ein Earl. Dennoch, so scheint es, als würde sein Herz unweigerlich beim Anblick von Miss Marianne Parlic höher schlagen. Deshalb hat er sie auch geehelicht. Endlich.

Joseph Richard Duncombe wird oft für älter gehalten, als er eigentlich ist, was an seiner ruhigen, ernsten Art liegt. Und auch der Tatsache, dass er gesellschaftlichen Ereignissen meistens aus dem Weg geht und seinem Zwillingsbruder da gerne den Vortritt lässt, der sehr viel unbedachter ist, als Joe selbst. Angetan hat es ihm Emma Reynolds, mit der er seit 9 Jahren eine innige Freundschaft und Liebe aufgebaut hat. Als seine Mutter vor einem Jahr starb, hat es den Zoologen mal wieder in die weite Welt hinaus getrieben, doch Emma versprach er, dass er die Sache zwischen ihnen offiziell machen möchte, wenn er wieder kommt. Worte, die ihm damals über die Lippen gekommen waren, als er emotional ziemlich aufgewühlt war. Nun ist er sich nicht sicher, was sein Vater von einem Mädchen aus der Upper Class hält, auch wenn er alt genug wäre, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Joe zögert dennoch.

Laurier Marchand ist ein Name, der seit Napoleon an Bedeutung gewannt, was gleichsam für seine Familie galt. Als aufstrebender Soldat verschaffte er sich als Maréchal d'Empire nicht nur einen Ruf, sondern zugleich stieg er in die Schicht des Adels auf. Das hat nicht nur Vorteile, wird man nur zu oft als 'Emporkömmling aus dem Bodensatz der Revolution' bezeichnet. Dank seines politischen Geschicks schuf er, eine Dame zu heiraten, die gewiss nicht begehrenswert war, aber ihm im richtigen Moment das richtige Bündnis verschaffte. Die grundsätzlich kühle Ehe gleicht er mit Affären aus - und verhält sich dabei doch recht subtil, denn lange schon hat er ein Auge auf eine adelige Dame geworfen, die ihm einen weitaus größeren Einfluss verschaffen könnte. Doch das ist erstmal zweitrangig, denn erst kürzlich trat er als französischer Diplomat in Großbritannien seine Aufgabe an - und hält als ehemals enger Freund und hochrangiger General Napoleons nur wenig von den Engländern. Zugleich ist er opportunistisch und manipulativ genug, zumindest so zu tun.

Maurice Sherborne Butler gehört zu der Kinderschar des Duke of Leinster. Wenn auch aktuell mit gewissen Hürden ist er noch ein Schüler am Eton College und sieht einer Karriere möglicherweise im Militär entgegen. Dass seine eigenen Pläne vorsehen Geistlicher zu werden hat er seiner Familie noch nicht mitgeteilt. Diese sieht im Moment überhaupt ausgesprochen viel von ihm, da er nach einem Zwischenfall beim Eton Wall Game vorübergehend von dort suspendiert ist. Trotz Einwirkung von allen Seiten scheint er aber nicht geneigt, eine Erklärung oder auch nur Entschuldigung abzugeben.

Ganz unerwartet musste Montgomery Dalton Bradford mit 38 Jahren das Erbe seines Bruders antreten und fand sich nun in der Rolle des 8th Duke of St. Albans wieder, welche ihn noch heillos überfordert. Mit seinen drei Töchtern hatte er eigentlich ein ruhiges, unauffälliges Leben im Bather Stadthaus angestrebt, war damit auch zufrieden, obwohl seine geliebte Frau vor 5 Jahren ums Leben kam, bei der Geburt der vierten Tochter, welche ebenfalls nicht überlebte. Aufgrund dessen wollte er eigentlich nicht nochmal heiraten, aber da aus der ersten Ehe nur Mädchen hervor gegangen waren und er einen männlichen Erben benötigt, musste Montgomery sich gezwungenermaßen nach einer neuen Ehefrau umsehen. Auf Geraldine Butler fiel seine Wahl, welche er Ende April 1816 heiratet.

Die Familie Yardley ist - wenngleich sie auch "nur" einen Baron-Titel inne haben - in der englischen Gesellschaft gut angesehen und genießen all die Vorzüge des aristokratischen Lebens. Während der älteste Sohn Ambrose dies recht ausnutzt, scheint der zweitälteste Osborne auf dem Boden der Tatsachen zu stehen. Seit Kurzem ist er in der Church of St. Martin-In-The-Fields als Kurator anzutreffen und übernimmt allerhand Aufgaben, wenn Reverend Rothersby nicht zugegen ist. Der 22-Jährige hat sein Studium in Oxford mit tadellosen Noten absolviert, ansonsten ist er auch recht eifrig, verantwortungsbewusst und perfektionistisch. Für andere hat er stets ein offenes Ohr, ist hilfsbereit und einfühlsam, ebenso aufmerksam und interessiert. Neben seiner neuen Anstellung hat er mit der Einführung seiner beiden Schwestern in die Gesellschaft alle Hände voll zu tun. Als Kurator verdient Oz nicht allzu viel, daher ist eine Heirat von ihm noch in weiter Ferne, wenngleich auch er sich irgendwann mit dieser Sache auseinander setzen muss.

Mit 27 Jahren hat der junge Perkin Rothersby, dritter Sohn des ersten Baron Winterstroke und Sprössling einer langen Linie aus Soldaten, das vollbracht, was andere vielleicht erst viel älter, wenn überhaupt, schaffen: Er ist Pastor einer renommierten, von wichtigen Adeligen besuchten, Kirche, hat ein gutes Auskommen und ein großzügiges Pfarrhaus, zusätzlich zu einem bescheidenen Landhäuschen, welches als Hochzeitsgeschenk seines Schwiegervaters kommen soll. Immerhin kann er jetzt sein lange anberaumtes Versprechen einlösen und endlich, endlich seine langjährige Verlobte heiraten. Ob er parallel zum jungen Liebesglück auch die Verantwortung zu tragen wissen wird?

Als Erbe seines über Bord gegangenen Vaters und adoptierter Sohn seines Onkels, des Herzogs von Lennox, fristet der schottische Junge sein Dasein in den letzten Schuljahren am Eton College, wo er von den meisten Mitschülern seiner etwas seltsamen Art wegen gemieden wird. Auch dass er sich beharrlich weigert, Englisch zu sprechen, außer wenn man ihn dazu zwingt, hat nicht zu seiner Beliebtheit an der Schule beigetragen. Meist verhält er sich still, steckt seine Nase in ein Buch oder beschäftigt sich mit dem Sammeln von Insekten. Auch der Falknerei ist er recht zugetan und wenn man ihn sucht und in der Bibliothek nicht findet, ist die Chance groß, dass er einen ausgedehnten Spaziergang unternimmt. Er kennt das Schulgebäude recht gut, weil er sich in den ersten Jahren viel verstecken musste und auch die Ländereien von Berkshire wie seine Westentasche. Seit seiner Suspendierung wegen der Verstrickung in die Vorfälle während des Wallgames, lebt er gemeinsam mit dem Onkel im Stadthaus der Familie in London und das, nachdem er endlich so etwas wie Freunde gefunden hatte.

Richard FitzGilbert ist 42 Jahre alt, trägt die Titel Duke of Northumberland, Marquess of Somerset, Baron Whitehall und lebt mit seiner Gattin Rosaline FitzGilbert in Bath. Sie sind erst seit kurzem verheiratet und mit jedem Tag findet er mehr Gefühle für seine Auserkorene, doch ist er sich nicht sicher, ob dies auf Gegenseitigkeit beruht. Seine beiden Töchter haben ihre neue Mutter gut akzeptiert, sein ältester Sohn jedoch gilt als verschollen und bereitet Richard viel Sorge. Dafür lenkt ihn der kleine Humphrey ab, das erste Kind, dass Rosaline ihm gebar.

Riordan Murphy Talbot hat schon immer großen Spaß daran gehabt, sich an Anderen zu messen. Am Anfang war es sein Bruder, Freunde, später sein Cousin James Westbrooke, welcher für ihn zu einem sehr engen Freund geworden ist. Allerdings ist Rio auch Schuld daran, dass der Andere nicht in Dublin die entsprechende Portion Manieren und 'erwachsen werden' abbekommen hat, weil er ihn auf feuchtfröhliche Ausflüge mitgenommen hat. Partys, Frauen, das Dubliner Nachtleben war nie sicher vor ihnen. Rio war nie ein Kind von Traurigkeit gewesen und immer wenn irgendwas kaputt ging, war es höchstwahrscheinlich seine Schuld. Heute ist er vorsichtiger, geschickter, hat von diversen Lehrkörpern mehr Manieren und Anstand mit auf den Weg gegeben bekommen. Verliebt war er bisher nur ein Mal und das als Teenager. Da er sehr gesellig ist, Bälle und andere Veranstaltungen liebt, kennt er viele junge Frauen, aber eine zum Heiraten hat er bisher noch nicht gefunden. Jetzt muss er nach London, weil sein Onkel erkrankt ist und das lässt den Iren zwiespältig sein, weil er sich eigentlich ungern mit dem Tod auseinander setzt. Als Kind hat er einen Freund verloren, der beim Spielen im Eis eingebrochen war und das hat für schlaflose Nächte und Schuldgefühle gesorgt. Alles Dinge, die er normalerweise mit all seinen - manchmal nicht ganz durchdachten - Aktivitäten vertreibt.

Mit einem frischen Abschluss des Trinity College in Cambridge in der Tasche will Simon Grant Londons politische Bühne erobern. Zum Missfallen seines Vaters engagiert Simon sich bei den Whigs, gewillt sich einen Status und einen Ruf zu erarbeiten. Bereits jetzt verfolgen den Rothaarigen und seinen liberalen Freundeskreis Skandale und Tratsch, aber Simon träumt von größerem Ruhm. Seit seiner Schulzeit ernährt er sich vegetarisch und in seinem Stadthaus lebt eine Vielzahl von ihm liebevoll aufgepäppelter Tiere. Fuchs Nicodemus begleitet ihn sogar in die Londoner Salons und benimmt sich dort oftmals weniger wild als sein Herrchen. Häufig findet man Simon in Angelo’s Fechtschule in der 13 Bond Street, wo er ebenso viel Zeit verbringt wie mit Künstlern, Dichtern und Affären. Neuerdings zeigt er sich oft an der Seite von Sophia FitzClarence und man munkelt sogar über eine mögliche Verlobung. Ist am Ende alles was es braucht um Simon Grant zu zähmen eine resolute junge Dame oder spielt hier vielmehr die Aussicht auf einen eigenen Titel eine Rolle?

Theodore Basil Ramsden ist der Erbe des Baronet Ramsden of Byram, als drittes Kind des Ehepaares. Seine älteren Schwestern sind Zwillinge und durch den höheren Altersunterschied ist der Kontakt nicht so ausgeprägt. Außerdem besucht Teddy seit 4 Jahren das Eton College und ist dadurch eigentlich eher weniger daheim. Allerdings hat er es geschafft, mit seiner Gruppe an Freunden beim letzten Wall Game eine Schlägerei ausarten zu lassen, was zu einer Suspendierung über mehrere Monate für ihren Freundeskreis geführt hat. In dem keiner aber sagt, was wirklich passiert ist, sie halten loyal zueinander. Eine Laktoseintoleranz sowie Haselnussallergie hat der Ramsden schon von klein auf und damals hat er es auch schon gehasst, sich Vorschriften machen zu lassen. Seine rebellische Ader ist nach wie vor stark ausgeprägt, allerdings mittlerweile stärker mit seinem Verstand verknüpft. Meistens.

Mit 51 Jahren sollte ein Mann verheiratet und mit vielen Kindern gesegnet sein, sollte man zumindest meinen. General Thomas Garth betitelt sich jedoch bisher als Junggeselle. Das bedeutet jedoch nicht, dass er sich die lustvollen Vorteilen der Ehe entgehen lässt - im Gegenteil. Bereits zwei Kinder sind seinen Lenden entsprungen, jedoch nur von einem weiß er und dieses Kind trägt ausgerechnet seinen Namen. Das geheime Kind jedoch ist einer Affäre mit der damals noch jugendlichen "Princess Sophia entsprungen, welche von einer Reihe weiterer Gespielinnen ersetzt wurde. Der Earl of Coventry hat jedoch neben seinem Privatleben auch eine erfolgreiche Laufbahn beim Militär absolviert. Er ist Königlicher Stallmeister und dem Titel entsprechend gilt eine große Leidenschaft den Pferden. Stets ist er auf der Suche nach neuen Zuchttieren, um seinen Stall auszuzeichnen.

Victor Leopold Clifford Cavendish stammt aus einer der höchsten Adelsfamilien des Landes und ist mit seinen 27 Jahren tatsächlich auch schon weit herumgekommen. Er ist gerade aus dem Krieg in sein Heimatland zurückgekehrt - noch dazu mit einem frischen Adelstitel im Gepäck. Er wirkt oft arrogant und liebt den Wettbewerb – auch um Frauen, deren Herzen ihm schnell zufliegen. Doch lacht er ebenso gerne und liebt Feste und Bälle. Gerne neigt er allerdings auch zu leichten Wutausbrüchen und lässt sich nur ungern herumkommandieren. Ein wenig verwirrt ist er auch über seine Gefühle einem jungen Mann gegenüber – hält das aber für eine Art „Nachkriegsfolge“. Ein Grund mehr sich auf das gesellschaftliche Leben mit vielen schönen Frauen zu stürzen.

William Hamish ist durch und durch Schotte. Er stört sich nicht daran, dass frühere Ahnen dem englischen Königshaus die Treue geschworen haben. Er trägt Kilt, er redet munter über Mary Stuart und seine Verwandtschaft dazu, er hält mit seinem Gälisch nicht hinter dem Berg und ist solide stolz auf seine Herkunft. In jungen Jahren war er ein erfolgreicher Stratege zur See und hat es bis zum Admiral gebracht. Heute ist er im Ruhestand, pflegt eine Falknerei und züchtet Brieftauben. Das Alter bringt eine gewisse Sturheit mit sich, die nur von seinem Stolz und seine Eitelkeit überstrahlt wird. Aber wer Hamish kennt, erlebt ihn eher als schrulligen, alten, humorvollen Haudegen, der sich so leicht von nichts mehr aus der Bahn werfen lässt. Denkt er. Denn seine weitläufige Verwandtschaft zu Charles Gray, wird ihn bald unvorbereitet aus besagter Bahn werfen...

Upper Class
Aislinn entstammt einer hochrangigen Upper Class Familie, die sie jedoch früh durch einen Brand verlor. Seit dem Tod ihrer Familie vor sechs Jahren ist sie Mündel der Familie Butler und soll nun wohl sogar mit deren zweitältesten Sohn verlobt werden, wenn es nach der Familie geht. Sie ist nicht wirklich groß, doch von einer besonderen Anmut. Sie hat wohl nicht die weiblichen Rundungen wie viele ihrer Freundinnen. Schokoladenbraunes Haar umrahmt in Wellen ihr Gesicht, wenn sie es nicht bändigt. Ihre Lippen sind meist in zarten Tönen geschminkt und Aislinn legt Wert auf ihr Äußeres. Meist fallen ihre zierlichen Schultern und Hände auf, ebenso wie ihre Manieren und ihre Tugendhaftigkeit. Zudem kleidet sie sich sehr nach der aktuellen Mode Aislinn hat ein sonniges Gemüt, ist zuversichtlich, herzlich, charmant, sensibel, vertrauenserweckend und durchdacht. Man kann sie als Vorzeigetochter/-verlobte bezeichnen und die junge Frau zeigt ein großes soziales Engagement. Weiterhin ist sie jedoch fordernd, stur, hektisch, jugendlich wild. Sie kann schlecht lügen, hat eine Schwäche für Schmuck und Kleider, verschließt sich, wenn man sie verletzt und hat Schwierigkeiten mit Menschen, die sie nicht kennt, Kompromisse einzugehen.

Alicia ist 19 Jahre alt und bereits verlobt und zwar mit niemand geringerem als Noel Montague. In diesen ist das junge Mädchen mit dem großen Herzen Hals über Kopf verliebt und bemerkt in ihrer Gutmütigkeit nicht einmal, dass diese Gefühle gar nicht erwidert werden. Alicia ist als fünftes von sechs Töchtern in die Familie der Reynolds hineingeboren und besticht wohl vor allem mit ihrem ehrlichen und gutherzigen Wesen. Sie schafft es in jeder noch so unfreundlichen Person das Gute zu sehen und verliert sich gerne in Tagträumen über eine Zukunft wie aus den Liebesgeschichten, welche sie so gerne liest. Sie ist eine aufgeweckte und aufgeschlossene junge Frau, der es leicht fällt neue Bekanntschaften zu machen und Menschen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Dafür kann sie mit negativen Ereignissen nicht sehr gut umgehen und neigt dazu überaus emotional zu sein.

Jung und schön, mit Porzellanhaut und einer tiefroten Mähne, die besonders in den für sie charakteristischen Flechtfrisuren ihresgleichen sucht, ist Arabella wohl die Kriegswitwe, die man sich vorstellen möchte, wenn man an all die Frauen denkt, deren Ehemänner nie zurückgekehrt sind. Dass der Tod ihres Ehemannes ihr erst die Möglichkeiten gegeben hat, zu leben, wie sie es möchte, und zu tun, was sie für richtig hält, das übersieht man dabei gern; dass sie beispielsweise ein gutes Stück ihres Einkommens in ein Armenhaus pumpt, welches sie selbst betreibt, oder gerne ausschweifende Soireen und Bälle hält. Sie mag zwar nur Upper Class sein, doch sie wurde in die Aristokratie geboren, und in vielerlei Hinsicht haftet das der bald Dreißigjährigen noch immer an - nicht umsonst lässt sie sich schließlich als The Honorable Mrs. Cornish ausrufen, wenn sie Ballsäle betritt. Nun jedoch glänzt Neues am Horizont, denn auf ihrem Frühlingsball gibt sie für ganz London bekannt, demnächst den Marquess of Bath zu heiraten, und versetzt damit die High Society in Erstaunen - haben sie beide einander etwa gezähmt?

Cassandra ist die älteste Tochter der Reynolds Familie. Sie ist selbstbewusst, charakterstark und liebt es zu diskutieren. Sie schreibt Geschichten und versucht als Schriftstellerin zu arbeiten. Eine Ehe möchte sie nicht, denn sie würde sich von einem Mann darin zu beengt fühlen - ja wäre da nicht ein gewisser Mann in ihr Leben getreten. Heimlich besucht sie immer wieder Gesellschaften von mehr oder weniger mittellosen Künstlern, um sich mit ihnen auszutauschen.

Cecilia Reynolds ist die dritte Tochter der Upper-Class Familie aus Bath. Als eine von sechs Schwestern geht die 21-Jährige eher unter. Sie wird als unscheinbarer und schüchterner Charakter wahrgenommen, der nicht viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Cecilia ist dem auch ganz dankbar darum, denn sie interessiert sich nicht für Männer und empfindet es als anstrengend, im Mittelpunkt zu stehen. Cecilia hat ein sehr gütiges und hilfsbereites Herz, stets versucht sie, für alle anderen da zu sein. Talentiert ist sie in der Musik, das Geigenspiel und Gesang liegen ihr gut, auch ist sie der Malerei, der Botanik und dem Lesen von Büchern angetan. Cecilia ist eine Realistin, sie weiß, dass es für sie notwendig sein wird, zu heiraten, und doch ist sie hin und her gerissen, denn sie ist am weiblichen, und nicht am männlichen Geschlecht, interessiert.

Cecilia Hadewych van der Veen ist mittlerweile 20 Jahre alt, wird sie sogar noch dieses Jahr 21. Liebevoll wird sie von ihrer Familie Cece genannt, ihren zweiten Vornamen verschweigt sie hingegen beflissen. Dieser wurde nämlich von ihrem Vater ausgesucht, welcher einer reichen niederländischen Kaufmannsfamilie entstammt, während ihre Mutter eine singhalesisch-portugiesische Abstammung hat. Eigentlich wurde Cecilia unehelich geboren, wenn sie auch direkt anerkannt wurde, aber durch die Heirat ihrer Eltern wurde sie auch ganz offiziell Teil der Familie. Seit einiger Zeit ist sie nun schon verlobt, wenngleich sie damit nicht glücklich ist, beugt sie sich dem Willen ihres Vaters.

Charlotte ist bereits 21 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Bath. Dort wuchs sie unbescholten auf, zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Bruder. Ihre Tante Mrs Young lud sie nach London, wo sie einem Sir Moore begegnete, ihrer ersten großen Liebe. Doch trotz gegenseitiger Zuneigung blieb der heiß ersehnte Antrag aus. Enttäuscht von dem männlichen Geschlecht hat Charlotte darum Abstand zur Ehe und Liebe genommen. Doch insgeheim hofft sie immer noch, dass sich ihr Schicksal fügt und ihr Geliebter sie doch noch ehelicht. Sie verbringt ihre Zeit oft im Stadthaus ihres Bruders.

Mit ihren ihren 28 Jahren ist Claire schon weit gekommen. Sie ist Mutter von drei wunderbaren Kindern und hat mit Ira Finch einen liebenden Ehemann an ihrer Seite. Die beiden besitzen ein großes Anwesen außerhalb von London auf dem Claire eine Pferdezucht betreibt. Sie kann endlich ihrem Hobby nachgehen. Gern treib sich Claire in der Upperclass rum und genießt Teepartys und den neuesten Klatsch über die aktuelle Mode.

Mit siebzehn Jahren ist Darcy Wilmington nach dem Tod ihres Vaters eine Waise, doch hat sie mittlerweile einen Vormund und ist bei eben jenem kürzlich eingezogen. Darcy zeigte stets viel Geduld mit ihrem Vater, warf es ihm nie vor, dass sie, je älter sie wurde, umso weniger Zeit zusammen verbrachten. Die Einfühlsamkeit mochte sie von ihrem Vater übernommen haben, der seine Patienten stets mit dem höchsten Respekt und Mitgefühl behandelte. Wenngleich sie es noch nicht weiß, schlummert ein romantisches Herz in Darcy, das nur darauf wartet, gefunden und geweckt zu werden. Da ihr Vater oft mit traurigen Diagnosen oder Schicksalen von seinen Hausbesuchen zurückkehrte, munterte die junge Frau ihn gerne auf und bringt andere gerne als Sonnenschein zum Lachen. Darcy ist außerdem sehr pflichtbewusst, aufrichtig und idealistisch. Doch wenn sie möchte, kann sie auch ausgelassen und charmant sein. Aber auch der Schatten lässt nicht auf sich warten. Darcy ist eine unscheinbare Frau, die das Urteil anderer fürchtet und nach dem Tod ihres Vaters Angst vor der Zukunft hat. Meist ist sie sehr angespannt, sodass dieser Umstand beinahe schneidend im Raum hängt. Mit ihrer romantischen Ader geht jedoch auch ihre Sensibilität und Empfindsamkeit einher und man sollte die Worte, die man wählt in ihrer Gegenwart bedenken. Dachte man so eben einen kleinen Blick auf Darcy erhascht zu haben, so kann dieser auch rasch wieder vorbei sein, denn sie ist Meisterin darin, sich zu verschließen. Ihr Vertrauen und Einblicke in ihr Inneres, sowie ihre Gefühlswelt muss man sich hart verdienen. Zuletzt muss man wohl festhalten, dass die junge Frau sehr an sich zweifelt und zwar der Einführung in die Gesellschaft entgegen sieht, aber zugleich weiß, dass sie den anderen Damen in vielfacher Hinsicht unterlegen sein wird.

Als mit achtundzwanzig Jahren noch immer unverheiratete Frau zählt Diana Watson inoffiziell wohl schon zu den alten Jungfern ihrer Schicht. Neben der wohltätigen Arbeit mit der Kirche, welche sie sehr genießt, beschäftigt sie sich mit den Büchern ihres Vaters und beschreibt sich gern selbst als die gebildetste Nicht-Studierte in London, da sie immerhin die Zeit hatte, sich damit zu beschäftigen, weil es nie einen Mann oder Kinder gab, denen man hinterherjagen musste. Eigentlich ist sie mit ihrem Leben recht zu frieden, denn langweilig wird ihr definitiv nicht; es gibt schließlich immer ein nächstes Buch, und die Einsamkeit, die doch manchmal aufkommt, wird erfolgreich vertrieben von den Patenkindern und den sozialen Anlässen, zu denen Dianas Vater sie noch immer schleppt.


Sowohl in der blühenden Metropole London als auch in Bath ist der Name Elaine Royce nicht unbekannt. Ihren zweiten Vornamen, Annis, kennen dabei allerdings die wenigsten. Normalerweise tritt die 31-jährige Erbin einfach als Miss Royce auf und ist dabei der Gesellschaft als elegante, aber kühle und alleinstehende Dame aus dem fernen New York in Erinnerung geblieben. Die ein oder andere böse Zunge erlaubt sich gewiss eine Frage nach ihrem Familienstand, doch die Zeit lehrte Elaine, geschickt zu kontern. Dass sich nun ausgerechnet ein alter Brieffreund in London aufhält und in ihr gänzlich unbekannte Emotionen hervorruft, weiß sie noch nicht einzuordnen. Während sie einen Großteil des Jahres über in ihrem Stadthaus in London residiert, verbringt sie die Sommermonate und auch einen Teil der Feste am Jahresende jedoch am liebsten auf dem Zweitsitz im Kurort Bath. Mit ihrem Vermögen geht ein gewisses Ansehen einher, sodass Elaine beste Kontakte innerhalb der Oberschicht und ebenso teils in die Aristokratie pflegt. Ihre Familie hat sich den Reichtum über viele Jahrzehnte erarbeitet - der Vater Jurist aus reichem Hause, die Mutter stammte aus einer Industriellenfamilie. Heute verwaltet die Amerikanerin ihr Vermögen äußerst wachsam selbst, genießt dabei allerdings auch ein ausschweifendes Luxusleben. Zu ihrem liebsten Zeitvertreib zählen das Lesen, die Archäologie und das Reiten; mit ihrer Stute Cecily ist sie bei passendem Wetter im Park oder im Gelände anzutreffen, gelegentlich auch als Zuschauerin bei Fuchsjagden.

Sie wirkt fast zu ruhig, wie sie sich in einem Raum bewegt, scheint so in sich zurückgezogen, dass man sich beizeiten gar nicht trauen mag, sie anzusprechen; Eliza Featherstone ist wohl eine Klasse für sich. Seit dem Tod ihrer Mutter scheint eine schwere Last auf ihr zu wiegen und sie seither nicht mehr loszulassen, und an vielen Dingen, die sie früher noch genossen hat, hat sie keine Freude mehr. Ein Lächeln ist rar, dafür umso ehrlicher, und hat häufiger als nicht mehr mit ihren Hunden als den Menschen um sich herum zu tun. Für ihre neunzehn Jahre scheint sie, die mit vollem Namen übrigens Elizabeth Mabel Featherstone heißt, fürchterlich ernst zu sein - so, als könne sie ihre Jugend kaum genießen. In der Öffentlichkeit sieht man sie häufig an eines ihrer zahlreichen Geschwisterkinder geklammert und nur schwer von ihnen loszubekommen, fast, als habe sie Angst davor, sich tatsächlich mit Fremden zu umgeben. Ob so die vom Herrn Vater angepeilte Suche nach einem Ehegatten funktionieren wird?

Als zweites der Kinder ihrer Eltern fühlt sich die junge Emma Reynolds häufig... übersehen. Zwischen sechs Schwestern, die alle in irgendeiner Art um die Aufmerksamkeit der Eltern buhlen, ist es schwer für sie, einen Fuß auf den Boden zu bekommen, ohne irgendwem dabei auf den seinen zu treten. Von Vorteil ist es jedoch auch, dass man so wenig Zeit hat, nach Emma zu sehen - sonst würde man ja mitbekommen, wie häufig sie gedankenverloren den Weg, der von dem kleinen Gut in die Stadt führt, entlangschaut, die Zäune nach bunten Taschentüchern absucht.

Felicity Reynolds ist zwanzig Jahre alt und seit ihrer Geburt mit einem gelähmten rechten Arm konfrontiert, der sie in der Kindheit eingeschränkt hat und sie nun gesellschaftlich vor Herausforderungen stellt. Sie zeichnet sich durch glattes, rotbraunes Haar, braune Augen und durchschnittliche Größe und Statur aus. Felicity besitzt ein ruhiges Naturell mit großem Wissbegier und mit der richtigen Person an ihrer Seite auch Wagemut. Sehr schnell lässt sich von etwas begeistern und kommt dabei nach ihrer Mutter. Ihre Begeisterungsfähigkeit geht jedoch auch damit einher, dass sich Felicity was sie tut, mit Herzblut und Hingabe nachgeht. Chaos sucht man bei ihr vergebens. Zudem ist sie ein verlässlicher, beschützerischer, gerechter und weltoffener Mensch, der jedoch über Menschen außerhalb ihrer Familie auch schnelle Urteile fasst und nicht jeden Standpunkt nachvollziehen kann, inbesondere wenn es sich ihrer Logik entzieht. Die junge Frau kann furchtbar dickköpfig, nachtragend und unnachgiebig sein. Anders als Alicia, die ihr ihr Herz ausschüttet, frisst Felicity ihren Kummer in sich hinein. Ihre Rationalität macht es ihr nicht möglich, an so etwas wie Liebe zu glauben. Häufig findet man sie jedoch auch nachdenklich oder bei wichtigen Themen in temperamentvollen Diskussionen. Beim Leben unter sechs Schwestern braucht Felicity jedoch auch viel Zeit für sich, steht wenig für sich selbst ein und kann nur schwer Entscheidungen treffen.


Mit achtzehn Jahren kam Freyja in Begleitung ihres Förderers Bendikt Alvarsson unter dem Namen Mathilda Berggren nach London. Mittlerweile sind die beiden verheiratet und haben gemeinsam eine dreijährige Tochter. Sie besitzt eine anmutige, hochgewachsene Erscheinung mit von Natur aus glattem blonden Haar und Augen in einem warmen Braun. Am liebsten trägt sie Kleider in Frühlingsfarben. Man kann Freyja mit vielen Worten beschreiben. Am Zutreffendsten sind jedoch Anpassungsbereitschaft, Durchsetzungsfähigkeit, Beschwingtheit, Integrität, Lebensfreude, Reife, Zielstrebigkeit, Musikalität, Aufgeschlossenheit und Wissbegier. Sie ist aber auch abergläubisch, leicht beirrbar, dünnhäutig, gefühlsbetont, kann Dinge wie ihre Affären gut verschleiern, ist auf ihre eigenen Bedürfnisse orientiert, aber oft auch unentschlossen und sehr leidenschaftlich.

Harriet Reynolds, geborene Thomas, hat sich in die Upper Class eingeheiratet und führt ein gesittetes Leben in ihrem Anwesen nahe Bath. Mit ihrem Mann Alfred, einem Astronom, hat sie sechs Töchter erfolgreich zu jungen Damen erzogen. Drei von ihnen sind bereits verheiratet oder versprochen. Die anderen müssen noch unter die Haube kommen. Harriets größte Angst ist es, dass ihre Kinder verarmen könnten, wenn der Vater eines Tages nicht mehr lebte. Harriet ist eine gesellige, aufgeweckte Frau, die einen Hang zu Dramatik hat. Sie ist sehr temperamentvoll und liebt es noch immer, zu musizieren und zu tanzen - beinahe so sehr wie ihre Töchter.

Helena Katerina Nutbrown wurde vor 23 Jahren als Zweitgeborene der Familie West geboren. Ihr Vater, John West, ist der Bürgermeister von London und schon früh wurde sie in die Öffentlichkeit gerückt. Ihren Stand und ihr gutes Herz ist es wohl zu verdanken, das sie sich für die sozial Schwachen der Gesellschaft engagiert. Dies führt sie auch an der Seite ihres Ehemannes, Allen Nutbrown, fort. Mit ihm gemeinsam adoptierten sie Lilly aus dem Waisenhaus und gaben ihr ein neues Zuhause. Im April 1815 kam ihre Tochter Joanna Amelia auf die Welt. Als Mutter blüht sie geradezu auf und wünscht sich noch weitere Kinder.

Hyazinth ist das jüngste Kind und die einzige Tochter von George Reynolds. Aufgrund des tragischen Todes ihrer Mutter, lebte die junge Hyazinth für einige Jahre bei ihrer Tante. Mit der Zeit ist aus dem eigensinnigen Kind eine junge Frau herangewachsen, die ihrem Vater nach zu Urteilen zu viele Fragen stellt. Sir Reynolds wünscht sich, in der kommenden Saison einen geeigneten Ehegatten für seine Tochter zu finden. Doch Hyazinth hat andere Pläne.

Ilaria Giocasta Brucklehurst ist gebürtige Italienerin, genau genommen stammt sie aus der Gegend um Neapel. Geboren wurde sie als Tochter unbedeutender Eltern, die sie nur allzu bald als Vollwaise zurückließen. Doch sie selbst ist der festen Überzeugung, dass sie eigentlich eine Contessa der Familie Castiglione Morelli ist. Eine Vorstellung, die ihr Zefiro eingeflüstert hat, der sich seit Jahren als ihr Beschützer ausgibt, tatsächlich aber Ilarias großer Bruder ist. Gemeinsam mit ihm ist sie durch Europa gereist, so dass die 24 Jährige mehrere Sprachen spricht und viel von der Welt gesehen hat. Sie ist eine verträumte junge Frau mit zu viel Fantasie, die sich gerne vor der Realität in ihre Bücher flüchtet. Sie ist eine hoffnungslose Romantikerin und gerade deshalb macht ihre lieblose Ehe ihr sehr zu schaffen. Wenngleich ihr Ehemann Joseph Brucklehurst kein schlechter Mensch ist, so sind die beiden doch zu verschieden, als dass sie glücklich sein könnte. Gefangen in diesem Leben, von dem Zefiro ihr stets einredet, dass es ein gutes ist, sehnt sie sich nach ihren Träumen und beginnt sich vorzustellen nach Neapel zurückzukehren und die Contessa zu werden, die sie doch eigentlich ist.

Eigentlich heißt Isaac Pemberton Judith Friedman, doch legte sie diesen Namen ab und die Herrenkleidung an, um sich ihren Wunsch Wissenschaftlerin zu werden verwirklichen zu können. Man kann sie wohl als ehestes der Archäologie oder den Altertumswissenschaften zu ordnen, was sie aber noch nie davon abgehalten hat Abenteurer zu sein. Die Amerikanerin kommt nun nach London um dort nicht nur Mitglied der Royal Society zu werden, sondern auch um ihre Brieffreundin Elaine wieder zu sehen, für welche sie längst Gefühle entwickelt hat.

Joan Barnes gehört dank ihrer Eltern der Upper Class an. Sie ist eine gut erzogene, junge Frau, die bereits 21 Jahre alt ist. Selbst sieht sie sich als alte Jungfer, da sie nach dem Tod ihres heimlichen Verlobten den Männern vorerst abgeschworen hat. Jeder, der um sie wirbt, wird höflich abgewiesen. Joan liebt es zu schreiben, auszureiten und anregende Gespräche über Philosophie und dergleichen zu führen. Intelligente Unterhaltungen oder Debatten sind der wortgewandten jungen Frau wesentlich lieber, als ein Tanz oder Kaffeekränzchen über Belangloses.

Josephine Tilney ist eine Geschäftsfrau und Landbesitzerin aus Cheshire. Die Einnahmen aus ihrer Pacht investiert sie in Immobilien, eine Seidenfabrik und Anteile an Kupferminen. 1815 ist sie mit ihrer Schwester zum ersten Mal nach London umgezogen. Allerdings nicht, um in ihrem Alter noch einen Mann zu finden (man erzählt sich sehr ausdauernd, Miss Tilney habe andere Vorlieben und würde nur selten dabei zurückgewiesen), sondern um auch in London in Immobilien zu investieren. Im spezifischen ist sie interessiert an den Gebieten in und um St. Giles, allerdings nicht um der armen Bevölkerung dort das Leben zu erleichtern.

Lucia ist die jüngste Tochter der Familie Curtis und seit ihre Schwester ruiniert wurde und von der Familie verstoßen, lastet auf ihr die Bürde die Familienehre wieder herzustellen. Sie brauchte einen guten Ehemann, reich, mit Ansehen und diesen fand man für sie in Edward Dimsdale. Doch ihr Herz schlägt eigentlich für jemand anderen. Für ihre beste Freundin aus Kindestagen, Cecile. Doch sie versucht ihre Gefühle zu verdrängen, den Liebesschwur in ihrem Herzen zu begraben. Leider hat sie noch immer keinen Nachkommen zur Welt gebracht. Der Arzt in London diagnostiziert eine depressive Verstimmung und rät zu einem Aufenthalt in ihrem Heimatsort Bath. Das Quellwasser, die Familie... all das würde sicher helfen. Lucia bangt es davor nach Hause zurück zukehren. Dort wo ihre Liebste vielleicht noch immer wohnt, vielleicht jedoch schon verheiratet. Und was wenn sie am Ende keine Kinder bekommen konnte, was wenn sie welche bekam?

Mary Randall mag man zuallererst als eines bezeichnen: Eigensinnig. Mary ist eine leidenschaftliche Seele, die sich ungerne etwas gefallen und einreden lässt. Auch, wenn sich die 21-Jährige bemüht, bei ihrem Bruder nicht in Ungnade zu fallen und ihm keine zu große Last zu sein, denn er war es, der sie aus einem unglücklichen und untätigen Elternhaus heraus holte und nach London brachte; so schafft sie es regelmäßig, immer wieder aus der Reihe zu tanzen. Ihre Vorliebe für schicke Soldaten mag dabei das geringere Übel sein, denn wenngleich ihr Bruder Ewan im Krieg fiel, hält sie die Blicke für die Männer in Uniform nicht zurück. Auch ihr Interesse für Politik mag dem einen oder anderen aufstoßen. Wie soll man da nur einen Mann für das Mädchen finden?

Mirana Hopkins, die von ihren Freunden stets Minnie genannt wird, ist eigentlich als Frohnatur bekannt. Zuletzt wurde sie durch diverse Schicksalsschläge jedoch ziemlich aus der Bahn geworfen. Mit gerade einmal 21 Jahren hat sie nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihren Vater verloren und hat, abgesehen von ihrer jüngeren Schwester, keinerlei Verwandte mehr. Da ihre Familie der Upper Class angehört, ist Minnie bewusst, dass sie weitaus besser dran ist, als viele andere. Das Vermögen ihrer Eltern bringt ihr jedoch nichts, solange sie nicht darauf zugreifen kann. Der Traum, sich ein freies, selbstständiges Leben zu ermöglichen, einen normalen Beruf auszuüben und sich nicht von einem Mann abhängig zu machen, scheint aktuell schier unmöglich. Zumindest findet sie ein wenig Trost bei den Frauenrechtlerinnen, von denen die meisten ihre Ansichten und Träume verstehen können.

Penelope Brucklehurst - von allen aber nur Poppy genannt - sollte mit ihren 36 Jahren schon längst verheiratet sein, aber wie das Schicksal es so wollte, gab es nie das ausreichende Interesse eines Herrn. An ihrem Vermögen kann es nicht liegen, aber vielleicht schreckt viele Menschen ihre Art ab, denn sie plaudert umgemein gerne und auch sehr lange und verfügt über das ausgeprägte Talent, immer in unpassenden Situation aufzukreuzen und es durch ihre aufgeregte Art noch zu verschlimmern. Derzeit wohnt sie in Bath, bei ihrer Schwester und deren Familie (einschließlich der fünf Buben, die ausnahmsweise mehr Chaos stiften als Poppy selbst), da das Familienhaus veräußert wurde. Dabei hätte Poppy so gerne ihren eigenen Haushalt...

Victoria ist seit einem halben Jahr frisch mit Phineas Lambert verheiratet, doch erweist sich die Ehe nicht als liebesgesegnet. Die Situation zwischen Ehemann und Ehefrau ist sehr schwierig. Die junge Frau gehört der Upper Class an und wurde mit dem Sohn einer befreundeten Familie verheiratet, nachdem sie sich abweisend gegenüber allen Männern und Aufwartungen zeigte, da man ihr in der Jugend eine Hochzeit mit ihrer Jugendliebe untersagte. Eben jene Jugendliebe stellt aktuell ihr Leben auf den Kopf. Begegnet man Victoria Lambert so fallen zunächst die positiven Seiten auf: Sie ist herzlich, gut gelaunt, verträumt und hoffnungsvoll, pflichtbewusst, genügsam, hat eine Vorliebe für Mode und Schmuck, ist kreativ und musikalisch. Außerdem ist sie offen, höflich und zugewandt. Ihre Schatten hingegen sind, dass sie auf Fremde schnell kühl wirkt, dem Charme anderer verfällt, vorwurfsvoll ist, ihre eigenen Bedürfnisse nur schwer äußern kann, zu mitfühlend ist, sehr kritisch sein kann, klare Strukturen liebt, herrisch sein kann, schwer zu überzeugen ist (immerhin ist ihr Vater Mathematiker und ihr Bruder Astronom und Wissenschaftler). Insgesamt beugt sich zu sehr den gesellschaftlichen Anforderungen an sie. Langes, rotes Haar umrahmt in Wellen das blasse Gesicht mit auffälligen grünen Augen und Sommersprossen. Sie ist von durchschnittlicher Größe und normaler Statur besitzt sie doch weibliche Rundungen und ist stets modisch gekleidet.

Als Violet mitten in den Wirren des Krieges erfährt, dass Ihr Mann einfach unauffindbar verschollen ist, ist sie sich sicher, dass er tot ist; eine von vielen nicht mehr erkennbaren Leichen auf den endlosen Schlachtfeldern, die sich dank Napoleon quer über Europa ziehen. In der Zeit, die es braucht, um sicher zu sein, dass ihr Ehemann tot ist, ist sie mittellos und heuert im Haushalt der Randalls als Gesellschafterin an, nur, um dann im April 1816 endlich die Nachricht zu bekommen, dass Albion tatsächlich seinen Verletzungen erlegen ist. Nun, mit ihrer Witwenpension aus seinem Sold, kann sie sich, wenn sie möchte, ein eigenes Leben mit ihrem Töchterchen machen - doch mit dem attachement, das sie zu ihrem Dienstherren, Jeremy Randall, entwickelt hat, weiß sie nicht einmal, ob sie das möchte.

Alfred ist ein fürsorglicher und liebevoller Vater, der inzwischen im gesetzten Alter keine beruflichen Ziele mehr verfolgt, sondern sich viel mehr als Vater sieht, der gelegentlich auch Professor ist. Umso macht es ihm Freude, wenn seine Töchter Interesse an Wissenschaften und den Wundern der Natur zeigen. Doch ist er auch zufrieden, wenn sie sich mit anderen Dingen beschäftigen, solange sie nicht eitel oder selbstgerecht werden.

Vor mehr als 32 Jahren erblickte Allen George Nutbrown als erstes Kind der Familie das Licht der Welt. Seine Eltern, George Joseph und Elizabeth Nutbrown, angesehen in der Bather Gesellschaft, erfreuten sich darüber sehr, stellte ein Sohn doch die Absicherung des Erbes dar - und dieses lässt sich sehen. Allens Großvater Joseph Nutbrown etablierte bereits in jungen Jahren eine Pferdezucht, die mittlerweile weit über Baths Grenzen hinaus bekannt ist. Edle, englische Vollblüter tummeln sich auf dem Gestüt, privat hat Allen bereits ebenfalls auf Bestandsicherung gesetzt. Vor einigen Jahren war er bereits verheiratet und auch das Vaterglück wäre ihm beinahe beschieden gewesen, wären seine Frau und seine Tochter nicht im Kindbett gestorben. Anschließend hatte Allen das Reisen für sich entdeckt; es war seine Art, mit dem Verlust fertig zu werden. Aus Amerika hatte er sein Mündel Aquinnah mitgebracht. So ganz passt die Squaw freilich nicht in die englische Gesellschaft, aber sie gibt ihr Bestes. Allen hat sein Glück privat mittlerweise wieder in Helena gefunden. Mit ihr hat er das Waisenmädchen Lilly adoptiert, ehe im April des Jahres 1815 die gemeinsame Tochter Joanna geboren wurde.

Der Name von Andrew Montague ist sicherlich vielen Herrschaften der Londoner Gesellschaft bekannt. Einige haben eines seiner Bücher gelesen, andere haben wiederum mit ihm Tee getrunken. Doch die meisten haben Andrew wahrscheinlich während eines Auftritts gesehen. Der junge Mann entstammt der unteren Upper Class und wurde vor zweiunddreißig Jahren in Kelston, Somerset, geboren. Als erstgeborener von fünf Söhnen, steht ihm eines Tages der Gesamtanteil des Vermögens zu. Doch leider haben die Generationen vor ihm dafür gesorgt, dass nicht mehr viel übrig geblieben ist. Sein Jura-Studium hat er kurz vor der Beendigung abgebrochen und sich stattdessen für die Schriftstellerei und die Zauberkunst entschieden. Vier Schauerromane hat er bereits veröffentlicht und regelmäßig wird er auf Gesellschaften eingeladen, um seine Zaubertricks vorzuführen.

Anthony Walsingham hat mit 26 Jahren die Schattenseiten der Welt bereits in allzu vielen Facetten gesehen. Als Soldat war er von seinem Vater in den Krieg geschickt worden, damit aus ihm endlich ein Mann würde. Doch als Träumer zog er aus - und als Träumer kehrte er zurück, der trotz all des erlebten Grauens nicht verlernt hat, das Gute zu sehen - und darauf zu vertrauen. Er wird gern als naiv, beeinflussbar und vertrauensselig bezeichnet, doch dafür ist jenen, die ihm nahe stehen, ein loyaler, zuverlässiger und herzensguter Freund gewiss. Und wenn er ehrlich ist, dann hatte selbst dem Krieg etwas Gutes innegewohnt. Er konnte den Plänen seines Vaters entfliehen, in dessen beruflichen Fußstapfen zu treten und sich stattdessen ausmalen, wie es wäre, als Künstler in Paris die florierende Szene zu erleben. Zudem lernte er während seiner Einsätze an der Front einen jungen Mann kennen, der ihm sehr ans Herz gewachsen ist. Vielleicht sogar zu sehr...

Benedict hat mit seinen 24 Jahren schon viel erlebt. Mehr, als so manch anderer, der zehn Jahre älter ist. Benedict diente für die Krone im Krieg gegen Napoleon und kehrte nun im Frühjahr 1815 heldenhaft zurück. Seine Verletzung an seinem rechten Unterschenkel mag da eine schlimme Kriegsverletzung gewesen sein, mittlerweile heilt sie jedoch gut. Den Gehstock braucht er kaum mehr. Den Sommer verbrachte er seine Zeit bei seiner Familie in Bath, im Herbst wird er nun wieder nach London kehren. Der Krieg ist zwar für beendet erklärt worden, jedoch gibt es noch genügend zu tun - und Benedict sieht seinen Dienst für die Krone noch nicht als beendet an. Dass er keinen Gedanken an eine Ehe oder eine Frau verschwendet, erscheint hier offensichtlich. Nur manchmal kommen Dinge anders als geplant.

Blake und sein Bruder Liam sind mit 28 Jahren die Ältesten der fünfköpfigen Kinderschar von Nicholas und Vincenta Featherstone. Sie sind Zwillinge, wenn auch so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Liam trat in die Fußstapfen ihres Vater und wurde Kaufmann und gründete eine eigene Familie. Blake selbst nimmt das Leben locker und leicht, trinkt gerne über den Durst und genießt seine Freiheit und Unabhängigkeit. Eine Heirat ist er bisher gekonnt aus dem Weg gegangen und möchte dies in Zukunft auch nicht ändern. Auch sein Studium als angehender Arzt in London ist eher ein Zeitvertreib, als das er sich wirklich Mühe gibt, dieses in naher Ferne auch erfolgreich abzuschließen. Zwar hegt er großes Interesse an der Naturwissenschaft und der Medizin, hängt sich jedoch nicht verbissen an dem Studium ran. Wie lange seine Professoren und auch sein Vater sein ausschweifenden Lebensstil noch dulden, bleibt abzuwarten.

Der 28jährige Charles Willoughby ist der zweite Sohn einer altehrwürdigen und gut angesehenen aber vergleichsweise bescheiden lebenden Familie der Gentry. Da ihn weder das Militär noch die Justiz besonders interessierten schlug er die Kirchenlaufbahn ein und wurde nach mehreren Jahren Dienst als Kurat von der Dowager Countess of Bradford zum Nachfolger des verstorbenen Vikars Mr. Browning ernannt.


In jungem Alter schon Professor der Chirurgie geworden zu sein, erfüllt Floyd schon sehr mit Stolz. Und seinen Vater erst. Aber eigentlich hatte er seinen Titel als Professor lediglich seiner grenzenlosen Neugierde zu verdanken, die ihn immer tiefer in die Medizin hinein getrieben hat. Heute lehrt er auch und freut sich, wenn seine Studenten genauso begeistert mit dem Thema umgehen, wie er selbst. Eigentlich hat er diesen Umstand einer Kriegsverletzung aus seinen 20ern zuzuschreiben, durch die er bis heute nicht mehr richtig Laufen kann und stark humpelt. Ohne diese wäre er wahrscheinlich nicht zurück an die Universität gegangen, um sich in die Wissenschaften zu stürzen. Ohne diese wäre er vielleicht sogar verheiratet, ohne seine Verlobte durch seinen Jähzorn nach der Verletzung in die Flucht geschlagen zu haben. Und hätte wahrscheinlich auch seine Nonne aus dem Krankenhaus nicht kennen gelernt, mit der er seit geraumer Zeit eine Affäre hat.


Ira Finch war einst Earl von Westmeath, Ehemann und Vater einer Tochter, Faye. Glücksspiel, Pferderennen, Alkohol und ein ausschweifender Lebensstil ließen sein Vermögen dahin schmelzen. Übrig blieb nur das Schloss und ein Berg schulden. Auf der Flucht vor seinen Gläubigern und dem Gefängnis verschlug es Ira 1803 nach Amerika, wo er von vorne ein neues Leben aufzubauen begann. Wagemutig und voller Abenteuer bestritt er alleine sein Leben, während Frau und Tochter in Armut von Irland nach England zogen. Er selbst fand in Amerika in der Tochter eines wohlhabenden und einflussreichen Kaufmannes aus London eine neue Frau. Sie schenkte ihm bisher drei gesunde Kinder. Aus Amerika zurückgekehrt, bezog Ira mit der neuen Familie ein großes Anwesen in der Nähe von London und geht in der Stadt seinen Geschäften nach. Zielstrebig, nicht immer ganz legal und eiskalt arbeitet er an seinem Erfolg.

Während die meisten Menschen wohl in das nächtliche Firmament blicken, um romantischen Träumereien nachzuhängen, tut dies Jacob Oakley zumeist aus rein wissenschaftlichem Interesse heraus. Der Astronom ist ebenso ein Kopfmensch wie er ein tiefgründiger Gesprächspartner ist, der Dingen gerne auf den Grund geht. Wenn er sich in einer Gesellschaft wohlfühlt, zeigt sich auch einmal die humorvolle Seite des 28-Jährigen. Auch seine Schwester Victoria Lambert kennt ihn als ein sehr herzlicher, loyaler, aber auch sturer Mensch. Zumeist wirkt Jacob auf andere jedoch etwas arrogant und distanziert, weil er sich aus Angst vor Fehlern und einem gesellschaftlichen Fauxpas bewusst zurückhält. Neuerdings lässt die Tochter seines Mentors, Felicity Reynolds, sein Herz in etwa in dem Maße höher schlagen, wie dies bislang lediglich das nächtliche Firmament vermocht hatte.

Es gibt kaum ein Wort, welches James besser beschreibt als extravagant. Der 36 Jährige führt einen ausschweifenden Lebensstil und scheut nicht davor dies auch zu zeigen. Er gehört der Upper Class an, steht mit seinem Vermögen vermutlich aber auch dem Adel in nichts nach. Das Geld verdient hat er als Weinhändler, verkauft spanischen und portugiesischen Wein an das Königshaus und jeden der es sich leisten kann. Darüber hinaus betreibt er das Brook's, einer der angesehensten Gentlemens Clubs der Stadt, in den nur ausgewählte Mitglieder Zutritt finden. Diskretion wird dabei groß geschrieben, denn hinter den Türen des Clubs wartet nicht nur Alkohol sondern auch Glücksspiel und Frauen. Es überrascht also nicht, dass James selbst noch unverheiratet ist und sich anstatt sesshaft zu werden viel lieber darin übt regelmäßig den Anstand der aristokratischen Damen auf seine Beständigkeit zu prüfen.

Vor 26 Jahren erblickte Jeremy Windom Randall das Licht der Welt. Damals hatte er einen älteren Bruder, der das Erbe des Vaters antreten würde, wenn es an der Zeit wäre. Heute hat er diesen nicht mehr. Aber auch das Erbe hat er nicht angenommen, denn mit dem Tod Ewans und der anschließenden Trunksucht seines Vaters hat er sich mit diesem endgültig überworfen und ist nach London gezogen. Dort hat er sich einen Gewürzhandel aufgebaut. Und genießt seine Freiheit. In seiner Freizeit boxt und trinkt Jerry sehr gerne. Beides auch in Kombination mit Frauen möglich. Erst vor kurzem musste er dies allerdings reduzieren, da er seine beiden jüngeren Schwestern Mary und Iona zu sich holte, sie quasi aus der Hand des Vaters befreite. Er ist also weiterhin Junggeselle und hat nicht vor, dies zu ändern.

Thijs ist der älteste Sohn der Kaufmannsfamilie van der Veen, wenn auch bei drei älteren Schwestern bei Weitem nicht das älteste der Kinder. Nachdem seine Familie nach England umgezogen ist besucht er das Eton College und beschäftigt sich statt mit der Sehnsucht nach seiner alten Heimat inzwischen mehr damit alle Anforderungen zu erfüllen um später in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und die Geschäfte seiner Familie zu übernehmen.

Noel Andrew Montague ist 23 Jahre alt, stammt gebürtig aus Kelston und dient als Corporal in der Britischen Armee. Er ist ein herzensguter und schüchterner Mensch mit einem Sinn für Romantik. Derzeit hält er sich in London auf bei seiner Patentante Maria Fuller auf, um ihr an den Weihnachtstagen Gesellschaft zu leisten und zeitgleich seiner Verlobten zu entgehen, die er zwar sehr schätzt, doch sie nicht als Ehefrau haben möchte. Diese Verbindung kam nur auf ein Drängen seines eigenen Vaters zustande und Noel findet nicht den Mut sie wieder zu lösen, aus Angst ihn zu Enttäuschen und ihr Schmerz zuzufügen.

Phineas ist Richter in London und hat es mit seiner Karriere bereits weit gebracht. Er hat einen harschen Charakter, der weiß was er will und dabei keine Hindernisse kennt. Seit kurzem ist er mit Victoria Lambert verheiratet. Die Ehe ist nicht sonderlich glücklich und man wartet nur darauf, dass sich endliche eine Schwangerschaft einstellt. Dementsprechend kalt verfährt er auch mit ihr, denn er gibt Victoria die Schuld, dass noch kein Erbe auf dem Weg ist.

Mit dreiundzwanzig Jahren hat der junge Sherwood nicht nur bereits fünf Jahre Erfahrung im Feld, sondern auch überhaupt keine Lust mehr, sich mit dem Militär weiterhin zu verdingen. Nach der finalen Schlacht brauchte es beinahe ein Dreivierteljahr, bis er es nach Hause zurück schaffte, weil ihn die Pflicht nicht losließ; dabei warteten nicht nur besorgte Eltern, sondern auch vier Geschwister in London auf ihn, zusammen mit einem Bauprojekt, das sicherlich noch weit ins Jahr 1817 brauchen wird, um vollendet zu werden. Nun praktiziert er als Chirurg für die Schönen und Reichen der Stadt und studiert parallel noch die echte Medizin, die man ihn im Krieg nicht lehrte, um sich vielleicht in ein paar Jahren Dr. Cunningham schimpfen zu dürfen. Einzig mit seinem frisch erhaltenen Titel des Knight Bachelor, zu welchem er für die Rettung eines hochrangigen Offiziers geschlagen wurde, würde sich dieser Titel wohl etwas beißen - was ist er denn dann? Sir Doctor Sherwood? Doctor Sir? Nun. Er wird es wohl herausfinden müssen.

Mit 40 Jahren hat sich Steward Patrick Norton bei einem Überfall eine Narbe am Kinn zugezogen, die sich über den linken Kieferknochen bis fast zum Ohr hoch zieht, seit dem trägt er einen Bart um sie zu verdecken. Hat dabei aber auch gemerkt, dass dieser ihn autoritärer wirken lässt, deswegen ist er nicht mehr wegzudenken. Der Kaufmann hatte sehr lange einen Groll gegen seinen viel zu strengen Vater, vor dem er irgendwie immer Angst gehabt hatte. Aber heute peppt er sein Leben mit legalem und illegalem Glücksspiel und Sportwetten auf. Seiner Frau geht er dabei aus dem Weg, die Liebe ist im Laufe der Jahre erloschen, nur die drei Kinder erinnern daran, dass da mal mehr gewesen war als nur Streitereien und Auseinandersetzungen. Allerdings kann er das Flirten mit seiner Geschäftspartnerin Summer Liu nicht ganz unterdrücken. Es passiert einfach, sie ist aber auch verdammt anziehend!

Schwindsucht, Herzneurose oder einfach ein unbestimmtes Schwächegefühl? Da kann Thomas Dimsdale, seines Zeichens Arzt, meist auch nicht wirklich weiterhelfen. Dass er Medizin studiert hat, war ausschließlich der Wunsch seines Vaters und vermutlich wäre er in jedem anderen Beruf besser aufgehoben gewesen. Doch nachdem seine Brüder bereits Erbe und Pfarrer geworden sind, ist es nur logisch gewesen, dass er den Mediziner in der Familie mimt. Dabei erträgt Thomas den Anblick von Blut und schwärenden Wunden kaum, ohne, dass ihm selbst dabei übel wird oder er in Ohnmacht fällt. Doch zumindest eines kann Thomas sehr gut: Zuhören. Für die Leidensgeschichten seiner Patienten hat er stets viel Zeit, Geduld und Verständnis und - im Falle von ein paar neuen, pikanten Gerüchten - auch eine gesunde Portion Neugierde übrig. Manchem Tratsch schenkt Thomas auch mehr Glauben, als er wohl sollte (manche sind aber auch wirklich überzeugend!). Außerdem zögert er natürlich nicht, das gewonnene Wissen weiterzutragen, was ihm bereits den Ruf einer Tratschtante eingebracht hat.

Wesley Arthur Cunningham ist heute 48 Jahre alt, und erfolgreicher Komponist. Durch einen Brand hat er mit 15 Jahren seine Eltern, sowie seine jüngere Schwester verloren. Narben an seinen Armen erinnern ihn immer noch an sein Versagen, als er niemanden hatte retten können. Seit dem trägt er nur langärmelige Oberteile und lässt wenige Menschen an sich ran und noch weniger Leute wissen von den Verbrennungen. Der Anblick seiner sterbenden Schwester hat ihn lange in seinen Träumen verfolgt. Lediglich seine Ehefrau und später während der Affäre mit Ruth Sawyer hat er zwei Frauen gefunden, bei denen er problemlos und traumlos schlafen konnte. Insgesamt hat er 6 Kinder gezeugt, weiß allerdings nur von 5, denn die hat er mit seiner Frau zusammen. Louisa Sawyer ist Ruth und seine Tochter, er hat sie nie zu Gesicht bekommen. Wesley weiß gar nichts von ihrer Existenz, weil Ruth damals, als sie schwanger wurde, die Affäre beendet hatte. Wesley ist ein ruhiger, bodenständiger, harmonieliebender Mann, der Streitereien aus dem Weg geht und als Ruth ihm damals gesagt hatte, dass sie ihn nicht mehr sehen wolle, hatte er sich einfach gefügt. Generell ist es auch seine Frau, welche in der Ehe das Sagen hat und er fügt sich meistens.

William Barnes gehört der Upper Class an und kann sich über seinen bisherigen Lebensweg nicht beschweren. Der 27-jährige besticht mit seinem wachen Geist und einem entwaffnenden Lächeln. Als Politiker und Anhänger der Whig-Partei ist er in Bath und London vertreten. Er diskutiert gerne und liebt intelligente Gespräche. Er gilt als humorvoll, charmant und sorgt für das ein oder andere Missgeschick. Mit ihm wird es gewiss nicht langweilig.

Middle Class
Agnes Huntington lautet mein Name und mit meinen 28 Jahren gehe ich nicht den Weg den sich meine Eltern wohl gewünscht hätten. Immerhin bin ich in diesem Alter noch verlobt aber das wird sich früher oder später auch ändern. Immerhin ist mein verlobter gerade erst aus dem Krieg zurückgekehrt. Ich arbeite als Gouvernante und bin sehr zufrieden damit.

Seit 10 Jahren steht Bridget Davies nun schon in den Diensten der Familie des Dukes of Leinster, zuerst als einfache house maid, inzwischen aber aufgestiegen zur Lady's Maid der Lady Geraldine Butler. Sie ist sehr stolz auf ihre Position und tut alles, um sich als würdig zu erweisen.

Diane Musgrove ist die Jüngste von sechs Kindern und hat somit alle Vorzüge eines Nesthäkchens abbekommen. Aufgewachsen in der gehobenen Mittelschicht hat sich bei ihr schnell ein Talent für die Musik bemerkbar gemacht. Die verträumte junge Frau hofft mit ihrem Klavierspiel eines Tages einen Mann von sich überzeugen zu können, wobei ihre offene Art sicher auch hilfreich ist. Im Moment hat man die 18-Jährige aber noch nicht einmal in die Gesellschaft eingeführt.

Die älteste Tochter der Familie Betts ist Lehrerin aus Überzeugung. Die Möglichkeit eine Schule zu besuchen hat einen Einschnitt in ihrem Leben bedeutet und in ihrem Unterricht im Armenhaus gibt sie diese Erfahrung gerne an die Kinder weiter. Im Februar 1816 findet sie allerdings eine neue Anstellung als Gouvernante für den Sohn von James Westbrooke.

Fanny war früher Tänzerin in einem von Londons Pleasure Gardens. Inzwischen ist sie zweifache Mutter und hat in die Familie Sawyer eingeheiratet. Alle Geheimnisse der Familie kennt sie zwar nicht, versorgt ihren Ehemann aber stets mit gutem Rat. Auch wenn sie ihn manchmal nicht zu erreichen scheint.

Frances Elizabeth Sawyer ist 23 Jahre jung und mit ihrem Leben nicht ganz so zufrieden. Während der Abwesenheit ihrer Brüder vor über 10 Jahren hat sie tatkräftig im Familienunternehmen ausgeholfen, nur um bei deren Rückkehr erneut in die Reserve verwiesen zu werden. Das nagt bis heute am empfindlichen Stolz der temperamentvollen Sawyer. Sie ist mit einem Mann verlobt, den sie nicht kennt und von dem sie nicht erwartet, dass er ihr ein erfülltes Eheleben beschert. Doch welche Optionen hat sie?

Mit zehn Jahren fühlt sich Isabella Harding schon wie eine ganz Große: Sie möchte irgendwann Musik machen, hat sie entschieden, und lernt dafür Singen und Klavierspielen und ganz viele andere Dinge, die damit zusammenhängen. Notenlesen. Melodien erkennen. Fingergymnastik. Daneben kann die normale Schule schonmal untergehen - aber Lesen, Rechnen und Schreiben, das kann sie immerhin auch schon ganz gut und ganz viele Mädchen scheiden aus dem Unterricht auch nach und nach aus, weil Mädchen ja ohnehin nicht so viel können müssen. Isabella sieht das anders - gerade Mädchen sollten das immerhin können, die meisten sind schließlich sehr viel schlauer als Jungs. Also, wenn man sie fragt, zumindest. Aber irgendwer muss ja auch auf die Jungs, die großen wie die kleinen, aufpassen - auf Papa zum Beispiel. Der würde sicherlich nur Unfug machen, würde seine Tochter nicht stets ein prüfendes Auge auf ihn werfen.

Louisa ist das jüngste Kind der Sawyer-Familie. Doch weiß sie nicht, dass sie nicht denselben Vater wie die anderen hat. Seit sie klein ist, hilft sie im Gemischtwarenladen ihrer Familie aus. Selbst nun, da sie am Theater arbeitet, bleibt sie ihrer Familie treu und unterstützt diese in ihren Schmuggelgeschäften. Sie träumt davon, eine angesehene Schauspielerin zu werden. Die junge Frau ist herzlich, familienbezogen, loyal, aufmerksam, stets gut gelaunt, kreativ, kann gut schauspielern und arbeitet hart, doch gibt es auch Schattenseiten. Louisa braucht viel Bestätigung, hängt ihr Herz schnell an andere, ist nicht die moralischste Person, häufig unruhig, scheut keine Streitereien, ist unnachgiebig in ihrem Standpunkt und zu kontaktfreudig.

Die 17-jährige Lydia Charlotte Betts ist zwar noch Schülerin und lernt fleißig Dinge wie Lesen und Schreiben, allerdings hat sie es auch faustdick hinter den Ohren. Während jeder sie als wohlerzogenes und hilfsbereites Mädchen kennt, das stets bemüht ist, ihren Vater stolz zu machen, spielt sie nachts heimlich als junger Mann verkleidet in Pubs Geige, um ihren Traum ausleben und sich nebenbei etwas Trinkgeld verdienen zu können.

Myrtle ist die Tochter des Delikatessenhändlers Anthony Roseworth, welcher leider im letzten Jahr verstarb. Zusammen mit ihren beiden Brüdern, Valentine und Dominic, wohnt sie nun in einem sehr anständigen Stadthaus in der Nähe des Londoner Hafens, von wo aus man gemeinsam, wenn auch unter der Leitung des ältesten Bruders, dieses Geschäft betreibt. Die beiden Brüder sind sich viel zu ähnlich, weshalb die junge Frau oft zwischen ihnen vermitteln und Streits schlichten muss, aber abgesehen davon steht man als Familie recht gut da. Myrtle ist vernünftig, diplomatisch und geschäftstüchtig, allerdings spürt sie ihre Ketten mittlerweile recht deutlich, und statt endlich einen Mann zu suchen und eine Familie zu gründen verspürt sie wenigstens den gleichen Drang, aus diesen Ketten auszubrechen und endlich auch einmal etwas zu erleben.

Nancy, eigentlich Anna, Betts, geborene Warwick, ist 38 Jahre alt und eine Dame der Middle Class. Dies vor allem dank ihrem fleißigen Ehemann John, der in seinem Beruf als Geigenbauer eine wahre Berufung entdeckt hat. Früher hat Nancy als Wäscherin das Einkommen des Haushalts nach oben korrigiert, nun besteht ihre Hauptaufgabe in der Erziehung ihrer vier fast erwachsenen Kinder und dem Führen des Haushalts. Dass sich die arbeitswillige Frau dabei manchmal langweilt, liegt auf der Hand. Leider bekommt diesen Unmut vor allem ihr Ehemann zu spüren, noch ist sich Nancy aber nicht darüber im Klaren, wie unfair sie John gegenüber ist.

Phoebe füllt mittlerweile 24 Jahre. Aus Schottland hat es sie vor vielen Jahren zum Erlernen des Hebammenberufes nach London gebracht und mit Leidenschaft geht sie ihrem Beruf nach, sodass sie auch keine Zeit hat, einen Ehemann zu finden. Mit dem kürzlichen Tod ihrer Eltern wird jedoch ihr gesamtes Leben in Frage gestellt. Doch ihre Gottesfürchtigkeit hat sie jedoch keineswegs verloren. Phoebe hat eine realistische Weltsicht, ist geduldig, bescheiden und sparsam. Bei jeder Patientin zeigt sie höchste Einfühlsamkeit und Passion, doch vergisst die junge Frau sich in der Aufopferung für andere selbst und verliert auch schnell anderes Wichtiges aus dem Blick. Wenn sie an die Grenzen der Belastbarkeit stößt, übergeht sie diese Warnung ihres Körpers oft und möchte es nicht wahrhaben, etwas nicht zu schaffen. Sie ist sehr angepasst, sodass man sie für ihr Betragen wohl niemals tadeln würde. Doch tief in ihrem Inneren ist sie sehr verletzlich und ängstlich. So strukturiert die junge Frau im Umgang mit ihren Patienten ist, desto chaotischer ist sie in anderen Lebensbereichen. Zu Menschen außerhalb des Arbeitskontextes ist sie distanziert und hat kaum Vertraute und Bekannte.

Rosemary Sheridan ist das jüngste dreier Kinder und doch das einzige, dessen Leben so verläuft, wie die Eltern es sich vorgestellt haben; während der Bruder an einer geistigen Behinderung leidet, ist die Schwester mit 28 Jahren noch immer nicht verheiratet. So obliegt es Rose oder Rosie, wie sie manchmal genannt wird, in der Familie für Stabilität zu sorgen. Ihre Zwillinge, inzwischen drei Jahre alt, halten alle auf Trab, der Haushalt schmeißt sich nicht von selbst, besonders, wenn es immer viel zu tun gibt; ein Mann, der sein Geld mit Seereisen verdient, der bedingt nun einmal eine tüchtige Ehefrau, wenn dennoch alles glatt laufen soll.


Mit nur dreiunddreißig Jahren hat Xia, die sich hierzulande bedeutungsgemäß Summer nennt, bereits die halbe Welt umrundet und mehr davon gesehen, als sie jemals wollte. Nachdem sie in ihrer Heimatstadt Shenzhen in China jung an einen Kaufmannssohn verheiratet wurde, starb dieser vor mittlerweile fünf Jahren; das Leben als keusche Witwe sagte ihr jedoch nicht zu und so dauerte es nicht lange, bis sie keine andere Wahl hatte, die Flucht zu ergreifen. Über Indien fand Summer ihren Weg nach London, wo sie stets auffällt wie eine Fliege in der Milch. Zwar hält sie sich dank ihrer Tätigkeit für die East India Trading Company solide in der Middle Class, kann sich sogar ein Hausmädchen leisten, doch auch das hindert sie nicht an anderen geschäftlichen Bestrebungen - beispielsweise am Handel mit Opium. Es ist unnatürlich, dass eine Frau so selbstständig und frei vom Einfluss eines Mannes lebt, und das weiß sie, tritt selbstbewusst und -bestimmt auf und lässt sich nur unter den gravierendsten Umständen sagen, was sie zu tun oder zu lassen hat.

Verity ist von einem neugierigem Mädchen, welches nie still sein konnte, zu einer lebhaften, bereits zwanzigjährigen Dame der oberen Middle Class herangewachsen, die sich nicht scheut, auszusprechen, was ihr Herz ihr vorgibt. Oftmals begibt sie sich somit in Situationen, in welche sie sich missbilligende Blicke einfängt. Ihre direkte Art wird nicht von allen willkommen geheißen. Nach einer Dummheit, die sie vor zwei Jahren begannen hat, ist sie anderen, vor allem Männern misstrauischer und aufmerksamer gegenüber geworden. Sie hat einiges von ihrer Naivität verloren und sieht nicht in jedem nur das Gute. Dennoch hat sie ein einnehmendes Wesen und findet auf Gesellschaften immer Gesprächspartner. Sie liebt es zu tanzen, zu zeichnen und genießt die kulturellen Vorzüge, die Bath zu bieten hat. Sie fühlt sich auch in ruhigen Momenten äußerst wohl, vergräbt sich in Büchern oder begibt sich auf die Suche nach Pflanzen, um ihr Herbarium zu erweitern. Das Klavierspiel überlässt sie anderen, singt jedoch ständig, egal, wo sie ist. Sie hat sich fest vorgenommen, nicht zu heiraten.

Eigentlich als Paolo Gesù Angelo geboren hat sich der Tenor mittlerweile längst als Annibale Angelo einen Namen an der Londoner Oper gemacht. Als er vor einem Jahr nach England kam, konnte er bereits auf eine langjährige Ausbildung aus dem Herkunftsort seiner Familie, Mailand zurückblicken. Lele, wie er von seinen Freunden genannt wird, ist mit seinen 24 Jahren gerade dabei eine steile Karriere hinzulegen, vielleicht auch beflügelt durch einige Affären.

Anthony Sawyer ist der jüngste und kleinste der drei Sawyer Brüder und offiziell und ganz legal Mitteilhaber des Gemischtwarenladens und Buchhalter dort. Er ist 28 Jahre alt und hat eine zwei Jahre alte Tochter namens Dana, sowie eine Frau, Harmony, die er nur aufgrund der Schwangerschaft geheiratet hat. Seine beiden jüngeren Schwestern machen ihm gerne das Leben schwer, wobei er seinen ganzen Familienmitgliedern sehr treu und loyal zur Seite steht. Nichts geht über sie, selbst durch die Hölle würde er für sie alle gehen. Abgesehen von seiner Frau Harmony vielleicht, die mag er nicht ganz so. Dafür ist er eher der ruhigere, ernste Typ, geht Gewalt aus dem Weg, wenn er kann und lacht wenig. Seine Geschwister schaffen es dennoch hin und wieder mal, ihn aus der Reserve zu locken. Fremde Menschen anlügen ist kein Problem, aber je mehr er jemanden zu schätzen lernt, desto schwerer fällt es ihm, diese Person an zu lügen. Seine Geschwister und seine Mutter kann er zum Beispiel gar nicht anlügen, ohne, dass sie es merken. Er schaut dann immer gen Boden und druckst herum.

Wynn ist eigentlich in Liverpool geboren und hat bereits als Kind den Weg in eine Straßenbande gefunden. Über viele Wege fand er nach London, wo er sich offiziell als Händler etabliert hat. Doch insgeheim kann er die Finger nicht von den kriminellen Machenschaften lassen. Sein Netzwerk ist sehr groß und er weiß über alle Geschehnisse der Stadt Bescheid.

Dominic hasst Spinnen. Schon immer, die Abneigung teilt er mit seiner Schwester und als vor 6 Jahren eine Vogelspinne aus einem der Kartons der exotischen Waren für den familiären Delikatessenladen geklettert kam, hat er sie mit einem Messer aufgespießt und sich dabei selbst verletzt. Die Narbe, die knapp über der rechten Augenbraue anfängt, unter dem Auge weiter verläuft und unter dem Wagenknochen endet. Sein Glück, dass er nicht erblindete, wie sein Bruder unter anderen Umständen. Am auffälligsten ist da die kahle Stelle an der Augenbraue, wo seit dem nichts mehr nachwächst. Aber eitel ist der Roseworth diesbezüglich nicht. Er will lieber seinem großen Bruder Valentine nacheifern, welcher immer ein großes Vorbild für ihn gewesen war und mit dem er zusammen, als gleichberechtigte Partner, den Delikatessenladen der Familie leiten möchte. Aber Dominic befindet sich noch in der Ausbildung und manchmal ist er zu ungestüm und ungeduldig, weswegen sein Bruder ihn in die Schranken weißt. Sie streiten ziemlich oft, allerdings vertragen sie sich auch genauso schnell wieder. Nicht zuletzt auch, weil Myrtle, ihre Schwester, zwischen ihnen schlichtet.

Emmett Price entstammt der Middle Class und ist bereits sechsundzwanzig Jahre alt. Er ist ein talentierter, gar brillanter Pianist und komponiert leidenschaftlich melancholische Einzelstücke oder ganze Opern. Jedoch arbeitet er wie sein Vater und sein Bruder als Kaufmann. Das verdiente Geld fließt jedoch des Öfteren in Glücksspiele, für die er eine Sucht entwickelt hat. Seit wenigen Monaten ist er heimlich mit der selbstbewussten Miss Brown verlobt, doch kann er ihr kaum ein gutes Leben finanzieren.

Felton Sawyer kennt man im Stadtteil Poplar in London wohl am besten. Dort lebt er in einem großzügigen Stadthaus, gemeinsam mit seiner Mutter, den Brüdern und Schwestern und deren Familien. Direkt am Hafen neben dem Wohnhaus gelegen ist der Gemischtwarenhandel der Familie Sawyer, deren Oberhaupt Felton ist. In jenen Laden laufen nicht immer ganz legale, sondern auch Schmuggelgeschäfte ab, was jedoch ein gut verschwiegenes Geheimnis ist. Mit seinen beiden jüngeren Brüdern setzt sich Felton für die ärmere Bevölkerung der Umgebung ein, hilft aus und spricht auch bei Höhergestellten vor. Von der oberen Schicht hält er nicht viel und lässt dies auch immer wieder heraushängen. Als ehemaliger Soldat hat der 36-Jährige immer wieder Probleme, um das Erlebte zu verarbeiten, weswegen ihn man auch zeitweise in Opiumhöhlen antrifft. Eine Frau hat er nie genommen, böse Zungen munkeln, dass er sich gar nicht für das weibliche Geschlecht interessiert.

Henry Musgrove ist ein engagierter Politiker der Whig-Partei, er kämpft leidenschaftlich für seine Ideale und für mehr Gleichberechtigung. Seit Kurzem ist er im Bather Stadtrat anzutreffen. Er setzt sich vehement für die niedrigeren Schichten ein, die es oft nicht allzu einfach und keine Stimme für sich selbst haben. Mit seinen dreißig Jahren mag man vermuten, er habe sich schon eine Ehefrau gesucht, aber mitnichten. Sein Herz gehört einer jungen Frau, jedoch ist er sich noch nicht einmal bewusst. Henry ist ein geselliger und eloquenter Mensch, er kann aber auch schnell hitzköpfig werden, Konflikte scheut er nicht, eher begibt er sich absichtlich in jene. Das hat ihn schon in die eine oder andere unangenehme Situation gebracht, aber er ist auch ein geschickter Redner und kann sich gut wieder herausreden.

Der holzige Geruch umgibt den Achtunddreißigjährigen Geigenbaumeister nicht umsonst, wo er geht und steht; wer den ganzen Tag Holz um sich hat und fein verarbeitet, der wird irgendwann auch danach riechen, wenn nicht ohnehin schon Sägespäne auf der Kleidung oder im Haar oder Bart zu sehen sind. Aus einfachsten Verhältnissen stammend, war es schieres Glück, dass John einst seine Lehrstelle bei einem Geigenbauer fand und, als dieser in Ruhestand ging, die Werkstatt übernehmen konnte. Verheiratet mit der, wenn man ihn fragt, wundervollsten Frau dieser Hemisphäre, kann sich John nicht beklagen, denn sie und seine vier Kinder im Alter von neunzehn bis zehn Jahren sind für ihn alles. Da kann er auch ihre Eigenwilligkeiten und Risikofreudigkeiten verzeihen, auch, wenn er sich dennoch sorgt. Besonders seine Töchter bereiten ihm immerhin Sorgen - nicht, dass er das freiwillig zugeben würde. Immerhin waren es er und seine Frau, die die beiden zu den charakterstarken jungen Frauen herangezogen haben, die sie heute sind.

Joshua Sawyer wurde als zweites Kind geboren. Er arbeitet als Mitbesitzer im Gemischtwarenhandel der Familie. Nachdem er in seiner Jugend häusliche Gewalt miterlebt hat, war er als junger Mann im Krieg und wird von all diesen Erlebnissen noch heute gequält. Er ist seit 1809 eigentlich glücklich mit Fanny verheiratet, sie haben zwei Kinder gemeinsam.

Laurent Fontaine ist in London inzwischen berüchtigt für seine vielen musikalischen Talente, die außergewöhnliche Begabung für die Violine und die Art, auf die er mit dem Klavier zu verschmelzen scheint – jedoch auch für sein Aussehen. Dass ein Mensch dieser Hautfarbe überhaupt dazu befähigt ist, ein solches Talent auch noch zu kultivieren und hart dafür zu arbeiten, wollen bis heute viele nicht glauben, und so polarisiert der Siebenundzwanzigjährige, der noch als Sklave auf Jamaika geboren wurde, auch Jahre nach seiner Premiere am Londoner Theater. Auch in Bath gibt er Konzerte, fällt auf, wo er geht und steht, und scheint sich doch stets im Hintergrund zu halten, wissend, auf welch prekärem Pflaster er sich bewegt. Zu seinem ehemaligen Herrn, dem Earl of Pembroke und Montgomery, besteht noch heute ein enges Band, mit dessen Sohn ist man gut befreundet, und die schwarze Mutter des Musikers nimmt häufig einen Ehrenplatz bei den Aufführungen ein, obgleich sie offiziell lediglich eine Bedienstete im Haushalt des Earl ist – tatsächlich weiß man jedoch um ihren bevorzugten Status, der dem einer Mätresse ähnelt. Die Kleidung des Musikers ist stets außerordentlich elegant und passt sich in die Kreise, in denen er sich wie ein Chamäleon bewegt, tadellos ein.

Nicholas ist mit seinen 39 Jahren noch immer Junggeselle und damit auch überaus glücklich. Als Schriftsteller, wie er findet, verdient er sowieso zu wenig, um eine Familie zu ernähren und mit seinen wechselhaften Launen kann er sich manchmal selbst nicht ausstehen. Wer sollte ihn da um alles in der Welt seiner selbst wegen lieben? Auch wenn er gelegentlich als freier Journalist für ein paar Tageszeitungen arbeitet, reicht der Verdienst nur für ein kleines Etagenzimmer bei einer alten Witwe. Der äußerst chaotische, verschrobene Junggeselle neigt zu einer liebenswürdigen Schüchternheit, die er unter seinen Kollegen mit überraschender Leichtigkeit ablegen kann. So lange er sich über Autoren, Bücher, Gedichte, Kunst und Philosophen unterhalten kann, bewegt er sich auf vertrautem Boden und kommt aus sich heraus. Gelegentlich leidet er unter starker Melancholie, wenn er sich zu sehr unter Druck setzt. Er versucht seit 10 Jahren an sein Erstlingswerk anzuknöpfen - ein Reisebericht, den er als Abenteuerroman verfasste. Doch wirklich große Werke sind ihm seitdem nicht mehr gelungen. Zwei Gedichtbände und Fortsetzungsgeschichten in Tagesblättern kann er verbuchen, aber das reicht ihm nicht. Er möchte etwas großes schreiben, das eine Werk, das ihn unsterblich machen würde...

Der 36-Jährige Owen Pearce hat sich seinen Traum von der Freiheit erfüllt: Er ist Kapitän eines Handelsschiffes und kommt als solcher viel in der Welt herum. Er würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass sein Leben leicht ist - aber angenehm ist es auf alle Fälle. Denn er ist ein Idealist, hat nicht vor, sich in der Gesellschaft anzupassen und sich deren Regeln aufdiktieren zu lassen. Er ist ein großzügiger Mann, der roher Gewalt nicht viel abgewinnen kann und sich lieber schönen Frauen und dem Alkohol hingibt. Hin und wieder singt er seiner Geliebten, Freiheit, auch ein Ständchen, doch denkt er dabei auch an eine andere, Miss Randall, die es geschafft hat, ihm den Kopf zu verdrehen.

Mit seinen 34 Jahren immer noch unverheiratet zu sein, so hatten sich seine Tante und sein Onkel seine Zukunft nicht vorgestellt. Eigentlich war auch jeder davon ausgegangen, dass Peregrine Händler werden würde, wie sein Vater, aber als dieser verstarb, war Peregrine gerade Mal 16 Jahre alt und er konnte seine kleine Schwester Lavinia nicht alleine lassen. Stattdessen ist er durch einen ehemaligen LiebhaberThieftaker geworden und was die Liebe angeht, stellt sich das alles als sehr viel schwieriger dar, als Peregrine das in der Öffentlichkeit zugibt. Er ist bisexuell, hat gerade eine Verlobung platzen lassen und möchte auch weiterhin noch Stammkunde im Cupids bei Angelica bleiben, die Dame hat es ihm sehr angetan. Eigentlich ist Peregrine ein sehr höfflicher, netter, junger Mann, beobachtet gerne und urteilt nicht vorschnell, lässt jedem das seine und auch bei seinen Aufträgen entscheidet er oft nach seinen moralischen Gefühlen.

Mit seinen 31 Jahren hat der Künstler bereits einiges erlebt. Er hat mit ansehen müssen wie die Liebe seines Lebens im Krieg in Spanien ums Leben kam und seitdem er traumatisierten von alle dem zurück nach London gekommen ist, findet er kaum noch Aufträge und leidet an Hunger genauso wie an seinem Verlust. Um seine Familie um Hilfe zu bitten ist er viel zu stolz — und dann ist da auch noch seine Verlobte, die schon lang genug darauf wartet, dass er sie endlich heiratet. Doch Richard Gaywood kann sich dies weder leisten, noch empfindet er für sie mehr als Zuneigung.

Mit nur fünfundzwanzig Jahren steht Valentine Roseworth sehr viel besser da als viele seiner Altersgenossen; mit seinen beiden jüngeren Geschwistern lebt er in einem schicken Stadthäuschen in Hafennähe, im Erdgeschoss dessen befindet sich das Ladenlokal der Familie, aus welchem die gehobenen Haushalte Londons ihre exotischeren Spezialitäten beziehen, obgleich er aus dem Krieg einige bleibende Schäden davongetragen hat: Immerhin hat er auf dem linken Auge keine Sehkraft mehr und in der dazugehörigen Hand einen Nervenschaden davongetragen, der diese unangenehm nutzlos macht. Dennoch scheint für eine familiäre Zukunft gesorgt zu sein, denn er ist mit der jungen Frances Sawyer verlobt. Der Knackpunkt? Er hat noch nie ein Wort mit ihr gewechselt. Während er also seine eigene Schwester auf den Markt bringen muss, gibt es parallel eine eigene Verbindung - die Trauung ist immerhin Mitte des Jahres angesetzt - zu planen und zu bestreiten. Dass es sich dabei vor allem um ein familienpolitisches Arrangement handelt, ist wohl offensichtlich; aber man heiratet eben immer noch den Menschen und nicht nur die Familie.

Vincent Timothy Harding ist mittlerweile 35 Jahre alt und ist Vater einer zehnjährigen Tochter, seine Ehefrau ist bei der Geburt dieser verstorben, sodass er verwitwet ist. Er arbeitet als Schauspieler und das mittlerweile am Theatre Royal, London. Doch ist er erst seit kurzer Zeit in London, zuvor war er in Edinburgh, doch nachdem sein langer Lebensgefährte bei einem Brand im Theater ums Leben kam brauchte er eine Veränderung. In London hofft er mit seiner Schwester Phoebe wieder ein gutes Verhältnis aufzubauen, da sie sich jahrelang nicht gesehen haben.

Zachariah Spencer Overton hätte es eigentlich nicht nötig gehabt, als Hausdiener bei den Lamberts anzufangen, seine Eltern gehören als Unternehmer der Mittelklasse an. Aber ein Familienstreit hat ihn früh von daheim vertrieben. Seine erste große Liebe war die Verlobte seines älteren Bruders gewesen. Eigentlich unerreichbar, aber sie flirtete immer mit ihm, wenn keiner hinsah und irgendwie hatte er sich doch Hoffnungen gemacht.... nur blöd, dass sein Vater dies mitbekam und Zachariah den Umgang mit ihr verbot. Er solle sich von ihr fern halten... das war zu einem Streit eskaliert und die Schlussworte 'solange du unter meinem Dach lebst, tust du, was ich dir sage' hatten ihn dann in die Flucht getrieben. Und natürlich die Absicht, es ihnen zeigen zu wollen wie gut er ohne sie zurecht kam. Das ist ihm zum Teil gelungen, immerhin hat er es bis zum Valet von Phineas Lambert geschafft. Die Geldgeschenke seiner Eltern zu besonderen Ereignissen seit dem sie sich wieder vertragen haben, zählt er jetzt nicht als Unterstützung dazu. In Sachen Liebe hatte er allerdings nie Glück, und das, obwohl er eigentlich so ein netter, hilfsbereiter, freudestrahlender, junger Mann ist, optimistisch und stets mit einem offenen Ohr für Andere. Aber bisher war er immer an die falschen Damen geraten, um so vorsichtiger ist er nun auch.

Als Kastrat ist Zefiro auf den Opernbühnen so etwas wie ein Superstar seiner Zeit. Oder war das zumindest, denn die Kastratenstimmen geraten mehr und mehr aus der Mode und Zefiro mit ihnen. Ausgebildet in Neapel ist er bereits in vielen Teilen Europas aufgetreten und singt die Sopranstimme in männlichen und weiblichen Rollen. Aktuell hat er in London eine feste Anstellung an der Oper und tritt auch am Theater und bei gesellschaftlichen Anlässen auf. In Salons und bei Abendessen wird er gerne als exzentrischer Gast geladen, auch wenn seine ganz persönlichen Inszenierungen mehr und mehr deutlich machen, dass er eigentlich keine feste Rolle in der Gesellschaft hat und die Zukunft einem Kastratensänger nicht mehr offen steht.

Working Class
Angelica wurde als Mann geboren, doch fühlt sich größtenteils als Frau - an manchen Tagen zwar auch als Mann, aber sie möchte dennoch gern Angelica genannt werden. Mittlerweile ist sie 24 Jahre alt und schon seit ca. 10 Jahren als Hure tätig, obwohl sie davon wiederum die meiste Zeit in einem Bordell verbracht hat. Mittlerweile ist sie zudem aber hauptsächlich als Buchhalter im Club von James Brook tätig, wo sie aber auch als Gesellschaftlerin oder Hure einspringt. Sie ist ungebunden und weiß auch gar nicht ob sie dazu fähig wäre eine Beziehung zu führen. Allzu sehr prägt sie doch ihre Vergangenheit von der sie bisher keinem erzählt hat. Dennoch hat sie ihr Herz nun doch langsam verloren ... etwas, das besser niemand wissen sollte.


Athenais wurde vor 25 Jahren in London in ärmliche Verhältnisse geboren. Ihr getaufter Name lautet Eliza White und nach der Heirat ihres Mannes Rupert, nahm sie dessen Name Gordon an. Er behandelte sie nicht sonderlich gut, obwohl er ein Mann Gottes war. Nach einigen Jahren beschloss Eliza diesem Leben ein Ende zu setzen und ihren Mann zu verlassen. Anfangs versuchte sie als Wäscherin zu überleben, als sie jedoch auf der Straße landete und von der Hand in den Mund lebte, fand sie Anschluss in dem Freundenhaus Lewd. Dort änderte sie ihren Namen in Athenais Villiers und begann den Spie?umzudrehen und sich die Männer untertan zu machen. Als das Lewd aufgel?t wurde, fand sie im Cupids ein neues Zuhause.

Aveline Musgrove ist gebürtige Französin und überzeugte Katholikin - und allein damit wohl ein wandelnder Frevel im London dieser Tage. Tage, die mit abfälligen Blicken einhergehen und Aveline spüren lassen, wie unerwünscht sie in diesem eigensinnigen, verregneten Land ist. Was nicht zuletzt auch an ihrer Hautfarbe liegen mag. Doch die Tochter eines Arztes weiß mit schwierigen Situationen umzugehen und ist zudem ohnehin zu eigensinnig und temperamentvoll, als dass sie je klein beigeben würde. Insbesondere aus der leidenschaftlichen Liebe zu ihrem Ehemann John Musgrove schöpft sie Kraft, wenngleich sich auch diese zunehmend als zehrende Kraftprobe herausstellt. So wirkt ihr Gatte neuerdings gereizt, geradezu abweisend und sagt dem Alkohol in ungewohnt rauen Mengen zu. Um den daraus entstehenden monetären Engpässen beizukommen, singt Aveline in Pubs sowie ab und an in Adelskreisen - und träumt dabei von Einklang, Freiheit und ihrer Heimat, die all dies barg.

Bernice Sawyer kennt man auch außerhalb von St. Giles, London, wo sie wohnt. Natürlich nicht im besten Sinn. Wie denn auch? Inhaberinnen von Bordellen sind eben nicht unbedingt beliebt in der taghellen Gesellschaft. Nachts jedoch sieht das anders aus. Über fehlende Kundschaft kann sich Bernice nicht beklagen. Die Geschäfte laufen gut und die Chance zum Optimieren nimmt sie durchaus auch wahr. So versteckt sie in ihrem Keller Schmuggelware der Clurana-Leana, gegen Aufpreis selbstverständlich. Völlig kostenlos hingegen stellt sie den Frauenrechtlerinnen einen Raum für ihre geheimen Treffen zur Verfügung. Dahingehend ist Bernice solidarisch veranlagt, denn sie pflegt einen gewissen Männerhass. Das Übel mit dem Penis nimmt die 54-Jährige aber in Kauf, denn ihr Traum ist es, mit ihrem Etablissement ganz nach oben zu kommen.

Als Küchenmädchen weiß Bonnie Driscoll die einfachen Dinge im Leben zu schätzen: Spaziergänge in Parks und Blumenkronen, schöne, warme Socken, ordentlich geflochtenes Haar, Schneeflocken auf ihrer Haut und den Geruch bratender Pilze. Getane Arbeit und eine saubere Küche stellen sie zufrieden, Spaziergänge, bei denen ihr Vater ihr von der alten Heimat, Irland, erzählt, sind ein heißgeliebter Zeitvertreib. Auf dem Rückweg von diesen Besuchen verschlägt es sie manches Mal noch in Pubs, doch viel häufiger in die Parks oder gar auf die Märkte, auf denen sie ohnehin nur bewundert, was sie sich vermutlich nie wird leisten können. Einst noch in Dublin aufgewachsen, zog sie vor wenigen Jahren mit anderen Teilen des Haushalts nach London, um nach dem Tod von dessen Vater Charles Gray, welcher inzwischen als Duke of Wellington bekannt ist, zu dienen.

Caithleen „Catherine“ Brennan wird in diesem Sommer 51 Jahre alt. Sie arbeitet als Köchin im Gray-Haushalt in London. Sie ist unverheiratet, hat aber einen unehelichen Sohn namens Cillian.

Als Clemency Honeyfield arbeitet die 18-Jährige seit einigen Wochen als Freudenmädchen im Cupid's, aber in dieser Zeit hat es sich mehr so ergeben, dass sie jedem dort nur als Emu bekannt ist, ein Spitzname, der sich wie von selbst eingebürgert hat. Anreiz für die Arbeit im Cupid’s stellte das Ansehen des Hauses dar und ein möglicher, guter Verdienst, den sich das Mädchen erhofft, um für die medizinische Versorgung ihres 15-jährigen Bruders James aufzukommen. Clemency hat keinerlei Vorerfahrungen, aber geht ihrer Arbeit im Cupid`s voll Hingabe nach, freut sich über ein jedes Geldstück mehr, dass ihr Kunden hinterlassen. Ein privates Wort wird ihr auf der Arbeit kaum über die Lippen kommen, denn sie hütet ihr Leben fern des Cupid's sehr. Auch ihrem Bruder verschweigt sie ihre neue Anstellung. Clemency ist geduldig, offen, beschützerisch, kann gut zuhören, Verführerin, bemüht, tolerant, loyal, verlässlich, neugierig, souverän und rechtschaffend. Aber es gibt auch die Schattenseiten: Sie ist direkt, besitzt oft klare Vorstellungen, hält es mit der Wahrheit nicht immer korrekt, hat einen teuren Geschmack, biedert sich an, ist berechnend, respektiert nicht immer die Grenzen anderer, ist unordentlich, nachtragend und manchmal leichtsinnig. Ihr leiblicher Vater ist der Thieftaker Peregrine Beaumont, doch dies weiß Clemency nicht.

Cressida ist ein Hausmädchen im Dimsdale-Hotel in London. In der unauffälligen Uniform und mit der geringen Körpergröße fällt die Fünfundzwanzigjährige kaum auf, wenn sie emsig ihre Arbeit verrichtet. Sie hält den Blick nach unten gerichtet, genau aus dem Grund, um nicht aufzufallen, nicht entdeckt zu werden, aus der Sorge heraus geboren, dass sie jemand aus ihrem alten Leben erkennen würde. Dieses sah ganz anders aus als ihr derzeitiges. Ursprünglich stammt sie aus Bath und ist Tochter einer Kaufmannsfamilie der Upper Class, das weiß jedoch niemand; ebenso wenig, dass sie von ihrer Familie verstoßen wurde. Die ehemalige Prostituierte hat viel durchgemacht in ihrem Leben, so recht abgestumpft ist sie jedoch noch nicht, mit einem Lächeln lässt sie sich auch durch kleine Dinge noch vom Leben begeistern.

Mit ihren 60 Jahren zählt Deane sicher nicht mehr zu den jüngsten Damen, aber ihre Lachfalten um ihre Mundwinkel und die braunen Augen zeugen von ihrem herzlichen Wesen und dem bisherigen Leben, das zwar nicht spurlos an ihr vorübergegangen ist, aber Deane schätzt ein jedes vergangene Jahr. Ein manches Küchenmädchen mag über ihren strengen Ton murren, dessen ist sich Deane bewusst, aber anders kann man die jungen Mädchen wohl kaum auf ihre spätere Zukunft in jeglicher Küche vorbereiten. Die Strenge während der Arbeit wird jedoch von der persönlichen Fürsorge und Liebenswürdigkeit fern des Arbeitsplatzes wett gemacht, denn mit ihrer Lebenserfahrung hat sie stets ein offenes Ohr für die anderen Angestellten, wenngleich dies nicht verpflichtend zu ihrer Stelle gehört, so schätzt sie doch einen wertschätzenden Umgang und kümmert sich gerne um ihre Mitmenschen. Am schwersten fällt es es ihr, Mädchen zu entlassen, die den Anforderungen nicht gerecht werden. Deane hat in ihrem Leben jedoch bisher selbst nur wenige Menschen an sich herangelassen, doch wer dieses Privileg genoss, konnte sich eines bedingungslosen Rückhaltes sicher sein.

Das Leben ist hart für die achtundzwanzigjährige Elaine Micklethwaite; nach dem Tod ihrer Eltern und ihres Bruders heiratete sie 1810 den Bruder einer guten Freundin, bekam insgesamt zwei Kinder mit ihm und nahm seine Nichte bei sich auf, nur, um sich ihm immer noch genauso fremd wie zuvor zu fühlen. Erfüllung findet sie neben den Kindern und dem Beobachten ihrer Entwicklung in ihrem Schneiderberuf, in dem sie zumindest aus dem Haus kommt und ganz vortreffliche Arbeit leistet. Immerhin kommt sie dabei auch ins Gespräch mit anderen, kann sich austauschen und so ihrem sozialen Bedürfnis nachkommen. Doch selbst in noch so vertraulichen Gesprächen hört man sie keine Kritik an ihrem fremden Ehemann üben, denn ja, sie ist ihm dankbar und weiß, dass sie ohne ihn vor dem Nichts gestanden hätte. Glücklich ist sie nicht - doch es könnte wesentlich schlimmer sein.

Emmeline West ist ein eher unauffälliges Hausmädchen im Dienste der Familie Eversly. Sie residiert hauptsächlich in Bath, kann aber auch einmal in London angetroffen werden, wenn sie ihre Arbeitgeber dorthin begleitet. Sie verrichtet still und zuverlässig ihre Arbeit und tritt ungerne in den Mittelpunkt. Das naive Mädchen trägt eine gute Seele in der Brust, das anderen ungerne schadet. Wenngleich sie ein paar Freunde hat, so weiß niemand, dass nicht dem männlichen Geschlecht zugeneigt ist und sich Hals über Kopf in die Schwester von Adam Eversly verliebt hat.

Erin O'Leary, eine in England geborene katholische Irin, ist mittlerweile 23 Jahre alt. In ihrem Leben hat sie schon alles gesehen. Von ganz unten arbeitete sie sich nach ganz oben und war Zofe einer Duchess. Das muss man sich mal vorstellen! Aller Widrigkeiten zum Trotz - man denke nur an den Bastard des Dienstherrn, der wenige Stunden nach seiner Geburt in einem Waisenhaus untergebracht worden war, an die anschließende Kündigung durch den selben Herrn, an das Glück, das darauf folgte, als Erin zum ersten Mal die Arbeiten einer Zofe ausführen durfte und schlussendlich an die Duchess of Devonshire. Welch hoch dotierte Arbeit war das gewesen! Fast hätte Erin vergessen, dass sie nur eine von vielen Ameisen in einem geschäftigen Bau war. Und als erneut ein Dienstherr auf sie aufmerksam wurde, entschloss sie sich, zu gehen. Ohne Zeugnis landete die Rothaarige nun wieder ganz unten und kann glücklich sein, dass sie aufgrund des gutmütigen Herzens von Mr Johnston eine Stelle als Hausmädchen erhalten hat. Auch wenn dies weder ihren Fertigkeiten, noch ihrer Neigung entspricht. Und weil es so schön dazu passt: Unglücklich, um nicht zu sagen "hoffnungslos", verliebt ist Erin auch noch. In keinen geringeren als Henry Musgrove.

Mit sechzehn Jahren bekommt Esther bereits alles auf die Kette: Haushalt, Arbeit, Versorgung jüngerer Geschwister. Tagsüber sieht man sie auf dem Markt am Blumenstand, an dem sie Bouquets und kleine Handsträußchen zusammenstellt, mit gleich zwei kleinen Geschwistern und manchmal einem Säugling, der nicht ihrer ist, doch danach steckt sie praktisch daheim fest. Mit einem praktisch dauerabwesenden Vater und einer in einem renommierten Haushalt beschäftigten Mutter bleibt die Versorgung von gleich drei Geschwistern an ihr hängen. Frust darüber zeigt sie kaum, liebt ihre Familie immerhin abgöttisch, doch eigentlich hätte sie gern eine Jugend, ehe sie vielleicht irgendwann heiratet.

Wer hätte vor mittlerweile 24 Jahren als Eugenia Nutbrown das Licht der Welt erblickte ahnen können, dass dieser lockenköpfige Engel es so faustdick hinter den Ohren haben würde? Genie, wie sie seit ihrer Hochzeit von Jedermann genannt wird, trägt mittlerweile den Nachnamen Hawkins. Und das, wo sie doch eigentlich dazu bestimmt war einmal die Frau des angesehenen Jonathan Wentworth, mittlerweile Earl of Huntingdon zu werden. Doch seien wir einmal ehrlich, in dieser Ehe wäre keiner von Beiden glücklich geworden. Zumal es ihr noch nie gut zu Gesicht stand anderen nach dem Mund zu reden. Wie hätte sie ihren zukünftigen Mann da im ausreichenden Maße huldigen können? Obwohl Genie mit ihrem unvergleichlichen Dickschädel einem jeden Nutbrown zur Ehre gereicht, sorgte ihre Entscheidung, vor dem Altar zu fliehen um statt dessen die Frau eines bettelarmen Tagelöhners zu werden dafür, dass man sie aus der Familie verstieß. In Kreisen der guten Gesellschaft gilt sie als gefallen und geächtet. Doch auch ihr über Alles geliebter Mann hat es nicht leicht mit seiner Frau. Zwar kümmert sie sich nebst ihrer Arbeit in einer Wäscherei liebevoll um den gemeinsamen Sohn. Doch zieht es Genie nebst ihrem Familienleben auch immer wieder in die Gesellschaft dieser Theaterleute wo sie immer wieder Nebenrollen annimmt, um geistig und kulturell nicht gänzlich zu verarmen. Und als wäre dies nicht bereits schlimm genug, engagiert sich Genie seit Neuestem auch noch bei diesen Frauenrechtlerinnen. Frauen welche dem Manne gleichgestellt, ihm sogar überlegen sind. Hat man sowas schon mal gehört? Aber ganz genau so ist sie eben, die Gute. Herzlich und aufopferungsvoll bis aufs letzte Hemd und doch kämpferisch. Gezähmt und gezogen mögen andere sein. Auch wenn Genie mittlerweile eingestehen muss, dass Armut nichts romantisches hat. Ein Käfig bleibt ein Käfig, ob nun aus Gold geschlagen oder aus Holz gezimmert. Manch Einer mag sie für dumm halten, mit ihren Ambitionen, hätte sie doch mit Geld in der Hinterhand viel mehr erreichen können. Genie sieht sich jedoch immer noch als ihres eigenes Glückes Schmid. Das Einzige was sie bereut ist der Umstand, dass sie ihrer Mutter keine Stütze mehr sein kann und von ihrer Familie getrennt leben muss. Denn selbst wenn der Reichtum und das Ansehen ihr Nichts bedeutet, die Menschen die sie liebt, sind immer noch Alles für sie. Noch hat sie also nicht aufgegeben, eine Welt zu schaffen, in der ihre zukünftigen Nichten und Töchter ihr Leben selbst bestimmen können.

Faye zählt mittlerweile 25 Jahre und doch kann sie behaupten bereits zwei Leben gelebt zu haben. Geboren wurde sie in den Tiefen Irlands als erstes und einziges Kind einer angesehenen Adelsfamilie. Ihre Zukunft sollte eine Große sein. Eines Tages würde sie einen ehrenwerten Mann finden und dessen Lady werden. Eines Tages. Doch es kam anders. Faye verlor alles. Nicht nur ihren Reichtum, auch ihre Eltern und um die Schmach nicht zu ertragen zog es die Rothaarige nach Großbritannien. Gelegenheitsjobs sollten sie über Wasser halten - bis Gott eine neue Bestimmung für sie hervorbrachte. Seit vielen Jahren nun schon arbeitet sie als Zofe für Irene Grey. Von dieser wird sie seither Mary O'Rilley genannt. Im Hause des Dukes of Wellington kennt man sie nur unter diesem Namen. Dass ihr eigentlich ein anderer zu Teil ist, das ist ein Geheimnis, welches sie wohl behütet. Ob sie glücklich ist? Faye weiß nicht ob sie jemals wieder dieses Gefühl wird verspüren können. Die junge Frau ist verbittert, wird getragen von ihrer Wut auf den Adel, ihren Hass auf all' das was man ihr vor so langer Zeit genommen hat. Dabei gilt die Irin doch als so ruhiges und besonnenes Ding. Die Zofe mit dem hübschen Lächeln und der Geduld eines Engels. Faye weiß ganz genau was sie tut. Sie weiß wie man sich in diesen Kreisen zu verhalten hat. Sie ist gebildet, gerissen und manipulativ. Und wenn sie sich ein Ziel gesetzt hat - dann wird sie dieses auch erreichen, koste es was es wolle.

Mit ihren 14 Jahren hat Hannah bereits viel Leid gesehen und erleben müssen. Aufgewachsen in den Armenviertel hat sie nur durch ihren eisernen Willen überlebt. An ihrer Seite ist nur noch ihr jüngerer Bruder Lucas, für den sie mehr eine Mutter als eine große Schwester ist. Gemeinsam sind sie seit einem Jahr Mitglied der Bande Fingers Off.

Hazel ist in den Straßen Londons aufgewachsen und hat mit ihren 17 Jahren noch nicht viel von der Welt gesehen. Genau genommen eigentlich gar nichts, denn nicht einmal London kennt sie in dessen Gänze. Doch für Hazel ist das vollkommen in Ordnung, denn das Mädchen hält nicht viel von Tagträumereien, sondern konzentriert sich lieber auf das Hier und Jetzt. Sie hat eine gehörige Portion Vernunft für ihr Alter, zugleich jedoch ein recht loses Mundwerk und wird deshalb von Fremden gerne mal als ungezogen oder vorlaut wahrgenommen, obwohl sie nichts von beidem wirklich ist. Hazel ist ein fröhlicher und ehrlicher Mensch und nichts liegt ihr mehr am Herzen als das Wohl ihrer Familie. Um dieses zu sichern würde sie sogar auf ihr eigenes Glück verzichten.

Viele Vermutungen sowie Klatsch und Tratsch ranken sich um die junge Frau, welche irgendwann scheinbar aus dem Nichts am Rande der londoner Gesellschaft auftauchte. Doch vor allem die weiblichen Mitglieder dieser wagen sehr zu bezweifeln, dass dieses schwer zu greifende Weibsbild tatsächlich aus einer Adelsfamilie stammen mag. Was mitunter daran zu liegen scheint, dass man sie doch recht selten zu Gesicht bekommt. Viel häufiger ist Helen, wie sie sich nennt hingegen in der Gesellschaft gut betuchter Herren wieder zu finden. Selbige sollen laut Hörensagen auch in ihrem Salon allabendlich ein- und ausgehen, wie es ihnen beliebt. Was ist es nur, was diese Frau gerade für die Londoner Männerwelt so begehrlich zu machen scheint? Ihr Aussehen allein kann es ja wohl kaum sein.

Pamela Slade wurde vor 13 Jahren in eine arme Unterschichtfamilie geboren. Viele Familienmitglieder starben in dieser Zeit an Hunger und Krankheit, geblieben sind ihr jedoch noch zwei Brüder, Robin und Patrick, mit denen sie gemeinsam in einer Kinderbande ums Überleben kämpft. Für bessere Chancen hat sich Pamela in Hugo verwandelt und ist nicht 13, sondern erst 10 Jahre alt. Obwohl ihr Leben alles Andere als leicht ist, ist Pam froh, es geschenkt bekommen zu haben. Vor allem wegen ihrer Brüder, die sie über alle Maßen vergöttert.


Die 19-jährige Madelyn Henley Parker hatte es im Leben nicht immer leicht. Ursprünglich stammt sie aus einer Familie der Middle Class, in der sie bis zur Heirat ihres Vaters und ihrer Stiefmutter recht glücklich war. Vor allem ihren Großvater, in dessen Buchladen sie leidenschaftlich gerne aushalf, sowie ihre Schwester Laura liebte sie abgöttisch. Vor wenigen Monaten jedoch änderte sich ihr Leben schlagartig und sie landete tramatisiert auf der Straße - ganz ohne Familie. Mittlerweile lebt sie in einem Bordell, in dem sie als Mädchen für alles arbeitet und versucht, dem Klientel dort tunlichst fern zu bleiben.

Die 20-jährige Minka Philpot ist mit ihrem Leben zufrieden. Sie hat eine sichere Stelle als House Maid beim Duke of Wellington, dementsprechend auch einen warmen Platz zum Schlafen und eine sinnstiftende Aufgabe, die sich zwar täglich wiederholt, allerdings trotzdem niemals eintönig wird. Sie ist ledig und der Gedanke, dass sich das irgendwann ändern könnte, liegt ihr fern.

Die 27-Jährige Niamh O'Donoghue war einmal ganz oben gewesen. In einem angesehen Ensemble hatte sie ganz England durchreist und dabei stets in der Hauptrolle als Sopranistin geglänzt. Ihr Leben war erfüllt gewesen von Glanz und Gloria. Der Fall kam, als ihre uneheliche Schwangerschaft ersichtlich wurde. Ungebremst fiel Niamh aber noch tiefer. Ihre Schwester ließ bei einem Feuer ihr Leben, Glück in London an der Seite eines Mannes war ihr nicht beschieden und zuletzt verstarb ihre Tochter Liadan. Mittlerweile wurschtelt sich die gebürtige Irin durch zweitklassige Auftritte und einige gammlige Bettlaken, um wenigstens irgendetwas zu tun.

Einmal von Blackpool nach London - für Mädchen wie Ophelia ist das eine regelrechte Weltreise. Fort aus der Heimat, wo die Wohnung mit den vielen Geschwistern, von denen sie auch noch das Nesthäkchen ist, sowieso viel zu eng wird, hat sie in London durch Vermittlung ihres Bruders (der ja doch irgendwie ein Fremder ist) eine Anstellung bei den Lamberts gefunden und macht dort nun ihren Weg als Lady's Maid. Dass sie dabei auch noch in der Nähe ihres Bruders lebt und arbeitet, mag zwar ganz hervorragend sein, aber man ist sich ja dennoch fremd und muss sich noch aneinander herantasten. Mit Fleiß, Heiterkeit und einer großen Portion Enthusiasmus arbeitet Ophelia liebend gern auch länger als notwendig, denn sie will ja gut sein in dem, was sie tut - egal, ob sie dann schnell als Schleimerin dasteht. Schlimm genug, dass sie nur mit Müh und Not lesen und schreiben kann und die Rechnerei sich ihr komplett entzieht, das muss ja irgendwie aufgewogen werden. In ihrer Freizeit ist sie manchmal auch in Pubs zu finden, denn ein Glas Ale, das genießt auch sie, und besonders gerne sieht sie im Park den feinen Damen beim Flanieren zu. Hach, wie schön das doch wäre, auch eine von ihnen zu sein! Aber das ist natürlich nur Märchenspinnerei, wie auch ihr klar ist; Träumen wird jawohl erlaubt sein.

Irgendwo mitten in London existiert Willow und erzählt Menschen etwas von Bäumen. Man begegnet dem quirligen Mädchen meist zusammen mit ihrer älteren Schwester auf dem Markt, wo sie Holzprodukte aus der Werkstatt ihres Vaters verkaufen. Will träumt von der Welt außerhalb von London, kennt sich aber kaum abseits der Straßen aus die sie täglich benutzt. Die Schule hat sie nur sehr kurz und widerwillig von innen gesehen, aber sie lernt begeistert das Handwerk ihres Vaters und außerdem von allen, denen sie täglich begegnet. Denn Will ist alles, nur nicht misstrauisch.

Alfred Chapman arbeitet als Sergeant bei der Nachwache und ist stolz auf seinen Beruf. Er weiß um das geringe Ansehen, aber für ihn ist es die einzige Möglichkeit Verbrechen zu bekämpfen. Eine Leidenschaft, die er nach einigen Irrwegen entdeckte. Eigentlich hätte er die Herrenschneiderei seines Vaters übernehmen sollen, aber der junge Mann war auf Abenteuer aus und neigt auch überhaupt nicht dazu ein routiniertes Leben mit Verpflichtungen zu führen. Den einzigen Ansporn und die einzige Disziplin zeigt er bei seiner Arbeit. Aber auch hier ist nicht alles nur schwarz und weiß...

Noch in diesem Jahr wird William "Bill" Micklethwaite seinen 48. Geburtstag feiern. Er lebt in London und arbeitet dort als Tischler in seiner eigenen Werkstatt, welche er von seinem Vater übernommen hat, nachdem er über Jahre auf Schiffen gearbeitet hatte. Er ist glücklich verheiratet mit zwei wunderschönen Töchtern. Was keiner weiß ist, dass er an Cluster-Kopfschmerz leidet und deshalb regelmäßig ausfällt, kein Wunder also, dass seine Familie ständig gegen die Armut ankämpft.

Caelus' Leben hatte einen guten Start: Er wuchs privilegiert als Viscount Kirkwall im Norden Schottlands auf und genoss eine gute Bildung und eine verhältnismäßig liebevolle Familie. Allerdings zeigte er schon früh charakterliche Auffälligkeiten, die ihn zu einem unangenehmen Kind und Jugendlichen machten -- was dem Druck, mit dem er als erstgeborener aber homosexueller Sohn ständig umgehen musste, geschuldet war. Als seine Familie von seiner Sexualität erfuhr wurde er enterbt und verstoßen und kam bei einem Priester unter, den er seit jeher als seinen Ersatzvater sah. Caelus machte sich gut, hegte sein Interesse an der Altertumskunde, ging in Edinburgh studieren, heiratete eine Frau der Upper Class und wurde zum Kurat geweiht. Allerdings hegte er auch immer wieder sein Interesse am Alkohol und sein Zustand verschlechtert sich -- er verließ seine schwangere Frau in einer Nacht-und-Nebel-Aktion und landet Monate später in London, wo er seit über zwanzig Jahren lebt. Sein Hund, Valerian, und seine Arbeitskollegen bei der Nachtwache sind diejenigen, die des öfteren seine schlechten, betrunkenen Launen zu spüren bekommen. Wenn er nüchtern ist, verbringt er seine Zeit allerdings meist in der Bibliothek oder mit seiner sporadischen Seelsorgearbeit.

Cillian Brennan wurde vor 29 Jahren in Irland als Bastard einer Köchin geboren. Seinen wahren Vater hat er nie kennengelernt, doch weiß er, dass es wohl Jemand aus einer höheren Schicht gewesen sein muss. Er wohnt in London über einer kleinen Wohnung eines Pubs in welchem er auch arbeitet. Er war lange Jahre im Krieg und hört dank einer Kriegsverletzung auf dem einen Ohr nicht mehr. Wenngleich er ein guter Kerl ist, so ist er doch zerfressen von Missgunst besonders dem Adel gegenüber.

Seit einigen Monaten steht Daniel Keats als Hausdiener in den Diensten des Duke of Wellington. Durch seine freundliche, diskrete und gesellige Art wird er geschätzt. Seine Ziele im Leben sind nicht unerreichbar, zu exzessiven Taten oder auch Charakterzügen neigt er trotz einer rebellischen Ader und einem etwas frechen Mundwerk schon lange nicht mehr und hat ein fröhliches Naturell. Seine Geheimnisse, kleine Gesten der Emanzipation und die verlorene Liebe (zu einem Mann) gehören wenn es nach Daniel geht der Vergangenheit an. Mit 25 Jahren möchte er neu beginnen und glaubt, dass der Ortswechsel ihm das ermöglichen wird. An seiner mangelnden Zuneigung zu heiratswiligen Frauen hat das allerdings nichts geändert. Die verspürt er eher für den Kammerdiener des Dukes.

Edmund Johnston ist am 12.02.1752 in London als erstes Kind des Johnston Ehepaares geboren wurden, nach ihm folgten drei Mädchen, mit denen er bis heute noch in Briefkontakt steht und einen Bruder, der aber leider kein Jahr alt wurde. Seit Jahrzehnten ist Edmund im Eversly- Haushalt tätig, fing damals als Hallboy an und hat sich zum Butler gemausert. Seit 16 Jahren hat er die Stelle des obersten Butlers inne und steigt gerne heimlich der Köchin des Hauses nach, Deane Abbott, die hat es ihm schon seit Ewigkeiten angetan, aber dummerweise hatte er sie damals durch einen dummen Zwischenfall mit einer anderen Frau vergrault. Hoffentlich etwas, dass bis heute in Vergessenheit geraten ist.... immerhin ist dies auch schon Ewigkeiten her, da war er noch Hallboy gewesen. Mittlerweile ist er 64 Jahre alt und merkt das Alter hin und wieder schon in seinen Knochen, Wehwehchen verschwinden auch nicht mehr so schnell, alltägliche Handlungen werden anstrengender, sein Gedächtnis arbeitet allerdings noch ziemlich gut.

Der 34 jährige war über zehn Jahre lang Soldat und arbeitet seit einigen Jahren als Nachtwächter in London. Seine herausragendste Eigenschaft ist vermutlich die, keine besonders herausragenden Eigenschaften zu haben, er bleibt Leuten selten in Erinnerung. Francis ist der Sohn eines Schmieds, stammt aus einfachen Verhältnissen und hat so gut wie keine Ambitionen im Leben. Regelmäßige Kritik daran üben seine Geschwister und seine Frau Elaine, die sich allesamt wünschen er würde zumindest ab und an seine Prinzipien über Board werfen um mehr Geld nach Hause zu bringen. Dort sind immerhin auch zwei kleine Kinder und seine junge Nichte zu versorgen. Wirklich aus dem Trott bringen lässt Francis sich allenfalls von den örtlichen Schmugglern - das allerdings weniger wegen deren illegalen Aktivitäten. Oder zumindest nicht den offensichtlichen.

Eigentlich wird Gustav von allen nur Gus genannt. Er ist noch 16 Jahre alt, auch wenn er nicht so genau weiß, wann er wirklich Geburtstag hat. Er ist so etwas wie ein Anführer einer Bande von Straßenkindern, aber arbeitet Gelegenheitsjobs. Er übernimmt viel Verantwortung für die Jungs - zu seinem Leidwesen ist auch ein Mädchen dabei - aber kann auch sehr schnell sehr ungemütlich werden. Aber eigentlich ist er ein lieber Kerl, der nicht recht über den Tod seines Bruders hinweg gekommen ist.

Der Junge, der auf den Straßen Bo gerufen wird, ist gerade einmal 14 Jahre alt, sollte aber nicht unterschätzt werden. Geboren wurde er im schäbigsten Viertel von London als zweiter Sohn einer Prostituierten, die bereits verschieden ist. Seinen älteren Halbbruder versucht er zu finden, seitdem die beiden durch Heim und Arbeitshaus voneinander getrennt wurden. Allen voran hat er eine Anstellung bei einer gewissen Madame Moreau gefunden und spielt ihr das Helferlein hinter den Kulissen.

Jeff, ursprünglich Jeffrey Clarke, war in London einst als das Phantom bekannt. Geboren wurde er in eine bürgerliche Familie, doch geriet diese nach dem Tod des Vaters in Armut. So kam es, dass er aufgrund falscher Freundschaften, zu Stehlen begann. Trotz Schneiderausbildung hörte er damit nicht auf und fand Gefallen daran. Dank einer irrsinnigen Idee, gab er sich als Gentleman aus, um an die Juwelen vermögender Herrschaften zu kommen. Mit seinem Charme gelang ihm das mit Leichtigkeit. Erst als er die Sängerin Niamh kennenlernt und sich in sie verliebt, lässt er seine "Geschäfte" ein wenig schleifen. Ihre Beziehung wird durch Höhen und Tiefen bestimmt, Niamhs Tochter Liadan macht sein Leben noch wertvoller. Dennoch folgt nach einigen Ereignissen eine Trennung, die Jeff in die Ferne zieht. Für einige Jahre verdingt Jeff sein Geld auf der Cluaran Leana, wo er als Schatzmeister und Fälscher fungiert, bis zum Tage als er auf seine ehemalige Geliebte trifft und ihn seine Reise nach Bath führt, wo er nun bei einer aristokratischen Familie als niederer Hausdiener arbeitet.

Man kennt John Musgrove nicht unbedingt als hilfsbereiten Nachbarn. Vormals Soldat, arbeitet er nun mit einer leichten Gehbehinderung in einer Fabrik - und das deprimiert einen 27 Jahre jungen Mann mitunter sehr. Zur Aufheiterung hat er geheiratet, allerdings eine Französin, was schonmal für Naserümpfen sorgt.

Mit seinen 39 Jahren hat Kendrick Honeycutt schon unglaublich viel erlebt, allerdings ist er es auch noch nicht satt. Er sehnt sich nach Abenteuern, nach Aktion, nach 'unterwegs sein' . Still an einem Ort bleiben liegt ihm einfach nicht, das macht ihn unruhig. Probiert hat der Pirat das bereits, mit einer Gaststätte, aber als die Dame, mit der er eben diese Selbstständigkeit ausleben wollte, ihn verließ, ging auch die Gaststätte den Bach runter und die Weiten des Meeres lockten ihn wieder an. Mittlerweile ist Kendrick Koch auf der Cluaran-Leana, die Kombüse ist sein Reich und wenn sich irgendwer verletzt, kümmert er sich auch liebevoll um die Wunden der anderen als stellvertretender Schiffsarzt. Seine großen Pranken können wirklich sehr sanft und geschickt hantieren, immerhin ist der Mann 2 Meter groß und das schreckt den ein oder anderen auch mal ab. Allerdings hat Kendrick auch stets den Schelm im Blick, er kann selten ernst bleiben und macht sich gerne über fast alles lustig.

Wenn man Kit reden hört, kann man kaum glauben, dass er bereits 18 Jahre alt ist. Doch, es stimmt, weder Hunger, noch Kälte, noch Einsamkeit konnten dem Jungen etwas anhaben und so hat sich Christmas Harris, wie er eigentlich heißt, von der Straße bis nach o-... naja, bis neben die Straße gekämpft. Als Watchman verdient er sich sein täglich Brot, in seinen Kameraden hat er gleichermaßen Freunde und Familie gefunden. Sein Herz hat er jedoch längst an die Hunde auf der Straße verschenkt.

Laurence Floyd wurde in Blackpool geboren und stammt aus armem Hause. Er begann bereits in jungen Jahren zu arbeiten und bekam dank seines Onkels mit 13 Jahren seine erste Anstellung in einem Herrschaftshaus. Nun ist er seit beinahe 14 Jahren im Dienst des Duke of Wellington und inzwischen zum Hausdiener aufgestiegen. Er ist noch immer ledig und möchte es bestenfalls auch bleiben. Eine große Familie hat er bereits in Blackpool, denn seine vielen Geschwister und seine Mutter sind auf seine Hilfe angewiesen, da der Vater bereits vor vielen Jahren an seiner Krankheit verschied.

Als William Sullivan 6 Jahre alt war, wurde seine Mutter ermordet. Dass sein Vater noch lebt und er ihm schon diverse Male begegnet ist, ahnt Liam nicht. Denn dieser ist niemand geringeres als Silas Drake, der Türsteher im Cupids, welcher nicht selten dafür sorgt, dass Liam und die anderen Straßenkids auch bei den besonders kalten Nächten und Tagen im Cupids Unterschlupf finden dürfen. Liam gehört seit fast genau der gleichen Zeit, als er seine Mutter verloren hat, einer organisierten Bande von Straßenkindern an, den 'Fingers Off', seine Haupttätigkeiten hier sind betteln, Leute ablenken, wenn andere ihnen die Wertsachen weg nehmen und seine eignen Diebstahlskills werden auch von Mal zu Mal besser.

Miles Flanagan ist ein Hitzkopf, der mit viel Leidenschaft Dinge anpackt, die ihn interessieren. Leider verliert er auch genauso schnell wieder das Interesse an einer Sache und lässt sich wie ein Blatt im Wind treiben. Gelernt hat der 28-jährige nicht wirklich etwas. Er war Farmer, Hallboy, Stallbursche, Laufbursche, Zeitungsverkäufer und Küchengehilfe, bis er auf den Gedanken kam, dass das System kränkelte und man es dringend ändern müsste. Seine rebellischen Ideen brachten ihn nicht weit - in den Städten herrschte noch viel schlimmer der Klassenkampf, als auf dem Land. Schnell lernte Miles sich mit kleinen Diebstählen über Wasser zu halten, wurde Trickbetrüger und ein geschickter Langfinger. Dann kam ihm DIE Idee. All seine Herrschaften zu erpressen, bei denen er je gearbeitet hatte. Er hatte schmutzige Geheimnisse und ließ sich dafür hervorragend bezahlen. Bis es schief ging und er in der Armee Zuflucht suchen musste. Aus dem Krieg heimgekehrt, zog es ihn nach Amerika. Sein Glück fand er dort nicht. Jetzt weilt er seit Monaten in London und baut seinen kleinen Erpresserring auf. Denn damit lässt sich noch immer gut Leben und nebenbei kann er damit den oberen Klassen wirklich Schaden zufügen. Nur seine große Liebe steht ihm bei all dem im Weg. Denn diese hält ihn für tot. Im Krieg gefallen. Er hat mit seinem Leben weitergemacht und das wiederum weckt Eifersucht in Miles...

Nathaniel Culpepper hat für einen Angestellten und Diener eines angesehenen Hauses eine solche Stellung inne, wie sie viele Kammerdiener nur neidisch gerne erhalten würden: Er ist der Kammerdiener keines geringeren als des Helden von Waterloo. Als Angestellter eines Dukes verdient er somit sehr gut und hat eine passable Stellung inne. Für seine 32 Jahre ist dies eine hohe Stellung. Nathaniel geht damit jedoch keineswegs arrogant, sondern eher gelassen um. Der verschlossene Mann aus einem kleineren Küstenort in England hat nicht viele Freunde und noch viel weniger Menschen vertraut er. Dabei wäre ein Freund an der Seite manchmal wirklich nicht falsch, vor allem, wenn man viele Geheimnisse mit sich herum trägt. Eines davon, seine sexuelle Vorliebe, ist besonders gut gehütet. Auch, dass er sich in einen anderen Diener des Hauses verliebt hat.

Geboren als Sohn eines Tagelöhners wuchs Peter Hawkins in ärmlichen Verhältnissen auf und war harte Arbeit und Hunger von klein auf gewöhnt. Eine schicksalhafte Begegnung bescherte dem jungen Mann seine jetzige Frau Eugenia, geborene Nutbrown, aus einer angesehenen Familie der Upper Class. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Nähe von Bath, wohnt Peter mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn Abel mittlerweile in London und arbeitet als Holzlieferant.

Philipp Morley mag bereits einiges in seinem Leben erlebt haben. Als Sohn eines Brauers wuchs er in Southampton auf, von wo er geradezu floh, um ein Seemann zu werden. Keine andere Berufung schien dem jungen Mann passender, bewies er sich doch als taugliches Crewmitglied. Seine Lebenswindungen führten ihn über Piraterie, Schmuggel, Weltenreisen und zur großen Liebe, die nie erwidert wurde. Kein Wunder, dass er diese Frau nie wieder sehen will, liebte sie doch stets seinen ehemaligen Captain. Heute kennt man den 30 Jahre alten Morley als Bierbrauer am Hafen Londons, nicht auszudenkend, dass er irgendwann einmal doch in der Berufung seines Vaters landen würde. Einen Nebenverdienst bekommt er als Türsteher im Cupid's, wo er schon einige Freier wieder vor die Tür gesetzt hat. Das Leben hat es nicht immer gut genug mit ihm gemeint - aber Philipp ist gewieft und weiß doch, wie er den einen oder anderen Nachteil, in eine vorteilige Entwicklung für sich verwandeln kann. Mit ihm es zu verscherzen, sollte man jedenfalls nicht.

Die Londoner Straßen sind seit ein paar Jahren Rabbits Zuhause, seit seine Mutter, eine Kurtisane an irgendeiner Krankheit starb. Seinen Vater kennt er nicht, wenn man ihn fragt, hört man die tollsten Geschichten. Angeblich wäre er der Bastard einer königlichen Hoheit und er ist sich ganz sicher, eines Tages gefunden und am Ende doch noch legitimiert zu werden. Nach dem Tod der Mutter, weigerte er sich, von seinen Großeltern adoptiert zu werden und entschied sich für ein Leben auf der Straße. Mit Gelegenheitsjobs hält er sich über Wasser und da das wenige nie auszureichen scheint, hat er sich auf Taschendiebstahl und Betrügereien verlegt um die selbstgewählte ‚Familie‘, die Kinderbande Fingers Off unterstützen zu können. Dann und wann verschwindet der Junge spurlos, wenn er einen größeren Schwindel am Laufen hat. Er ist nicht sehr vertrauenswürdig und gelegentlich skrupellos, aber nur weil er kein Verständnis von Recht und Ordnung oder von Moral hat.

Robin stammt aus einfachen Verhältnissen und lebt seit einigen Jahren als Vollwaise auf Londons Straßen. Auch als seine Eltern noch lebten hat er bereits oft die Verantwortung für seine Geschwister übernommen und würde sich niemals von diesen trennen lassen. Von den zahlreichen Slade Kindern sind bis auf Robin noch die jüngeren Zwillinge übrig geblieben mit denen gemeinsam Robin zu der Kinderbade Fingers Off gehört. Robin gilt unter den Kindern als ehrlich, fair und hilfsbereit und stellt das Wohl anderer scheinbar bedingungslos über sein eigenes. Als einer der älteren in der Gruppe nimmt er jede Arbeit an, die er bekommen kann, egal ob als Botenjunge oder Rattenfänger. Sein Plan Geld zu sparen schlägt allerdings wiederholt fehl und so ist ungewiss, was die Zukunft für ihn bereit hält.

Silas ist schottischer Abstammung und stolz darauf. Obwohl er in Amerika geboren wurde, fühlt er sich als ganze Schotte. Über viele Umwege kam Silas vor 12 Jahren nach Großbritannien und arbeitet nun schon seit 5 Jahren für Bernice Sawyer im Cupid's als Aufpasser. Er selbst würde sich als schweigsamer, mürrischer Mensch bezeichnen, der alleine durchs Zuhören in Erfahrung bringt, mit wem er es zu tun hat.

Als Thomas vor gerade einmal anderthalb Jahren, also im Sommer 1814, durch einen glücklichen vom einfachen Laufburschen zum Hausdiener befördert wurde, war das ein Aufstieg, den er sich nie erträumt hätte. Nachdem er in die ärmstmöglichen Verhältnisse geboren wurde, hat er Jahre gebraucht, um sich aufzurappeln, und dabei mehr Verluste eingesteckt, als er jemals freiwillig gestehen würde - von harter Arbeit im Arbeitshaus, wo er ab einem Alter von zwölf Jahren zehn Stunden am Tag Steine brach hin zu scheinbar leichterer Arbeit brauchte es Ehrgeiz, Hartnäckigkeit und eine zähe Konstitution, um nicht daran zugrunde zu gehen. Was niemand weiß: Nicht nur war seine Mutter eine Prostituierte, welche während der Schwangerschaft trank und sich um ihre Kinder nicht kümmerte, auch hat Thomas einen kleinen Halbbruder, Jasper, im Waisenhaus zurückgelassen, als er mit zwölf Jahren aus dem überfüllten Heim in ein noch überfüllteres Arbeitshaus gekarrt wurde. Gesehen haben sie sich seither nicht mehr - und wenn man Thomas fragt, ist der Jüngere so auch wesentlich besser dran.

Der über Umwege nach England gekommene Koreaner, arbeitet als Leibwächter für die bezaubernde Summer Liu und gehört somit der Arbeiterklasse an. Das er eigentlich adliges Blut inne hat, weiß hier niemand außer ihm selbst, da er sein altes Leben komplett hinter sich ließ. Er ist geübt mit Klinge und Verstand und fällt den wenigsten Leuten im ersten Moment auf, trotz seiner ungewöhnlichen Erscheinung. Die englische Sprache fällt ihm noch schwer und auch generell scheint er weniger gesprächig und übt sich in kluger Zurückhaltung. Auch ein ehrliches Lächeln sucht man bei ihm wohl vergebens, außer er ist mit seiner Herrin allein.

Das war lesenswert...
In ihrer Welt war Liadan Jeffs Tochter gewesen und Niamh seine Frau. Sie hatten nie die Bestätigung von draußen gebraucht, um sich in dieser Erkenntnis, in dieser Beziehung wohl und geborgen zu fühlen. Aber war das alles viel zu filigran gewesen? Erbaut auf dem wackligen Fundament eines innigen Wunsches und dem Gefühl, dass es doch so sein musste? Er, der Vater, sie, seine Frau, Liadan, ihrer beider Tochter.
Design & Outro


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